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Das Stadtgespräch September 2019

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Das Stadtgespräch Rheda-Wiedenbrück. Mein Rheda-Wiedenbrück.

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42 Das Stadtgespräch Ob vor, hinter oder auf der Bühne: Das Lieder | Macher | Kollektiv KATHRINA singt mit Herz und ohne Filter. INSIGHT STORIES, TEIL 4 KATHRINA: mit klarer Botschaft und Leidenschaft für die Liedermacherei (CL) Nach einer kleinen Sommerpause geht es mit den Insight Stories rund um die kreativen, doch noch etwas unbekannteren Köpfe aus Rheda-Wiedenbrück weiter. Im Fuchs haben wir uns mit der Band KATHRINA zum Interview getroffen und weil das Kennenlernen soviel Spaß gemacht hat, haben wir uns ein weiteres Mal auf dem Herzerock Festival zum Fotoshooting verabredet. KATH- RINA: das sind 5 Jungs aus Rheda- Wiedenbrück, die sich zu einer verdammt wortwitzigen Band zusammengefunden haben. Die 5 Typen laden mit ihren authentischen Texten und Tönen, zum Mitsingen und Mitdenken ein. Doch lest selbst, was das Quintett so zu erzählen hat…. Das Stadtgespräch: KATHRI- NA, wir sitzen so gemütlich zusammen - verschafft unseren Lesern*Innen doch mal einen ersten Eindruck von euch. David Sandfort: Ich bin David, doch viele nennen mich Düse. Mit meinen Sticks sorge ich für den richtigen Takt, gerne greife ich auch mal zum Mikrofon – dann haue ich ’nen Spruch raus – und es wird mir wieder weggenommen… Stefan Goedtke: (lacht) Na Düse, woran das wohl liegt… Es soll ja schließlich nur der den Mund aufmachen, der auch wirklich was zu sagen hat... In dem Sinne, ich bin der Stefan. Wahlweise auch Hans Stefan. Der Zuname ist ein Mitbringsel aus der Zeit mit meiner Band Hans Dampf. Mittlerweile schon deutlich länger als mein halbes Leben widme ich mich der Liedermacherei. Ich hab als Kind mit der guten, alten musikalischen Früherziehung angefangen, 7 Jahre Schlagzeugunterricht genossen und als Schlagzeuger auch meine ersten Banderfahrungen gesammelt. Irgendwann hab ich dann gemerkt, dass man an den Trommeln nur bedingt gut Songs schreiben kann, und da da von Anfang an etwas war, das aus mir rauswollte, habe ich dann begonnen mir autodidaktisch Gitarre und Klavier beizubringen. Das Songs-Schreiben und Komponieren ist meine wahre Passion. Da brauchte ich ein Instrument, um mich selber begleiten zu können. Marc Schüngel: So, und ich bin der Fischy – schon seit der 6ten Klasse, und im Laufe des Erwachsenwerdens wurde daraus dann Fischmann. Eigentlich heiße ich Marc – aber so nennt mich wirklich keiner. Als Kind habe ich Orgelspielen gelernt. Das ist sicherlich als mein musikalisches Fundament zu bezeichnen, auch heute profitiere ich noch von diesem Wissen. In der Hochphase des Rap, so Ende der 90er, Anfang der 2000er habe ich im Jugendzentrum täglich mit meinen Kumpels gerappt und gefreestyled. Wir haben damals sogar die ersten Hip- Hop-Jams in Rheda-Wiedenbrück organisiert. Und heute…heute habe ich zu jedem Lied von KATH- Stefan Goedtke, wahlweise auch Hans Stefan Sänger, Komponist, Songschreiber und Bandgründer »Mit meiner Lebenszeit möchte ich etwas anstellen, das für mich Wert hat. Und das ist die Musik.« RINA etwas im Mund. Sei es eine Blues Harp, Maultrommel, Kazoo oder Melodica. Und da ich auch ziemlich gerne singe, unterstütze ich Stefan mit meiner Stimme. Sebastian Wenk: Hi, ich bin »der kleine Wenk«. Anfangen habe ich mit Klavier und Keyboard, bis ich den Bass meines Vater entdeckt und lieben gelernt habe. Mittlerweile hab ich auch meinen eigenen, und mit dem spiele ich in der Band. Meine Stimme hört man oft im Backing der Songs. Stefan: Du hast auf jeden Fall eine der schönsten versteckten Stimmen, die ich kenne (Iacht). Fischy: Ja, die ist so weich und hell und malt einfach toll aus! Marvin Kortenbreer: (sehr trocken) Und ich habe die verbesserungswürdigste Stimme der Band. Tach, ich bin der Korkenkopf und

43 ich verkleide mich gerne auf der Bühne, zum Beispiel als Polizist, auch mal als Vogel. Dann mache ich Stand-up-Comedy – dabei sitze ich nicht. Ich unterbreche gerne mal die Songs, da kann dann was passieren. Das Stadtgespräch: Und warum Korkenkopf? Der Korkenkopf: (bleibt sehr trocken) Weil ich mit Nachnamen Kortenbreer heiße, und die Jungs das witzig fanden. Das Stadtgespräch: Aha. Und warum heißt ihr KATHRINA? Stefan: Wir haben die Band 2005 im damaligen Kolibri gegründet. David »Düse« Sand- Marvin Kortenbreer - der Korkenkopf verantwortlich für Tee, Technik und Theater und Gründungsmitglied »Bin kein Instrumentalist, sondern ich improvisiere Sprechstellen. Und keiner weiß, wann!« Klein-Wenk: Oh Mann, da war ich erst 16 und du hast mich immer um 12 rausgeworfen. Stefan: (grinst bis über beide Ohren) Stimmt. Als Geschäftsführer hatte ich die Plicht und das Recht dazu! Fischmann hat bei mir gekellnert, und so haben wir uns damals alle in der Kneipe kennengelernt. Das war zu der Zeit, als der verheerende Sturm Katrina an der US-Golfküste wütete und eine vernichtende Spur hinter sich herzog. Die Fehlleistung der US- Regierung – sich lieber um diverse Kriege zu kümmern, statt der Bevölkerung in New Orleans und Umgebung mit medizinischer Versorgung und der nötigen Infrastruktur zu helfen – hat uns geprägt und fort inspiriert. Dieser Wind Schlagzeuger, seit 2018 Mitglied von hat unsere Weltanschauung verändert, und wir KATHRINA »Bin für die Band zurück wollten in unsere Liedermacherei auch eine nach Wiedenbrück gekommen« politische Komponente einfließen lassen. Unsere Musik und vor allem auch unsere Texte sollen frischen Wind ins Gesicht blasen, und zum sozial-kritischen Nachdenken anregen. Natürlich immer mit einer großen Portion Witz oder Ironie dabei – so wird’s besser verdaulich. Naja, und… ganz ehrlich… 5 Jungs mit ’ner Band, die einen Mädchennamen trägt, ist doch schon auch witzig, oder? Das Stadtgespräch: Ertappt – auch ich habe über euren außergewöhnlichen Namen nachgedacht, und dabei in eure Songs und vor allem in euer neues Album »Aus dem Handgelenk« reingehört. Da singt ihr u.a. über eine Frau voller Erwartungen, Herrn Wedler und die Polizei sowie über ruhiges Blut. Der Beat hat mich sofort mitgenommen, eure Texte finde ich augenzwinkernd, alltagsnah und am liebsten hätte ich direkt laut und voller guter Laune mitgesungen. Warum stecken eure Songs schon mit dem ersten Takt so an? Fischy: In unseren Songs hausieren wir auf witzige Weise mit den eigenen Schwächen. Darin kann sich manch Sebastian Wenk »der kleine Wenk« Bassist, leidenschaftlicher Theaterspieler und Gründungsmitglied »Ich mache Musik seit ich denken kann – und der Bass ist mein Instrument!« einer gut wiederfinden. Wir erzählen Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind, aber gehen auch auf schmerzliche Themen ein. Wir stecken all unsere Aufrichtigkeit ins Songwriting und das spüren die Leute, das berührt sie. In unseren Songs geht es immer um den Text. Ja, und zudem sind wir eine Liedermacher-Band, das ist auch eher ungewöhnlich – und macht uns in der Szene zu einer Art Paradiesvogel. Deswegen nennen wir uns selber auch »das Liedermacher-Kollektiv« Unser aktuelles Album ist auch nicht im Overdub entstanden, wie sonst bei Studio-Alben üblich, sondern während zwei Konzerten im Domhof zu Rheda. Fischy, offiziell Marc Schüngel: Blues Harp, Maultrommel, Kazoo, Melodica, 2. Stimme und Gründungsmitglied »Die ausgefallenen Blasinstrumente setzen in vielen KATHRINA-Songs den besonderen Akzent.« Auf dem Herzerockt-Festival begeistert KATHRINA mit Authentizität, Feinsinn und Wortwitz.

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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