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Das Stadtgespräch September 2017

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38 Das Stadtgespräch Das Pro Arbeit-Führungsteam im Jubiläumsjahr: (v. l.) Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Brandner und Geschäftsführer Carsten Engelbrecht VEREINSJUBILÄUM 30 Jahre Arbeitsmarkt integration bei Pro Arbeit Vor rund drei Jahrzehnten nahm der gemeinnützige Träger Pro Arbeit e. V. seine praktische Arbeit auf – damals noch unter dem Namen »Hilfe bei Arbeitslosigkeit«. Heute betreibt der Verein neben dem Hauptsitz im »Haus der Ausbildung« Am Sandberg weitere Einrichtungen in Rheda-Wiedenbrück sowie an den Standorten Herzebrock-Clarholz und Oelde. Seit seiner Gründung unter dem Ersten Vorsitzenden Karl-Heinz Fieber und seiner Stellvertreterin Marlies Zimmermeier ist der Beschäftigungs- und Bildungsträger stets mit der Zeit gegangen. Nur deshalb könne man heute mit dem 30-jährigen Vereinsgeburtstag ein stolzes Jubiläum feiern, verdeutlichen Geschäftsführer Carsten Engelbrecht und Klaus Brandner als Aufsichtsratsvorsitzender. Als Gründungsmitglied liegen diesem die Belange des Vereins seit jeher besonders am Herzen. Im Jubiläumsjahr betreibt Pro Arbeit Recyclinghöfe und Secondhand-Geschäfte in Rheda-Wiedenbrück und Herzebrock-Clarholz, Radstationen an den Bahnhöfen Rheda und Oelde, das Fahrradrecycling und eine Fahrradwerkstatt sowie das 2015 eröffnete »Haus der Ausbildung« mit modernen Metall- und Elektrowerkstätten und öffentlichem Gastronomie-Angebot »EssBares« in Rheda-Wiedenbrück. Alle Einrichtungen und Projekte dienen der bedarfsgerechten Arbeitsmarktintegration der unterschiedlichsten Personengruppen. Neben Angeboten für Langzeitarbeitslose, darunter auch die kostenlose Erwerbslosenberatung sowie eine professionelle Bewerbungsberatung, haben sich längst zahlreiche Leistungen in den Bereichen Berufsorientierung sowie Aus- und Weiterbildung etabliert. Nicht alle Träger im Bereich der Arbeitsmarktintegration haben die Arbeitsmarktreformen der letzten Jahre überstanden, die für drastische Kürzungen insbesondere bei der Betreuung, Qualifizierung und Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen gesorgt haben, erläutert Klaus Brandner. In den 80er Jahren hatten diese Aufgaben noch den Schwerpunkt des neu gegründeten Vereins dargestellt. »Es war eine harte Zeit. Nach Jahrzehnten des Wirtschaftswachstums verursachte der strukturelle Wandel, einhergehend mit Einbrüchen der heimischen Industrie insbesondere in der Textil- und Möbelbranche, eine drastische Zunahme der Arbeitslosigkeit«. Menschen, die ihr Leben lang Anerkennung, Wertschätzung, eine Tagesstruktur und nicht zuletzt finanzielle Sicherheit durch ihren Beruf erlangt hatten, standen plötzlich ohne Arbeit da. »Dort setzte der Verein an, und diese wichtige gesellschaftliche Aufgabe erfüllen wir auch heute noch«, unterstreicht Brandner. 1987 startete man mit einem Mitarbeiter aus einer sogenannten »Arbeitsbeschaffungsmaßnahme« (ABM) und einem monatlichen Etat von 400 DM. Angeboten wurden neben täglichen Beratungen auch ein Kaffee- und Frühstückstreff sowie eine Arbeitslosenselbsthilfegruppe. Auf der Suche nach sinnvoller Arbeit und Möglichkeiten der praktischen beruflichen Qualifizierung wurde Ende der 1980er Jahre das erste Recycling-Projekt ins Leben gerufen. Ein Jahr später folgte der Aufbau des Fahrradrecyclings. Beide Bereiche konnte der Verein bis heute kontinuierlich ausbauen und ergänzen. Hier und in den weiteren Einrichtungen werden heute rund 60 Mitarbeiter im Rahmen der »Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung«, auch »1 Euro-Jobs« genannt, beschäftigt. 2003 erfolgte die Umbenennung in den heutigen Namen »Pro Arbeit«. Nach einer Umstrukturierung der Vereinsorganisation wurde Manfred Bockey zum ersten hauptamtlichen Vorsitzenden gewählt. Selbst als ABM-Kraft eingestiegen, blieb Bockey bis 2010 Geschäftsführer. Von seiner Nachfolgerin Brigitte Kaese übernahm 2017 schließlich Carsten Engelbrecht, vorher kaufmännischer Leiter des Vereins, die Geschäftsführung. »Um die Menschen langfristig und erfolgreich zu unterstützen, müssen wir als Träger nicht nur inhaltlich gute Arbeit leisten, sondern auch finanziell gut aufgestellt sein«, sagt Brandner. Mit einer kaufmännischen Ausbildung und der Absolvierung eines Wirtschaftsstudiums sei der 31-jährige Engelbrecht dafür der richtige Mann. »Ich freue mich besonders, meine betriebswirtschaftlichen Kompetenzen nun in einem Verein mit gesellschaftlichem Auftrag einbringen zu können«, betont dieser. Pro Arbeit zählt heute 43 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, darunter vier Berufsausbilder und 15 Mitarbeiter im sozialpädagogischen Bereich. 1356 Schüler absolvierten im vergangenen Jahr Angebote zur Berufsorientierung im Haus der Ausbildung. Hinzu kamen 120 sogenannte Berufsfelderkundungen in den Bereichen Hauswirtschaft, Küche, Fahrrad, Metall und Elektro. An den Recyclinghöfen in Rheda-Wiedenbrück und Herzebrock-Clarholz werden zurzeit jeweils 20 Flüchtlinge in der geförderten Flüchtlingsintegrationsmaßnahme »FIM« betreut: Hier werden gezielt die sinngebende Arbeit im Wertstoffrecycling, praktische Sprachkurse und eine allgemeine Einführung in die Arbeitswelt in Deutschland kombiniert. Einen weiteren Schwerpunkt der Vereinsarbeit bildet die Ausbildung junger Menschen. Neben eigenen Auszubildenden betreut Pro Arbeit zurzeit etwa 60 Azubis im Rahmen verschiedener Fördermaßnahmen der Arbeitsagentur und des Jobcenters. Ein besonderes Angebot stellen darüber hinaus die Ausbildungskooperationen mit heimischen Unternehmen im Metall- und Elektrobereich dar. »Wir unterstützen die Betriebe bedarfsgerecht bei der Ausbildung ihrer Fachkräfte. Dazu übernehmen wir nach Wunsch zum Beispiel die Grundausbildung im Metallbereich oder zertifizierte Schweißkurse, bieten theoretischen und praktischen Förderunterricht an und übernehmen bei Bedarf die Prüfungsvorbereitung«, berichtet Klaus Brandner. Rund 40 Unternehmen nutzen aktuell die Ausbildungsunterstützung von Pro Arbeit in Form der staatlich geförderten Verbundausbildung oder individuell buchbarer Modulangebote. Für die Zukunft wünscht sich Pro Arbeit viele weitere Projekte und Errungenschaften rund um die Arbeitsmarktintegration: »Wir haben den Ehrgeiz, langfristig erfolgreich unseren gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen«.

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