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Das Stadtgespräch September 2016

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8 Das

8 Das Stadtgespräch KATZENBOOM Kastrationspflicht wird nicht erfüllt Zu viele Katzen hat das Land – zu viele Streuner sind dabei, die man nicht einmal ganz genau zählen kann. Denn rein statistisch kann ein Katzenpaar und seine Abkömmlinge in zehn Jahren für mehr als 80 Millionen (!) Nachkommen sorgen. Die Tierheime sind überfüllt, Katzen gelten als Plage und sind nicht mehr vermittelbar. Und täglich kommen neue hinzu, denn nicht nur in der Urlaubszeit wurden wieder etliche ausgesetzt, weil sie für die Halter unbequem geworden waren. Viele angebliche Tierfreunde scheuen die Kosten für eine Kastration und lassen durch die nächtlichen Streifzüge ihrer Katzen Nachwuchs zu, der dann umgehend »entsorgt« oder ausgesetzt wird. Noch mehr Katzen Unkontrollierbare Katzenpopulationen sind die Folge, »explosionsartig« sei die Zahl der verwilderten Katzen gestiegen, besagen Schätzungen des Deutschen Tierschutzbundes, bundesweit seien es rund 2 Millionen Tiere, die keine Hauskatzen mehr sind, sondern sich in der Natur durchschlagen und wei- ter vermehren. Diese Entwicklung bestätigt auch eine Sprecherin des »Pferdeschutzhofes Four Seasons« in Rheda-Wiedebrück. In diesem Jahr gäbe es mehr wildlebende Katzen als im Vorjahr. Ursache sei zum Einen der milde Winter, der das Überleben viele Katzen möglich machte. Viele Katzen würden aber auch in den Gärten gefüttert. Um Kastration und den Nachwuchs kümmere sich jedoch niemand. So steige die Population an. Das ist schlecht für den Vogelbestand und dessen Artenvielfalt, beklagen die Förster. Sie dürfen nach dem neuen Jagdgesetz keine Katzen mehr töten, die durch den Wald jagen – bis vor zwei Jahren wurden landesweit an die 8000 Katzen abgeschossen, der Bestand also auf diese endgültige Weise reduziert. Kann man durch das Kastrieren der Hauskatzen solche martialischen Lösungen ersetzen? Kastration ist Pflicht? Die Stadt Rheda-Wiedenbrück hat verfügt das Freigängerkatzen, also Tiere die sich auch draußen aufhalten können, kastriert werden müssen: Offiziell beantwortet die Kastration beim Tierarzt Stadt die frage nach der Kastration so: »In Rheda-Wiedenbrück regelt § 5 der Ordnungsbehördliche Verordnung zur Aufrechterhaltung der Öffentlichen Sicherheit und Ordnung die Kastration von Katzen. Demnach hat jeder Katzenhalter / jede Katzenhalterin, die einer Katze Zugang ins Freie gewährt, die Katze vorher kastrieren und sie durch einen Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Ausnahmen von der Kastrationspflicht können für die Zucht von Rassekatzen zugelassen werden. Als Katzenhalter oder Katzenhalterin gilt übrigens auch, wer wildlebenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellt. Auch für diese Personen besteht dann die Pflicht, die freilebenden Katzen auf eigene Kosten kastrieren und mit einem Mikrochip kennzeichnen zu lassen!« Exzellenter Hörkomfort von krane zum Nulltarif! • Markenprodukt von Oticon • Digitaltechnologie: Hören in CD-Qualität • Ohne Zuzahlung: 229,- € pro Gerät sparen * • Batterien 1 Jahr lang kostenlos! ** 229 € In 7 Farben erhältlich! DAS SEH- UND HÖRZENTRUM IN RHEDA-WIEDENBRÜCK: LANGE STR. 59-61 · RHEDA-WIEDENBRÜCK · T: 0 52 42-5 79 96 90 · WWW.KRANE-BRILLEN.DE * Aktion gilt bis zum 24.09.2016. Nicht mit anderen Aktionen/Rabatten kombinierbar. Bei Vorlage einer ohrenärztlichen Verordnung zahlen Sie als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse lediglich 10 € gesetzliche Hilfsmittelgebühr pro Hörgerät. ** Menge der Batterien auf Basis durchschnittlicher Verbauchswerte für das jeweilige Gerät. Lieferant aller Kassen!

9 Foto: Fotolia Diego Calvi Rund 70 Städte und Gemeinden haben die Kastrationspflicht bereits eingeführt, in der Nähe zum Beispiel der Kreis Herford. Manche Tierheime in Großstädten wie Düsseldorf haben entschieden, Katzen, die nach zwei Wochen nicht abgeholt worden sind, zu kastrieren. Böse Überraschung oder kalkulierte Kostenersparnis für unseriöse Katzenhalter, die ihr Tier nur während der Urlaubszeit aussetzen, um sich nicht um Unterbringung und Unterhalt kümmern zu müssen... Aber ist es z. B. aus Tierschutzgründen richtig, alle wilden Katzen zu kastrieren? Oder ist der Stadt mit Fangaktionen eher gedient, die mehrmals im Jahr streunende Katzen festsetzt? Und was würde man danach mit ihnen anstellen, um auch langfristig die unkontrollierbare Katzengemeinde in den Griff zu bekommen? Nur schnurren und schmusen In Deutschland steht die Kuschelkatze in der Beliebtheitsskala gleich nach dem Hund auf dem zweiten Platz der beliebtesten Haustiere. Da fallen Argumente schwer, die Katzen einschränken sollen. Mit drastischen Maßnahmen macht sich keine Kommune beliebt. Sonst könnte z. B. eine Katzensteuer für registrierte Tiere zumindest die finanziellen Belastungen von Kommune, Katzenschützern und Tierheimen auffangen. Fakt ist: Wer sich als erwachsener Mensch für eine Katze entscheidet, übernimmt damit die Verantwortung für ein Lebewesen, sollte sich um das leibliche Wohl des anvertrauten Tieres auch in Bezug auf Impfen und Verhütung kümmern. Fakt ist aber leider auch, dass diese Verantwortung nur moralisch besteht und bei niemandem eingefordert wird. So erfüllt die Hauskatze bei vielen nur egoistische Bedürfnisse: außer Kuscheln nichts gewesen. Katzen verändern sich Ausgesetzte oder entflohene Katzen haben in der ungewohnten »Freiheit« extreme Probleme, oft kommen sie an den Rand des Verhungerns, weil sie nicht wissen, dass eine lebende Maus nicht nur zum Spielen da ist. Sobald kein Fertigfutter mehr vor der Nase duftet, sind die hilflos, der Jagdtrieb ist verlernt oder bei manchen Hauskatzen-Arten auch weggezüchtet. Der drohende Hungertod verändert den Charakter des früheren Kuscheltieres, lässt sie aggressiv und unberechenbar werden. In der Nähe von Siedlungen will sie dann keiner mehr haben, auch vom Menschen kommt dann keine Hilfe mehr. Es drohen Gefahren und Krankheiten, mit denen die Streuner nicht umgehen können. Und ihrerseits sind sie eine Gefahr für Vögel und kleine Wildtiere, die sie nicht immer töten aber durch den Versuch durchaus lebensgefährlich verlet- zen können. Hinzu kommt ihr Kot, der unkontrolliert Landschaft und Wohngegenden verschmutzt und sogar kontaminiert, wenn sich darin Krankheitsüberträger und Parasiten befinden. Was bewirkt die Kastration? Werden die Samtpfoten phlegmatisch, fett und faul? Nicht wenn sie diese Veranlagung nicht schon vorher hatten, allerdings wird die neue Gelassenheit oft als »Schwächung« interpretiert. Dabei sind es eigentlich nur positive Effekte, die der Eingriff in den Hormonhaushalt mit sich bringt: Der Trieb nach draußen lässt nach, das geruchsintensive Markieren, ebenso Konkurrenz und Kampf mit Artgenossen, das bei Freigängertieren nicht selten zu schweren Verletzungen führt. Kastrierte Tiere orientieren sich mehr an »ihren« Menschen, vergessen die Wildheit und sind mit den vier Wänden und der dazugehörigen Zuwendung zufrieden. Und ist es nicht das, was die meisten Katzenliebhaber sich und ihren Tieren wünschen? Das Katzenelend auf der anderen Seite der Medaille führt zu Diskussionen über »Katzenüberschuss«, »Katzenplage«, »Euthanasie« – allesamt Horror für Tierfreunde. Das krane Brillen-Abo bei krane 3 Monate kostenlos! • Kaufen Sie Ihre neue Brille im Abo • Monatliche Zahlung ohne Mehrkosten • Auf Wunsch alle 2 Jahre eine neue Brille • Automatisches Abo-Ende 3 Monate keine Abo-Kosten (Beispiel: statt 240,- € für 24 Monate nur 210,- €): Aktion gilt bis zum 24.09.2016 für ein 24 Monate Abo. Nicht mit anderen Aktionen/Rabatten kombinierbar. Alles über das krane Brillen-Abo im Servicebereich auf www.krane-brillen.de oder direkt bei uns im Geschäft. Das Original von krane. Der Optiker

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