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Das Stadtgespräch September 2016

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54 Das

54 Das Stadtgespräch TSG Rheda mit Löwentour sehr zufrieden 438 Radsportbegeisterte kamen bei angenehmen Temperaturen nach Rheda-Wiedenbrück zur 32. Löwentour der TSG Rheda Radsportabteilung. Bei bedecktem Himmel hatten die TSGler mit gut 400 Startern gerechnet. Regnete noch zu Beginn der Woche, so besserte sich das Wetter Richtung Wochenende zusehends und so fiel den Radsportlern die Entscheidung für einen RTF-Start nicht schwer. Die Starter aufgeteilt in 195 Trimm- und 243 Wertungskartenfahrer sind jedenfalls ein gutes Ergebnis mit Hinblick auf die Wettervorhersage für den Tag. Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sportliche Touren durch die Kreise Gütersloh und Soest mit Distanzen von 42, 75, 112 oder 155 Kilometer ausgeschildert. Die Strecken führten die Radsportler/innen zu den Verpflegungs- und Kontrollstationen in Herzfeld, Waldhausen, Kessler, Ampen und Wadersloh. An den Streckenteilungen konnten sich die Aktiven je nach körperlicher Einschätzung für die nächst längere Strecke oder den Rückweg entscheiden. Am beliebtesten unter den Radsportlern war die 112 km Tour. Aber auch auf der 75 km langen Etappe waren zahlreiche Sternfahrer unterwegs. Aufgrund des für den Nachmittag angesagten Regen hatten einige Radsportler den Weg bis an die Möhne nicht in Angriff genommen. »Wir sind mit der Veranstaltung und der Teilnehmerzahl sehr zufrieden, hatten keine Unfälle zu beklagen und die Teilnehmer waren mit der Streckenführung und der ganzen Organisation sehr zufrieden«, sagte der verantwortliche Organisator Uwe Ander. Über eine Auszeichnung durften sich zudem die drei teilnehmerstärksten Vereine der Wertungskarten-Inhaber freuen. Die Wertung gewann der RC Sprintax Bielefeld mit 14 Startern vor RSC Rietberg (14) und RSV Schwalbe Oelde (10). Weitere Infos unter www.tsg-rheda.de.

55 WATT NICH ALLE GIBT Daumendrücken oder Finger kreuzen? Wenn Sie in einem amerikanischen Film in der deutschen Fassung hören: »Kreuz deine Finger«, dann wäre das ein guter Grund, den Sender zu wechseln. Dann ist nämlich die Übersetzung miserabel, beziehungsweise nicht wirklich die Übersetzung, denn im Original hieß es dann: »cross your fingers«. Das heißt zwar kreuz deine Finger, aber gemeint ist: »drück mir die Daumen«. Gemeint ist in beiden Fällen das Gleiche: Man wünscht dem anderen Glück. Das gilt natürlich auch für Ergebnisse aller Art, wie zum Beispiel beim Fußball. Aber woher kommen diese Gesten und was sollten sie ursprünglich bedeuten. Bei Fingerkreuzen ist das relativ einfach nachzuvollziehen, denn manche Forscher sind der Meinung, dass diese Geste auf die frühen Christen zurückgeht. Diese begrüßten sich mit dem Symbol des Kreuzes oder, was noch wichtiger war, wendeten Übles mit dem Kreuz ab. Das Fingerkreuzen war also eine Art schnelles Bekreuzigen. Wie der Engländer Francis Grose in seinem Glossar der lokalen Sprichwörter und beliebtesten abergläubischen Gesten im Jahre 1787 beschriebt, diente das Fingerkreuz auch dazu, schädlichen Einfluss abzuwenden, etwa wenn man das Unglück angezogen hatte, wenn man unter einer Leiter durchgegangen war und noch kein Hund vorbeigekommen war, um den Bann zu brechen. Das Kreuz im Schnellformat wurde aber auch noch als Schutz gegen andere Unbill benutzt. Wenn jemand hustete, schnupfte oder auch nur eine Erkältung erwähnte – das konnten alles erste Anzeichen für die Pest sein – hat man sich bekreuzigt oder zumindest das Kreuz mit den Fingern gebildet, das man schneller hinbekam als Stirn, Herz und beide Schultern zu berühren. Charles Panati, amerikanischer Physiker und Wissenschaftsjournalist, führt die Geste jedoch schon auf vorchristliche Zeit zurück. Er hält das Kreuz schon vor mehr als zweitausend Jahren für ein Symbol der Einigkeit und des guten Geistes. Ein Wunsch, der mit einem solchen Kreuz besiegelt wird, hat große Chancen, in Erfüllung zu gehen. Kommen wir zu unserem Daumendrücken, das offenbar auch in Schweden, Polen und Bulgarien bekannt ist. Wobei Schweden am wenigsten verwunderlich ist, denn der Glaube, dass Daumendrücken hilft, stammt offenbar aus Germanischer Zeit. Der germanische Volksglaube hielt den Daumen für den Glückfinger, dessen übernatürliche Kräfte unter anderem vor bösen Träumen schützt. Gleichzeitig ist er jedoch auch Symbol des Kobolds, und der ist ein unsicherer Kamerad und muss von den anderen Fingern festgehalten werden, damit er kein Unheil anrichten kann. In Vietnam dagegen sollte man sich die Geste des Daumendrückens verkneifen, denn dort gilt sie als so etwas wie der Stinkefinger. Wieso allerdings bei uns die gekreuzten Finger hinter Rücken dafür sorgen, dass ein Schwur seine Gültigkeit verliert, das konnte ich nicht herausfinden. Auch muss an dieser Stelle ungeklärt bleiben, ob Daumendrücken oder Finger Kreuzen jemals irgendwem Glück gebracht haben. Angesichts der Tatsache, dass der Glaube Berge versetzt, kann das natürlich gut sein.

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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