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Das Stadtgespräch September 2016

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32 TIPPS

32 TIPPS Das Stadtgespräch Dollar abkaufte. Damit hat der damals schon bekannte London dem Nachwuchsautor mit Anfang 20 einen echten Gefallen getan. Ich habe einmal nachrecherchiert, wieviel die 137,50 Dollar, die Lon- don ihm für die insgesamt 27 Ideen zahlte, in heutigem Geld wert wären und bin bei etwa 3.000 Dollar gelandet. Doch das nur am Rande. Ob Lewis zu diesem Zeitpunkt schon die Klasse gehabt hätte, so gekonnt wie London zu erzählen, kann ich nicht beurteilen. London jedenfalls hatte den Ruf der Wildnis, den Seewolf, den Lockruf des Goldes und Wolfsblut schon verfasst. 10.000 $ für einen Polizeichef; 100.000 $ für einen zweitrangigen Monarchen; eine halbe Million für Seine Majestät, den König von England – Diskretion garantiert! Die Geschäfte der mordenden Moralfanatiker laufen prächtig, bis ein schwerreicher Philanthrop Verdacht schöpft und sie beauftragt, ihren eigenen Chef zu eliminieren: Auftakt einer Verfolgungsjagd quer durch die USA. Vor einer hawaiianischen Insel kommt es schließlich zum finalen Showdown. Dieser Agententhriller fesselt einerseits mit Dramatik, Action und spektakulären Wendungen. Zugleich wirft er hochbrisante Fragen auf: Welche Opfer darf ein Mensch im Namen einer höheren Moral in Kauf nehmen? Und wer definiert diese Moral? Welcher Zweck heiligt welche Mittel? Und nicht zuletzt: Wie lässt sich eskalierende Gewalt eindämmen? Auch die unheilige Verknüpfung von Terror und Geld, an der wir heute wieder leiden, spricht der Autor an, dessen 100. Todestag am 22. November 2016 begangen wird. Dessen Biographie liest sich wie ein Abenteuerroman. 1876 in San Francisco geboren, wächst er in ärmlichen Verhältnissen auf. Er schlägt sich als Fabrikarbeiter, Austernpirat, Landstreicher und Seemann durch, holt das Abitur nach, beginnt zu studieren, geht dann als Goldsucher nach Alaska, lebt monatelang im Elendsviertel von London, gerät als Korrespondent im russisch-japanischen Krieg in Gefangenschaft und bereist die ganze Welt. Am 22. November 1916 setzt der berühmte Schriftsteller auf seiner Farm in Kalifornien seinem zuletzt von Alkohol, Erfolg und Extravaganz geprägten Leben ein Ende. HÖRBUCHTIPP: ERIK AXL SUND »Die Victoria- Bergmann-Trilogie« Über 40 Stunden Spannung für 19,99 Euro ist schon ein ordentlicher Preis. Der Hörverlag hat alle drei Victoria-Bergmann-Romane von Erik Axl Sund als limitierte Gesamtausgabe aufgelegt. Erik Axl Sund ist das Pseudonym des schwedischen Autorenduos Jerker Eriksson und Håkan Axlander Sundquist. Håkan ist eigentlich Tontechniker, Musiker und Künstler. Jerker war ursprünglich der Producer von Håkans Elektropunkband »iloveyoubaby!« und arbeitete als Bibliothekar in einem Gefängnis. Zusammen haben sie die Victoria-Bergman-Trilogie geschrieben, für die sie 2012 mit dem Special Award der Schwedischen Krimiakademie ausgezeichnet wurden, bevor es zum internationalen Erfolg kam. Auch in Deutschland gibt es mittlerweile eine ganze Menge Fans – für die Krimis, nicht für die Elektropunkband! Im ersten Band, »Krähenmädchen«, beginnt die Geschichte wie folgt: Stockholm. Ein Junge wird tot in einem Park gefunden. Sein Körper zeigt Zeichen schwersten Missbrauchs. Und es bleibt nicht bei der einen Leiche... Auf der Suche nach dem Täter bittet Kommissarin Jeanette Kihlberg die Psychologin Sofia Zetterlund um Hilfe, bei der eines der Opfer in Therapie war. Ihr Spezialgebiet sind Menschen mit multiplen Persönlichkeiten. Eine andere Patientin Sofias ist Victoria Bergman, die unter einem schweren Trauma leidet. Sofia lässt der Gedanke nicht los, bei ihr irgendetwas übersehen zu haben. Schließlich müssen sich Jeanette und Sofia fragen: Wie viel Leid kann ein Mensch verkraften, eher er selbst zum Monster wird? In »Narbenkind« werden Jeanette Kihlbergs Ermittlungen in einer Mordserie an Jungen in Stockholm vorübergehend auf Eis gelegt, als ein ranghoher Geschäftsmann auf bestialische Weise getötet wird. Man geht von einem Racheakt aus – doch Rache wofür? Psychologin Sofia Zetterlund soll ein Täterprofil erstellen, aber dann geschehen weitere Morde. Und auch diese scheinen in Verbindung mit Victoria Bergman zu stehen. Während die Ermittlungen nach Dänemark führen, hat Sofia immer häufiger Bewusstseinsstörungen... In »Schattenschrei« schließlich zeigen sich mehr und mehr Er- folge in den Ermittlungen der Kommissarin Jeanette Kihlberg. Sie glaubt, zwei Frauen als Mörderinnen identifiziert zu haben. Aber damit sind die Verbrechen noch nicht aufgeklärt... Und auch, was die unauffindbare Victoria Bergman mit den Morden zu tun hat, ist noch unklar. Derweil wird für Psychologin Sofia die Zusammenarbeit mit Jeanette immer schwieriger, weil sie dabei ihrem eigenen, persönlichen Kern immer näher kommt. Und das führt sie geradewegs in die Hölle. Der Sprecher der Trilogie, Schauspieler Thomas M. Meinhardt, ist gleichermaßen aus Fernseh- und Hörbuchproduktionen bekannt. Er hat bereits in mehreren TV-Serien wie beispielsweise »Tatort«, »SOKO 5113« oder »Polizeiruf 110« mitgewirkt. Er spielte an zahlreichen renommierten Bühnen – vornehmlich am Münchner Metropoltheater in Erfolgsstücken wie »Tannöd« und »Unter dem Milchwald«. Als Hörbuchsprecher hat sich Thomas M. Meinhardt unter anderem in Elisabeth Herrmanns »Versunkene Gräber« bewiesen.

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Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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