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Das Stadtgespräch Rheda-Wiedenbrück Ausgabe Januar 2020

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Die Januar Ausgabe vom Stadtgespräch.

D Ausbau B64n Die Gegner

D Ausbau B64n Die Gegner wehren sich »Wir können Verkehrsprobleme nicht durch immer neue Straßen lösen«, sagte Elisabeth Meier, Sprecherin der »Kulturlandschaft Sundern, Brock, Samtholz« auf der Pressekonferenz im Kapitelsaal des Klosters Clarholz. Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg, Präsident der Deutschen Burgenvereinigung und Präsident der Europäischen Burgeninstitution denkmalgeschützter Anlagen, hatte sie initiiert. Gemeinsam mit seiner Frau, Marissa Fürstin zu Bentheim-Tecklenburg, und seiner Mutter, Fürstin Sissi, und in Abstimmung mit den Heimatvereinen Clarholz und Lette, der GNU, dem BUND und dem Freundeskreis Propstei nannten sie sieben Punkte gegen den Bau der B64n (3-spurige Umgebung von Herzebrock-Clarholz, Beelen und Warendorf, ab Umgehungsstraße RWD). Kulturlandschaft Die geplante B64n durchschneidet eine seit 1000 Jahren unzerstörte Kulturlandschaft mit Alleen und dem natürlichen Verlauf des Axtbachs. Sie schädigt die exponierte Lage des historischen Prämonstratenserklosters und der Klostergärten. Frohe Weihnachten und alles Gute im neuen Jahr! Naturschutz Durch den Bau der B64n ist eine Umlegung des Axtbachs auf 400 Meter und eine Zerstörung der noch fast intakten ursprünglichen Landschaft erforderlich. Die Anwesenden der Konferenz fordern eine Veröffentlichung aller Unterlagen zu diesem Thema. Zudem ist durch die Eingrenzung des Hochwasserschutzgebietes am Axtbach nicht mehr der Schutz der Friedland-Siedlung in Clarholz vor dem Hochwasser gewährleistet. So die Befürchtungen. Unverantwortlich sei darüber hinaus die Beseitigung alter Baumbestände. Lärmschutz Die bis zu 17.000 erwarteten Fahrzeuge auf der B64n werden die Ruhe im Westen von Herzebrock-Clarholz beenden. Ein Lärmschutzwall wird das nicht grundsätzlich ändern. Ich informiere Sie gerne: Service-Center Opitz DKV Deutsche Krankenversicherung AG Hauptstr. 2-4, 33378 Rheda-Wiedenbrück Tel 05242 35095, Fax 05242 37379 wolfgang.opitz@ergo.de Naherholung – Tourismus Das Kloster-Areal und die angrenzende intakte, waldreiche Landschaft sind ein Anziehungspunkt für Naherholung suchende Menschen. Die B64n macht dieses hohe touristische Potential kaputt. Der drei Meter hohe Straßendamm, in Höhe der Bahnüberführung bis zu acht Meter, wirkt wie eine Barriere. Sein Bau wirkt kontraproduktiv zu der vom NRW-Beirat Tourismus geplanten Radwege-Vernetzung mit dem Münsterland. Landwirtschaft Die Landwirte können den für die B64n erforderlichen Flächenbedarf von über 500 ha (mit untergeordnetem Wegenetz) nicht kompensieren. Ausgleichsflächen in dieser Größenordnung sind nicht vorhanden. Den Anwesenden der Pressekonferenz ist kein Landwirt bekannt, der für die B64n Flächen abtreten will. 54 Das Stadtgespräch

Alternativen Das Bündnis für Kulturlandschaft hatte 2017 einen Antrag an die Gemeinde Herzebrock-Clarholz gestellt zur Prüfung der Alternativen Tunnel oder Troglage. Dieser Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt. »Diese unterlassenen Untersuchungen sind von juristischer Seite anfechtbar«, so Elisabeth Meier. Verkehrswende Die innerörtliche Belastung durch den Verkehr auf der B 64 ist enorm. Die Sprecher der Pressekonferenz fordern eine Entlastung der Ortsdurchfahrten durch Umleitung der durchfahrenden Lkws auf die neue A33. Zur Lösung des Personennahverkehrs sprechen sie sich für einen 20 Minuten-Takt sowie für attraktiv-günstige Fahrpreise auf der Bahnstrecke nach Münster aus. Allgemein wird kritisiert, dass die Bundesregierung durch den Bundesverkehrswegeplan die Verkehrsprobleme der 2020er-Jahre mit Mitteln der 1970er Jahre lösen will. Pro und Kontra Im Juni hatten sich Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften, Kammern 1Widerstand gegen den Bau der B64n: (v. l.) Rudolf Erlemann (Heimatverein Lette), Gottfried Pavenstädt-Westhoff (Freundeskreis Propstei Clarholz), Leni Bühlmeyer (Heimatverein Clarholz), Elisabeth Meier (Kulturlandschaft), Matthias Landwehr (BUND-Kreisverband), Fürstin Sissi, Maximilian und Marissa, Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg, Petra Brinkmann und Angelika Daum (GNU) und Kommunen zusammengeschlossen zu dem »Regionalen Bündnis für die B64n«. In Warendorf hatten sich schon wenige Wochen später Vereine und Verbände gemeinsam gegen diese neue »Mammuttrasse« ausgesprochen. Mit der von Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg einberufenen Pressekonferenz wurde nun ebenfalls in dem südlichen Bereich der B64n der Widerstand gegen eben diese Fernstraße hör- und sichtbar. Raimund Kemper Das Stadtgespräch 55

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