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Das Stadtgespräch Rheda-Wiedenbrück Ausgabe Januar 2020

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Die Januar Ausgabe vom Stadtgespräch.

R Filme und Serien

R Filme und Serien Reisen zu ausgedachten Originalschauplätzen Es klingt irgendwie absurd, aber es gibt immer mehr Leute, die zu fiktiven, also ausgedachten und nicht tatsächlichen Originalschauplätzen reisen. Eine ganze Reihe von Leuten hat sich das Kolosseum in Rom wegen des Monumentalfilms »Gladiator« von Ridley Scott aus dem Jahr 2000 angesehen. Der Held des Films, Maximus Decimus Meridius dargestellt von Russell Crowe, zählt zu den wichtigsten 100 Filmfiguren überhaupt. Maximus ist zunächst Feldherr, fällt in Ungnade, wird Sklave und arbeitet sich als Gladiator wieder hoch und tritt in Kolosseum in Rom an und wird dort das Idol der Massen. Die historischen Fakten stimmen fast alle nicht, ebenso wenig wie die Kostüme, aber das tat dem Erfolgt des 1 Alte-Gemäuer auf der irischen Insel ersten großen Sandalenfilms seit den 60er Jahren keinen Abbruch. Der mehrfach Oscar-prämierte Film entfachte auf alle Fälle das Interesse an den alten Römern und am Kolosseum. Gefilmt wurde übrigens nicht in Rom, sondern in Marokko und auf Malta. Aber das sind nur Details. Zu Besuch bei Julia Deutlicher noch wurde das Interesse, einen fiktiven Schauplatz zu besuchen, an einem anderen Ort in Italien, nämlich in Verona. Dort ist neben dem antiken Theater, in dem noch heute kulturelle Veranstaltungen aller Art stattfinden, vor allem der Balkon von Julia Ziel vieler moderner Pilger. Zwar ist in keiner Weise verbürgt, dass es die tragische Liebesgeschichte zwischen Julia und Romeo je gegeben hat, aber das stört nicht. Ganz sicher ist jedenfalls, dass der Balkon, der als Julias Balkon bezeichnet wird, auf dem das Sinnbild der erste Liebe steht, während ihr jugendlicher Geliebter sie anschmachtet, auf keinen Fall der richtige sein kann. Dummerweise wurde der Balkon erst nach der fiktiven Lebenszeit Julias errichtet, was aber die vor allem jugendlichen Liebenden nicht abhält, dorthin zu pilgern und sich an den Wänden von Julias Haus zu verewigen. Ob Shakespeare, der natürlich niemals in Italien gewesen ist und keinen seiner zahlreichen Schauplätze in diesem Land gesehen hat, wohl gedacht hätte, dass seine Geschichte auch nach 400 Jahren so einen Erfolg hat? Besonderen Zulauf erhielt das Haus in den Neunziger Jahren, als der junge, schöne Leonardo di Caprio den Romeo spielte, doch noch heute ist der Strom der Pilger ungebrochen. Zu Besuch bei Dinos und Hobbits Rom und Verona gibt es zumindest, doch Fans reisen auch zu Orten, die nachweislich niemals existiert haben. Da ist zum Beispiel die Insel im Pazifik, auf der die Dinosaurier leben, deren DNA aus den Blutstropfen im Leib einer vor 25 Millionen Jahren in Bernstein gefangenen Mücke gewonnen werden konnte. Die auf den Romanen von Michael Crichton basierenden Filme über den Fun- Park mit echten Dinos wurden zwar mit großartiger Computertechnik geschaffen, aber auch mit den entsprechenden Locations. Für Jurassic Park waren das vor allem die Dominikanische Republik, Costa Rica sowie Oahu und Kauai, die Hawaii-Inseln, auf denen schon die Außenaufnahmen von Magnum mit Tom Selleck von 1980 bis 1988 aufgenommen wurden. Einen noch weiteren Weg als bis zu den Hawaii-Inseln müssen 44 Das Stadtgespräch

die Fans von Mittelerde zurücklegen, denn Tolkiens Kult-Trilogie »Der Herr der Ringe« wurde in Neuseeland verfilmt. Dort kann man neben den wirklich fantastischen Landschaften auch das Dorf der Hobbits, das als Kulisse eigens für die Touristen erhalten blieb, besichtigen. Eingefleischte Fans reisen sowohl auf der Nordals auch auf der Südinsel entlang der Drehorte der Filme, die hier von 2001 bis 2003 gedreht wurden. Die Tourismusbehörde hat dafür schon eine Route vorbereitet, auf der man die mehr als 150 verschiedenen Locations sehen kann. Der Winter naht Ebenso fiktiv wie die Hobbits und die Orks sind die Figuren der »Game of Thrones«-Serie, die erst nach acht Staffeln in diesem Jahr zu Ende ging. Allerdings sind die Figuren neuer als Tolkiens Helden, auch wenn sie ebenfalls an das europäische Mittelalter angelehnt sind. Verschiedene Herrscher und deren Völker kämpfen um die Macht im Reich, das sich landschaftlich von der Wüste bis zum Hohen Norden erstreckt. Dort schirmt eine gewaltige Mauer die südlichen Reiche vom ewigen Winter ab. An der Mauer wacht die Nachtwache darüber, dass die lieblichen Landesteile nicht untergehen. Die Mauer im Film ist computeranimiert, zum Teil jedoch auch tatsächlich vorhanden. Auf Island, wo die amerikanische und die europäische Kontinentalplatte aufeinander prallen, hat sich am Ort Þingvellir (Thingvellir), einem Nationalpark östlich von Reykjavík, eine gewaltige natürliche Mauer aufgeschoben. Im Mittelalter veranstalten die Wikinger hier schon ihre Treffen, ihr Thing. Die zahlreichen Wasserfälle und vereisten Landschaften bildeten weitere Locations für die Erfolgsserie. Wer einmal auf Island war, dem ist klar, dass hier die idealen Orte für feuerspuckende Drachen und zottelige Schwertkämpfer liegen. Ähnliches gilt auch für Irland, wo sich weitere Drehorte befinden. Auch hier mussten nicht großartige Kulissen gebaut oder computergeneriert werden, denn verfallene Schlösser und Klöster gibt es auf der grünen Insel jede Menge. Wer es weniger wild und ungezähmt mag, der kann sich in 1 Julias Balkon London auf die Spuren des Zauberlehrlings Harry Potter begeben. Am King’s Cross Bahnhof gibt es heute tatsächlich den Bahnsteig 9 ¾. Für den braucht man nicht einmal eine Fahrkarte, ohne die man ansonsten nicht auf den Bahnsteig käme. Für die vielen Harry Potter-Pilger verschwindet sogar ein Gepäckwagen zur Hälfte in der Mauer. Idealer kann ein Selfie-Hintergrund nicht sein! Allen ein frohes Weihnachtsfest & ein gutes 2020! Photos unsplash Daheim freuen wir uns auf eine schöne Zeit Das Stadtgespräch 45

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