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Das Stadtgespräch Rheda-Wiedenbrück Ausgabe Februar 2020

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Viel Spaß beim digitalen Lesen der Februar-Ausgabe vom Stadtgespräch.

Neue Geburtsurkunde

Neue Geburtsurkunde macht es offiziell Die Eltern beschäftigen sich unterdessen viel mit der bürokratischen Seite einer Transidentität. »Allein für die Akteneröffnung beim Amtsgericht Dortmund wurden direkt 1500 Euro fällig. Zahlreiche Dokumente müssen beantragt und eingereicht werden. Danach werden einem zwei unabhängige psychologische Gutachter zugewiesen, die man ebenfalls privat bezahlen muss. Insgesamt haben wir etwa 2700 Euro dafür bezahlt. Das ist für viele Betroffene sicher eine zu große finanzielle Hürde«, erzählt Diethild Leweling von dem zähen Procedere. Auch die Tatsache, dass bei den Anhörungen von Minderjährigen immer beide Elternteile anwesend sein und Formulare ebenfalls stets doppelt unterschrieben werden müssten, stelle für manche ein unüberwindbares Hindernis da. Die Akte ist dicker als jedes Buch. So mühsam der Weg auch ist, mit vereinten Kräften gelingt es der Familie, die Anträge und Gutachten in nur einem halben Jahr abzuarbeiten. Keiner der Fachleute, die während dieser Zeit konsultiert werden, äußert irgendeinen Zweifel an der Transidentität von Max – lückenlos passen Lebenslauf und emotionale Entwicklung zu den psychologischen Kriterien. Am 24. Juli 2018 wird der Name Max ganz offiziell – in der Geburtsurkunde und auch allen sonstigen wichtigen Dokumenten – geändert. Angleichende Operationen folgen Nach dem ganzen bürokratischen Aufwand, folgt der umfangreiche medizinische Aspekt für Max. Seit einem Jahr wird dem Jungen einmal im Monat Testosteron gespritzt, damit der Körper auch äußerlich männliche Züge annimmt. Das geht schneller als gedacht. Die Stimme verändert sich, das Gesicht ist hagerer geworden, auch Bartwuchs setzt ein. Im vergangenen Oktober erfolgt dann die erste Operation. In einer Spezial-Klinik in Düsseldorf unterzieht sich Max einer Brust-OP, bei der weibliche 1 Einschulung mit kurzen Haaren, Hemd und Piratenschultüte. »Ich war immer schon ein Junge – ein Junge, der lange mit einem Mädchennamen leben musste«, erklärt Max. Körpermerkmale entfernt werden. »Es fühlt sich jetzt einfach richtig an«, beschreibt er das erleichterte Gefühl danach. Zur Kontrolle seiner männlichen Entwicklung, besucht er einmal im Monat die Transgender-Ambulanz des Universitätsklinikums Münster. Diese Spezialsprechstunde können Kinder, Jugendliche und deren Eltern nutzen, die Fragen zu ihrer geschlechtlichen und sexuellen Identität haben. Vor allem psychische Beeinträchtigungen sollen mit diesem Hilfsangebot frühzeitig erkannt und behandelt werden. In den kommenden zwei bis drei Jahren stehen bei Max weitere geschlechtsangleichende Operationen an. Auch wenn er sich auf das Ergebnis freut, auf die leichte Schulter nimmt er den Eingriff nicht. Dennoch ist es ein weiterer notwendiger Schritt auf dem Weg, der ihn näher an sein Ziel bringt. Unterstützung ist das Wichtigste »Ich mache meine Geschichte öffentlich, weil ich anderen helfen möchte, die in der gleichen Situation sind. Vielleicht kann ich so manchen Jugendlichen frühzeitig die Augen öffnen. Transidentität ist nicht so selten, wie man meinen könnte und nicht jedes Kind oder jeder Jugendliche bekommt Fertigung Fertigung nach Maß ohne nach Aufpreis Maß ohne direkt Aufpreis ab direkt Werk ab Werk Fliesen Schautag jeden Sonntag 14.00 – 17.00 Uhr (keine Beratung, kein Verkauf) Becker Baustoffe • 33397 Rietberg • Lange Straße 71-73 Tel. (0 52 44) 92 06 – 0 • Fax (0 52 44) 92 06 – 66 18 Das Stadtgespräch

dabei die notwendige Unterstützung von zuhause«, erklärt Max Leweling seine Intention. Er weiß einfach, welche enorme psychische Belastung diese ungelöste Situation darstellt und auch wie sehr die Vorstellung, irgendwie anormal oder gar geisteskrank zu sein, an jedem Betroffenen zehrt. »Es fühlt sich einfach alles falsch an. Mein ganzes Leben war falsch«, fasst der 18-Jährige seinen Gemütszustand vor dem Outing drastisch zusammen. Je nach Quelle und Studienlage schwankt die Anzahl von transidentitären Menschen in der Gesamtbevölkerung zwischen 0,1 und 0,2 Prozent. Damit betrifft die Thematik eine nicht unerhebliche Personengruppe. Kürzlich war Max das erste Mal seit zwei Jahren wieder mit seinen Freunden schwimmen. Nicht mit dem Neoprenanzug, der einst den Körper kaschierte, sondern nur mit Badeshorts bekleidet. Endlich den einengenden Anzug ablegen zu können, war für Max eine doppelte Befreiung. Definition Transidentität Die internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 11. Revision (ICD-11) klassifiziert die Transidentität (auch Transsexualität oder Geschlechtsinkongruenz) unter dem Punkt HA60 als geschlechtsspezifische Inkongruenz in der Adoleszenz oder im Erwachsenenalter. Die Geschlechtsinkongruenz ist durch eine ausgeprägte und anhaltende Nichtübereinstimmung zwischen dem erlebten Geschlecht und dem zugewiesenen Geschlecht gekennzeichnet, die sich in mindestens zwei der folgenden Fälle manifestiert: 1. starke Abneigung oder Unannehmlichkeit gegenüber den primären oder sekundären Geschlechtsmerkmalen aufgrund ihrer Nichtübereinstimmung mit dem erlebten Geschlecht 2. starkes Verlangen, einige oder alle der primären und/oder sekundären Geschlechtsmerkmale aufgrund ihrer Inkongruenz mit dem erlebten Geschlecht zu beseitigen 3. starker Wunsch, die primären und/oder sekundären Geschlechtsmerkmale des erlebten Geschlechts zu haben Die erlebte geschlechtsspezifische Nichtübereinstimmung muss seit mehreren Monaten ununterbrochen vorhanden sein. Die Diagnose kann nicht vor Beginn der Pubertät zugeordnet werden. Verhalten und Präferenzen der Geschlechtsvariante allein sind keine Grundlage für die Zuordnung der Diagnose. Transidentität ist keine Krankheit, kann jedoch krank machen, wenn sie nicht behandelt wird. Aus diesem Grund ist auch eine Leistungspflicht der Krankenkassen gegeben. Kommt ein entsprechender Leidensdruck hinzu, spricht man nicht mehr von Geschlechtsinkongruenz, sondern von Geschlechtsdysphorie. (Quelle: Selbsthilfeorganisation trans-ident.de) Caritas Rheda-Wiedenbrück Beratungsangebot und Austausch für Jugendliche mit Transidentität. Zur Zeit werden die Gruppentermine individuell mit den Teilnehmern vereinbart. Interessierte Jugendliche und auch Eltern können sich jederzeit melden. Die Elterngruppe trifft sich stets gesondert. Ansprechpartner: Bastian Ahrens und Sandra Fuhrmann · Caritas-Beratungszentrum · Bergstraße 8 · 33378 Rheda-Wiedenbrück · Telefon: 05242/40820 Universitätsklinikum Münster Spezialsprechstunde für Variationen der geschlechtlichen Entwicklung und Geschlechtsdysphorie · Leiterin: Priv.-Doz. Dr. phil. Dipl.-Psych. Birgit Möller · Anmeldung (Sekretariat): Telefon 0251/83-56673 · www.ukm.de Das Stadtgespräch *ohne Getränke | Um vorzeitige Reservierung wird gebeten. Lind Hotel GmbH Am Nordtor 1 33397 Rietberg Tel. 0 52 44 / 700 100 info@lind-hotel.de Deko-Workshop ERSTE FRÜHLINGSBOTEN LORIOT- KINOABEND in der Skylobby VALENTINSTAG SCHNITZELJAGD Kids-Event OSTER- LÄMMCHEN- BACKEN OSTERN im Lind Hotel & im Lind am See 1. MAI im Lind Hotel SPARGEL- BUFFET zum Genießen Flyer Winter / Frühling 2020 Beginn: 15:00 Uhr Preis p.P.: 59,00 € 08.02. Beginn: 19:00 Uhr Preis p.P.: 19,50 € Ein Glas Wein und Knabbereien sind inklusive. 12.04. Beginn: 18:00 Uhr Beginn: 19:00 Uhr Preis p.P.: 18,00 €* Uhrzeit: 15:00 bis 18:00 Uhr Preis p.P.: 15,00 € Mindestalter zur Teilnahme: 6 Jahre 13.04. im Lind Hotel buffet um 12:00 Uhr Preis p.P.: 33,00 €* Beginn: 11:00 Uhr Eintritt frei, Selbstbedienung 29.05. 15.05. Beginn: 18:00 Uhr Preis p.P.: 26,00 €* ALLE INFOS FINDEN SIE AUF UNSERER WEBSITE 08.02. 14.02. 27.03. 11.04. 12.04. im Lind am See 01.05. 22.05. 05.06. 12.06. WWW.LIND-HOTEL.DE SUPERIOR 19

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