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Das Stadtgespräch Oktober 2018

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54 TIPPS

54 TIPPS Das Stadtgespräch Neue dicke Bücher Natürlich gibt es keine literarische Gattung »dicke Bücher«, aber wenn das Wetter langsam ungemütlich und es früher dunkel wird, kann man es sich doch um so gemütlicher machen und sich einem dicken Wälzer widmen. Im Folgenden haben wir drei voluminöse Neuerscheinungen herausgesucht, damit Sie dem widrigen Wetter in langen Lesestunden trotzen zu können. ANNIE PROULX »Aus hartem Holz« Oft bin ich mit der Übersetzung der Originaltitel ins Deutsche nicht besonders glücklich, doch »Aus hartem Holz« ist wunderbar doppeldeutig und erweist dem unübersetzbaren Originaltitel (Barkskins – wörtlich: Rindenhäute) Ehre. Denn in dem 884 Seiten starken Roman, Hardcover erschienen bei Luchterhand, 26 Euro, geht es einerseits tatsächlich um Holz, zum anderen aber auch um die Menschen, die mit dem Holz und vom Holz leben. Annie Proulx, die an der amerikanischen Ostküste geborene Autorin ist bekannt geworden durch eine ihrer Geschichten »Brokeback Mountain«, deren Verfilmung im Jahre 2005 drei Oscars bekam. Die Geschichte um die Liebe zweier Cowboys umfasst in der Originalversion knapp 35 Seiten und ist sicherlich ein Meisterwerk der kleinen Form, aber eigentlich ist Annie Proulx eine Autorin für die ganz großen Sagas. Vielleicht liegt es an ihrem persönlichen Hintergrund, denn Proulx ist Tochter eines Frankokanadiers, die Familie ihrer Mutter ist aus Connecticut und kam tatsächlich mit der Mayflower nach Amerika – alteingesessener englisch geht in den USA nicht. Annie Proulx selbst hat sowohl die amerikanische als auch die kanadische Staatsbürgerschaft. »Postkarten« war ihr erster Roman, den sie erst im Alter von 57 Jahren veröffentlichte. Vier Jahre später erschien der Roman »Das grüne Akkordeon«, in dem sie anhand der Geschichte eines Akkordeons das Schicksal der Neuen Welt aufzeigte. Ähnlich verfährt sie auch in ihrem neuesten Roman, der hoffentlich nicht ihr letzter ist – immerhin ist es das erste Buch in zehn Jahren und die Autorin ist nunmehr 83 Jahre alt. Zum Inhalt: Im Jahre 1693 landen René Sel und Charles Duquet in der neuen Welt. Die beiden Franzosen sind ebenso mittellos wie planlos und müssen sich praktisch als Arbeitssklaven in der Wildnis Amerikas verdingen. Das ist der Ausgangspunkt der Geschichte der beiden Männer, deren Leben auf ganz unterschiedliche und höchst abenteuerliche Weise verläuft. Über die Jahrhunderte hinweg bis ins späte 20. Jahrhundert verfolgt die Autorin die Familiengeschichte der Nachkommen dieser beiden so unterschiedlichen Pioniere, die sie in die tiefste Wildnis und buchstäblich rund um den Globus führt. Und immer spielen die Wälder eine Rolle, die unendlich wirken – aber eben nicht unerschöpflich sind, wie sich im Laufe der Generationen mehr als deutlich zeigt. Auch wenn man als Leser vielleicht im Laufe des Romans gelegentlich den Faden etwas verlieren kann – war das jetzt der Sohn oder der Enkel von dem und dem? – so ist

TIPPS 55 das Werk, das von der Sorge um den Menschen und der Sorge um die Natur so durchdrungen ist, nicht anders zu bezeichnen als großartig. ILDEFONSO FALCONES »Die Erben der Erde« Eine wahre Saga ist auch der Roman »Die Erben der Erde«, der nicht weniger als 920 Seiten umfasst (erschienen bei C.Bertelsmann, 25 Euro). Der neue Roman setzt die Geschichte Falcones‘ großen Erfolgsromans »Die Kathedrale des Meeres« fort, der 2006 auf Spanisch, im Jahr darauf auf Deutsch und mittlerweile in über 30 Sprachen erschienen ist. In »Die Kathedrale des Meeres« machte der junge Arnau Estanyol seinen Weg vom mittellosen Steinträger zu einem der angesehensten Bürger der Stadt, dessen unerhörter Plan gelingt, nämlich die Errichtung einer Kathedrale, die den Himmel stürmen soll. Arnau ist im neuen Roman wohlhabender und wohlmeinender Werftbesitzer, der den jungen Halbwaisen Hugo Llor unter seine Fittiche nimmt. Und um den anfangs Zwölfjährigen geht es dann auch. Dessen Schicksal ist durch reichlich Prüfungen bestimmt, die ihn aus dem geliebten Viertel vertreiben, der Mutter entfremden und auch von der Schwester trennen. Unterschlupf findet er bei einem jüdischen Winzer, der ihn in die Geheimnisse des Weinbaus einführt. Und in den Weinbergen in der Umgebung Barcelonas findet der inzwischen zum jungen Mann herangereifte Hugo die Liebe. Die Liebe zum Wein und auch die zu einer jungen Frau. Doch die schöne Nichte des Winzers scheint zunächst unerreichbar – zu unterschiedlich sind die Lebenseinstellungen. Und außerdem flammt immer wieder der Antisemitismus auf, auch wenn das den Herrschenden nicht recht ist – Unruhen sind schlecht für’s Geschäft! Doch der Hass der Bevölkerung und die Hetze der Inquisition prägen die öffentliche Meinung. Aber Hugo und die wenigen Leute, denen er vertrauen kann, finden immer wieder die Kraft weiterzumachen. So gelingt Falcones erneut der Spagat zwischen einer interessanten und dabei fiktiven Geschichte und dem tatsächlichen historischen Hintergrund, der den Roman auch für Menschen lesenswert, die nicht Barcelona-begeistert sind. MAC P. LORNE »Die Pranken des Löwen« Durchaus ambitioniert ist der neue Roman von Mac P. Lorne, der rund 730 Seiten umfasst, erschienen als Taschenbuch bei Knaur (10,99 Euro). Ambitioniert deshalb, weil es im Titel heißt: Ein Robin-Hood-Roman. Nun ist die Robin-Hood-Geschichte ja nicht gerade neu und originell. Aber wenn man nicht gerade auf der ersten Seite Helden in Strumpfhosen erwartet, wird man von Lornes Roman positiv überrascht sein. Erst auf Seite 370 fällt zum ersten Mal der Name Loxley und Nottingham taucht erst 40 Seiten später auf. Und das ist auch gut so, denn Lorne holt mächtig aus in seinem neuen Werk, das als erster Band einer Trilogie erscheint. Los geht es im London des Jahres 1110 – das sind 47 Jahre bevor Richard Löwenherz geboren wurde. Das sind auch 44 Jahre, nachdem der Normanne Wilhelm der Eroberer, der auch gerne Wilhelm der Bastard genannte wurde, über den Ärmelkanal segelte und England einnahm. Dessen Sohn ist jetzt an der Macht und begnadigt gerade den jungen Robert Fitzooth, dem eigentlich die Hand abgeschlagen werden soll, weil er sie gegen einen Vorgesetzten erhoben hat. Die achtjährige Prinzessin verhindert das jedoch und Robert wird ihr Leibwächter. Als solcher begleitet er sie, die nach Deutschland verheiratet wird, über die nächsten Jahre. Und diese Begleitung ist auch ausgesprochen nötig, lauern doch für die junge Regent-Braut diverse Gefahren nicht nur im Deutschen Reich, sondern auch südlich der Alpen in Rom. Und natürlich auch in der angestammten, aber nach Jahren recht unbekannten Heimat England. Und was ist jetzt mit Robin Hood? Na, ein bisschen Geduld muss man schon bei dicken Büchern mitbringen, denn mit Robert Fitzooth sind wir gerade erst mal beim Großvater des künftigen Rächers der Witwen und Waisen. Und was soll ich sagen? Ich werde mir auf alle Fälle auch den zweiten und dritten Band der Trilogie besorgen. Nur, wann ich das alles lesen soll, ist mir noch nicht klar, aber da wird sich schon Zeit finden… Verkaufsoffener Sonntag Samstag 30.09. 13.00-18.00 Uhr strick.ag.4.0 Wasserstraße 34 • 33378 Rheda-Wiedenbrück Mein Tipp als Gesundheitsexperte: Vorteile clever kombinieren. Gesetzlich versichert – privat behandelt. BestMed Kombitarife zur GKV. Zusatzversicherung für gesetzlich Versicherte. Einfach anrufen: 05242 35095 Oder vorbeikommen: ommen: Wolfgang Opitz DKV Deutsche Krankenversicherung AG Hauptstraße 2-4 33378 Rheda-Wiedenbrück Ich vertrau der DKV

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