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Das Stadtgespräch Oktober 2018

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40 Das

40 Das Stadtgespräch Skyline vom Hafen aus Umgang mit Alkohol ist innerhalb von Hotels und Restaurants unproblematisch, solange sich niemand alkoholisiert benimmt. Pornographie ist ebenso verboten wie jegliche Art von Drogen. Auch wenn alles hypermodern ist und die neuen Medien eine entscheidende Rolle zu spielen scheinen – das Smartphone ist immer am Mann, beziehungsweise auch an der verschleierten Frau – ist die Pressefreiheit eine ganz andere Geschichte. Eher zum Schmunzeln ist es, dass es in Dubai und den anderen Emiraten, in denen die Tagesdurchschnittstemperatur über 40 Grad im Juli und August liegt, niemals 50 Grad heiß wird. Das hat der Sultan verboten und die Medien, sprich die Wetterdienste, halten sich daran. 50 Grad sind schlecht für den Tourismus! Und auch bei den Temperaturen unter 50 Grad wird wohl geschummelt, denn ab einer gewissen Temperatur (ich bin mir nicht sicher, ob es 45 Grad waren) darf nicht mehr draußen gearbeitet werden. Und das ist nun ganz schlecht für die vielen Bauprojekte im Hoch- wie im Tiefbau. Doch die Arbeiter, die vor allem aus bitterarmen Schichten des indischen Subkontinents oder anderen asiatischen Ländern kommen, begehren keineswegs auf, denn obwohl sie schlecht in den Emiraten verdienen, ernährt das Gehalt in ihren Heimatländern ganze Familien. Dass ein kritischer Journalismus nicht gewünscht ist, versteht sich da schon fast von selbst. Zwar dürfen Missstände durchaus genannt werden, aber nur, solange sie nicht die Herrscherfamilie kritisieren. Nicht durch wirtschaftliche oder gar demokratische Prozesse, sondern durch die Anordnungen der Herrschenden werden etwa Arbeitsplätze geschaffen. Liberalität wird ebenfalls verordnet, was immerhin dazu führt, dass Christen, Buddhisten und Hindus ihre Religion frei ausüben dürfen. Und während im Nachbarland and di Arabien die Frauen erst gerade in diesem Jahr den Führerschein machen dürfen, gibt es in Dubai Sau- Taxifahrerinnen, die gerne von Frauen gebucht werden. Die Taxis sind cremefarben mit rosa Dach! Das muss man gesehen haben Völlig unmöglich ist es, alles gesehen zu haben, was Dubai bieten kann. Aber einen Überblick kann n man schon bekommen, um gen zu können: been there, done sa- that! Da ist zum Beispiel die Fahrt auf dem Dubai Creek. Der Creek (eigentlich Bach) ist dabei der bis zu gut einem Kilometer breite Meeresarm, dem die Stadt ihre Existenz verdankt, bietet er doch Anlegemöglichkeiten. Natürlich kann man eine solche Fahrt mit PS-starken Rennboten machen – Understatement ist nicht so das Ding der Emiratis. Aber es gibt auch die Dhaus, die traditionellen Schiffe des Persischen Golfs, die noch gebaut werden wie vor hunderten von Jahren, abgesehen von der Motorisierung natürlich. Nachts empfiehlt sich eine solche Tour, bei der gerne auch das Abendessen serviert wird, wahlweise mit arabischem, indischem oder westlichen Essen. Zu bedenken ist übrigens, dass der Begriff »scharf« relativ ist, denn Besucher oder Gastarbeiter aus Indien, Pakistan oder Sri Lanka empfinden als mittelscharf, was für uns wie das Höllenfeuer brennt! n Doch zurück zur Bootstour. Auf der Südseite des Creeks befindet sich Bur Du- bai, die renovierte Altstadt. Der Old Souk, der so alt gar nicht ist, bietet t unter anderem Gewürze aus aller Welt, doch auch Gold kann man auf dem Markt kaufen, Der Sultan hat’s gern ordentlich und grün. Nicht gerade easy living...

41 der wie alle Souks organisiert ist wie die Märkte des europäischen Mittelalters. Und obwohl der Besucher weiß, dass viele der Gebäude eben nicht alt sind, wirkt das Ganze doch schon wie Orient aus dem Bilderbuch – das war auch wohl die Idee. 25 Kilometer südwestlich vom Stadtzentrum wirkt die Gegend wie Manhattan am Strand. Im Stadtteil Marina Dubai entstand in wenigen Jahren eine unfassba- re Menge von Hochhäusern, die durch ungewöhnliche Formen und Farben um die Gunst des Betrachters zu buhlen scheinen. Schon jetzt ist Dubai die Stadt mit den meisten Hochhäusern über 300 Meter und bei denen über 150 Metern liegt die Stadt nur hinter Hong Kong und New York, wo man übrigens nicht auf Sand baut. Ein rund vier Kilometer langer künstlich ange- legter Kanal Das einzige Sieben-Sterne-Hotel durchzieht die Marina Dubai, von dem man aus der Froschperspektive vom Wasser die prachtvollen Glitzerbauten bewundern kann. Und wie die Saint Patrick’s Kathedrale in Manhattan verschwindet die eigentlich recht große Jumeirah Moschee zwischen den Riesenhäusern. An sechs Tagen der Woche kann die Moschee von Nicht-Moslems besucht werden, was für die Golfregion keineswegs selbstverständlich ist. Laue Nacht im Orient Hommage an die arabische Tradi- tion Dubais angesehen werden. Die Bauweise dieses Resorts wur- de von einer altehrwürdigen ara- bischen Zitadelle inspiriert, bietet aber allen Luxus. Die Häuser ha- ben beispielsweise einen Wind- turm, dessen einzige Funktion es war, jedes noch so laue Lüftchen ins Innere der Lehmbauten zu len- ken. Hohe Temperaturen und eine Luftfeuchtigkeit, die gerne mal bei 90 Prozent liegt, machten die- sen architektonischen Kunstgriff nötig. Heute ist natürlich alles klimatisiert im Madinat Jumeirah, das neben Luxushotels im tradi- tionellen Stil, ein Luxus-Spa, den überdachten Madinat Souk, einen Veranstaltungssaal mit 1.000 Sitz- plätzen sowie nicht weniger als 44 Restaurants und Bars bietet. Die Wassertaxis sind so echt wie alles, was man in Las Vegas findet, aber sie ermöglichen fantastische Ausblicke auf das benachbarte Sieben-Sterne Hotel Burj al Arab, das in Weiß und Hellblau wie ein geblähtes Segel in den Himmel ragt. Die Nacht kostet hier übrigens durchschnittlich 1.300 Euro. Tröstlich für uns Normalsterbliche ist dabei, dass das Burj al Arab außen durch schlichte Schönheit überzeugt, innen jedoch je nach Suite durch unfassbaren Prunk gekennzeichnet ist, der jedem russischen Oligarchen die Tränen in die Augen treibt, aber mit Geschmack nichts zu tun hat. Mindestens einmal ein Muss Wenn Freunde fragen, ob man Dubai, die Golfstaaten, die Wüste gesehen haben muss, kann ich nur sagen: Ich finde ja – zumindest einmal sollte man ja auch Las Vegas gesehen haben. Und um einiges echter sind die Golfstaaten dann ja schon noch, selbst die Übermorgenstadt Dubai! Verkaufsoffener Sonntag Falke, Crisoni, Strenesse bei: strick.ag.4.0 Sonntag 30.09. 13.00-18.00 Uhr Wasserstraße 34 • 33378 Rheda-Wiedenbrück Tradition aus der Retorte? Und auch der Stadtteil Madinat Jumeirah ist jung, kann aber als Die Polizei liebt Wertarbeit.

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