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Das Stadtgespräch Oktober 2018

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38 Das

38 Das Stadtgespräch Blick vom Burj Khalifa DUBAI Zu Besuch im Über morgenland Der Stadtführer ist glücklich: »Nichts los heute, die Schlange ist kurz«. Wir stehen vor den Aufzügen zur Plattform des Burj Khalifa, dem mit 828 Metern höchsten Bauwerk der Welt. Wenn das eine kurze Schlange ist, denke ich, dann will ich nicht wissen, wie eine lange Schlange hier aussieht. Und da weiß ich noch nicht einmal, dass diese Schlange nur eine von fünf oder sechs weiteren ist, ehe man endlich vor den Lifts steht. Doch dann ist es endlich soweit, wir sind im Fahrstuhl und es geht in 70 Sekunden auf 456 Meter Höhe, schon das ein Wunderwerk der Technik. Eigentlich habe ich Höhenangst, aber ein halber Kilometer in der Vertikale ist dann so wenig real, dass er mir nichts ausmacht. Und natürlich bin ich beeindruckt von der gewaltigen Aussicht. Die umgebenden Wolkenkratzer wirken wie aus dem Lego-Baukasten. Und wo die Stadt endet, ist nur noch Sand – der sich allerdings ironischer Weise nicht für den Bau eignet. Bau-Sand muss importiert werden, so gut wie fast alles andere auch, außer vielleicht Öl und Datteln. Auf der Außenplattform hat man einen Spalt in der Glasumrandung freigelassen – nicht breit genug für Selbstmörder, aber für den Wind, der in dieser Höhe gewaltig pfeift. Und ich kann sagen, dass ich auf Nacht im Disneylandstil Lake Dubai – weltgrößter Springbrunnen

39 Sogar Verkehrsschilder sind golden... dem höchsten Gebäude der Welt war. Allerdings nicht mehr lange, denn ein Gebäude mit sagenhaften 1.300 Metern Höhe ist schon im Bau: The Tower. Dieses Teil muss dann aber durch Seile abgespannt werden – irgendwann setzen die physikalischen Gesetze dann doch wohl ein. Auch ergibt es eigentlich keinen Sinn, so hoch zu bauen, denn Platz hat Dubai reichlich. Aber das ist wohl eher eine Frage der Mentalität, hier müssen einfach Superlative her: der größte Bau der Welt und natürlich der größte Flughafen des Planeten – dabei ist man beim »alten«, in den 1970er Jahren erbauten, schon zehn Minuten mit der U-Bahn unterwegs, um von einem Ende ans andere zu kommen. Im vergangen Jahr wurden 88 Millionen Passagiere befördert, damit liegt der Flughafen hinter Atlanta und Peking auf Platz drei. Das reicht natürlich nicht und darum wird der Dubai World Central Riesenaquarium in der Dubai Mall Der Okkzident im Orient Airport ab 2020 fertiggestellt, der dann selbstverständlich der größte der Welt sein wird. Der liegt dann allerdings unpraktischer Weise 45 km vor der Stadt. Na egal, wird halt noch eine Autobahn und eine U-Bahn oder vielleicht eine Schwebebahn gebaut. Kommt ja nicht drauf an. Darf’s noch ein Rekord mehr sein? Keine Stadt der Welt steht so oft im Guinness Buch der Weltrekorde. Das kann man sehr wohl kritisch sehen, aber gleichzeitig ist es ehrlicher Weise schwer, unbeeindruckt von dieser Stadt der Superlative zu sein. Zum Beispiel auch von der Dubai Mall am Fuß des Burj Khalifa, der wie eine gigantische Nadel am Himmel kratzt. Nach eigenen Angaben ist das Einkaufszentrum mit mehr als 1.300 Läden auf 1,1 Million Quadratmetern die größte Mall der Welt. Allein das Aquarium, das sich über drei Stockwerke vor und über den Besuchern erstreckt, wäre anderswo schon eine eigene Attraktion für sich, denn die Ausmaße sind gewaltig und wo kann man Haie und Mantas schon so nah sehen? Wer möchte, kann natürlich auch Eislaufen gehen, am Rande der Stadt kann man dann in einer der Malls auch Skifahren, was immerhin für die Einwohner der Emirate günstiger ist, als nach Österreich zu düsen. Verlässt man das vollklimatisierte Einkaufs-Zentrum – in Dubai ist alles vollklimatisiert, versteht sich – dann steht auch schon der nächste Superlativ an, denn der Dubai Lake ist selbstverständlich kein See, wie der Name suggeriert, sondern ein Springbrunnen mit tausend Fontänen und sechseinhalb tausend Lichtquellen sowie fünfzig Projektoren, um das Spektakel auch nachts sehenswert zu machen. Las Vegas war eben gestern. Man beachte die Spielregeln Der Vergleich mit der amerikanischen Glitzermetropole Las Vegas drängt sich ohnehin auf, denn alles scheint auf dem ersten Blick am Golf möglich. Die Vereinigten Arabischen Emirate gelten als sehr liberal – aber nur verglichen mit Nachbarn wie Saudi Arabien und dem Iran, von dem man nur durch ein paar Seemeilen Golf getrennt ist. Selbst in Einkaufszentren wird um »respektvolle« Kleidung ersucht. Sprich: Knie und Schultern sollten bedeckt sein, tiefe Ausschnitte sind ebenso verpönt wie eng anliegende Kleidung oder gar bauchfreie Teile. Auch transparente Stoffe sind nur solange in Ordnung, wie sie keine bloße Haut zeigen. Auch bei der Bademode ist Zurückhaltung angesagt, was Freizügigkeit angeht. Sich in der Öffentlichkeit zu küssen oder auch nur Händchen zu halten wird sogar per Hinweisschild in den Malls verboten. Homosexualität gilt als Verbrechen und kann drakonisch bestraft werden. Der Jahre I00 Architektur und Bauen Beispielhäuser www.splietker.de Kleestr. 9 | Rheda-Wiedenbrück 05242 93770 | info@splietker.de INDUSTRIEBAU LÄRMSCHUTZ FASSADEN Wir geben Beton 1.000 Gesichter: · jahrzehntelange Erfahrung · vielfältigste Gestaltungsmöglichkeiten bei Farben und Formen · auf Wunsch alles aus einer Hand, vom individuellen Entwurf bis zur schlüsselfertigen Übergabe · termingerechte Koordination · hohe Qualität bei Material und Ausführung www.eudur.de EUDUR-Bau GmbH & Co. KG Alte Ziegelei 1 33442 Herzebrock-Clarholz Telefon 0 52 45 / 84 19 - 0 www.eudur.de | info@eudur.de

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