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Das Stadtgespräch Oktober 2017

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58 Das

58 Das Stadtgespräch Girls just wanna have fun. Die berühmte Milchbar die vielen Selbstversorger in den Ferienwohnungen staunen über das üppige Angebot. Sehnsucht nach der Sandinsel? Doch warum zieht es so viele nach Norderney, wenn Sonne und baden nicht mehr angesagt sind? Wobei ohnehin nur im Juni, Juli und August überhaupt die Chance besteht, dass die Wassertemperatur wenige Grade über 18 Grad liegt, ansonsten reden wir eher von 15 Grad und kälter! So richtig weiß das wohl niemand, aber Heinrich Heine hat 1826 auf den Punkt gebracht, was wohl noch heute gilt. Über die Einheimischen schreibt er, dass sie zwar auf ihren Schiffen sogar in jene südlichen Ländern gekommen sind, wo die Sonne blühender und der Mond romantischer leuchtet. Doch können alle Blumen dort nicht »den Leck ihres Herzens stopfen, und mitten in der duftigen Heimat des Frühlings sehnen sie sich wieder zurück nach ihrer Sandinsel, nach ihren kleinen Hütten, nach dem flackernden Herde, wo die Ihrigen, wohlverwahrt in wollenen Jacken, herumkauern, und einen Tee trinken, der sich von gekochtem Seewasser nur durch den Namen unterscheidet, und eine Sprache schwatzen, wovon kaum begreiflich scheint, wie es ihnen selber möglich ist, sie zu verstehen«. Und es scheint, dass es denjenigen, die einmal die Insel besucht haben, auch nicht besser geht, denn die Quote derjenigen, die wiederkommen, ist beeindruckend hoch! Was ist alles sehenswert? Dabei gibt es natürlich auch ein paar Sehenswürdigkeiten. Da ist zunächst einmal das schon erwähnte Conversationshaus, in dem früher vor allem alles, was Rang und Namen hatte, verkehrte. Entsprechend macht der anliegende Kurplatz dem Klassizismus alle Ehre. Seit König Georg V. von Hannover Norderney ab 1851 zu seiner Sommerresidenz machte, war es der Hotspot des 19. Jahrhunderts. Königin Marie findet sich noch heute in der sogenannten Marienhöhe verewigt, die ein Pavillon krönt. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal ist ein am Sedantag, den 2. September 1899 eingeweihter und aus 75 Steinen bestehender 13 Meter hoher Obelisk. Der soll an die Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 erinnern, daher wurden auch die Steine von 61 deutschen Städten, Reichsstädten und Provinzen gestiftet. Heutige Touristen steuern aber vor allem die Strand-Promenade an, an der die Milchbar liegt. Das ist der, in Neudeutsch ausgedrückt, »place to be«. Die meisten Gäste trinken wohl eher keine Milch, wenn sie die fantastische Aussicht genießen, die auch bei Schietwetter beim 270-Grad-Panorama hinter Glas zu genießen ist. Und auch den Prachtbauten aus den verschiedenen Zeitaltern, vor allem dem 19. Jahrhundert, kann man beim Promenadenbummel bewundern. Manche sind Privathäuser, die meisten beherbergen jedoch heute wie damals Gäste. Ja und dann ist da natürlich die stets frische Luft, das Meer in seiner ganzen unberechenbaren Pracht und der weite Himmel. Und wem das nicht reicht, für den gibt es zum Beispiel das »ahoi Norderney«, in dem man auf über 300 Seiten alles zum Essen, Kaufen, Quartier und Freizeit findet. Und bei alldem trifft der frühere Spitzname von Norderney, nämlich Nordernepp, nicht mehr zu, denn das Preis-Leistungsverhältnis ist für einen angesagten Seeort vollkommen in Ordnung.

59 Das Jubiläumshaus vor der Sanierung 300 JAHRE AM GROSSEN WALL Annemarie Köpp und Siegfried Gahler feierten den Geburtstag (Kem) Die Nachbarn und Freunde des Ehepaares waren kürzlich seiner Einladung gefolgt, um mit ihm auf das seltene Hausjubiläum anzustoßen. Dieses wurde nämlich genau vor 300 Jahren errichtet. Die Inschrift über den Hauseingang am Großen Wall 50 beginnt mit dem Bibelspruch Salomons, Kapitel 11, Vers 20: »Der Herr hat Greuel an den verkehrten Herzen, und Wohlgefallen an den Frommen« und endet mit dem Richtfestdatum 19. August 1717. Die Gäste der Jubiläumsfeier nutzten die Einladung für nette Gespräche und um sich über die Geschichte des Hauses und die daran durchgeführten Sanierungsarbeiten zu informieren. Annemarie Köpp und Siegfried Gahler hatten das denkmalgeschützte Vierständerhaus mit Galerie und Treppe in einer Durchgangsdiele in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre erworben. Es gehörte noch zu den Objekten in der Rhedaer Altstadt, deren Fassade von Vorbesitzern verbrettert und verputzt worden ist. Mit eigenen Händen Schnell war den neuen Eigentümern klar, dass das Sanierungs- Projekt für sie eine Herzensangelegenheit würde. Unterstützung fanden sie in der Nachbarschaft, beispielsweise bei der Freilegung des Türbalkens durch Dieter Gart- BESUCHEN SIE UNSERE AUSSTELLUNG Die Nachbarn und Freunde feiern mit Annemarie Köpp und Siegfried Gahler den 300. Geburtstag ihres Hauses. hoff. Bei schwierigen Detailarbeiten verpflichteten sie Handwerker. 1996 gingen die Arbeiten los. Das Ehepaar ließ das zugemauerte Eingangstor und die Gefache im Erdgeschoss freilegen, die Verbretterung am Giebel und den alten Fußboden entfernen und diesen tiefer legen, die Leitungen für eine Fußbodenheizung verlegen und an den Wänden eine Isolierung anbringen. Der ab und zu hereinschauende Vorbesitzer hatte ihnen erzählt, dass die Außenwände vor den energetischen Arbeiten im Winter immer Eisblumen trugen. Es war drinnen genau so kalt wie vor dem Haus, berichtete er. Eine besondere Herausforderung stellte die Entfernung der Decke dar. Sie enthielt in den Zwischenräumen als Wärmedämmung »Kaff« (gedroschenes Getreide) und Tannen- oder Kiefernnadeln. Der Staub und Dreck der jahrhundertealten muffigen Stoffe ließ das Ehepaar bei den Aufräumarbeiten tagelang wie einen Schornsteinfeger aussehen. Zum Glück brauchte es nur wenige Balken des Ständerwerks im Erdgeschoss austauschen lassen. Im Dach- und Zwischengeschoss waren diese Arbeiten überhaupt nicht erforderlich. Die in der Diele freigelegten Nackenriegel zu den angrenzenden Räumen der Diele erinnern an die Zeit, als frühere Generationen in dem Haus noch Vieh gehalten haben. Nach zwei Jahren konnten Annemarie Köpp und Siegfried Gahler die Sanierungsarbeiten abschließen. Heute ist von dem ursprünglichen Zustand nichts mehr zu sehen. Nur ein Bilderalbum erinnert noch an die vielen Umbauten. Das Ehepaar genießt es, in dem sehr alten Gebäude nach heutigen Wohnbedürfnissen leben zu können. Es hat damit seinen Traum verwirklicht, etwas selber fertig zu machen und zu sehen, wie schön es dann wird. »Aber noch einmal möchten wir solch eine Arbeit nicht auf uns nehmen«, gestehen sie. Die nicht enden Mo - Do: 8 - 17 Uhr I Fr : 8 - 16 Uhr BERATUNG I AUFMASS I MONTAGE Tel. 05248/80090 Fax 05248/80091 Mail: info@dreve-bauelemente.de www.dreve-bauelemente.de wollenden Eigenleistungen nach Feierabend sowie an Sonn- und Feiertagen und im Urlaub hatten es bis an die Grenzen der Belastbarkeit geführt. Hausgeschichte Das Haus trug früher als Anschrift »Rosenstraße 19«. Das Grundstück lag ursprünglich direkt hinter dem Stadtgraben, der Mauer und dem Wall, recherchierte der Hausforscher Laurenz Sandmann aus Warendorf 1997. Es wurde erstmalig 1616 bebaut. Nach mehreren Leinewebern und einem Zigarrenmacher wohnten 1666 in dem Haus der Hochgräfliche Borggrefe und Wachmeister Heinrich zum Stroth. Seit ca. 1715 befand sich der Hausplatz im Besitz der Familie Niemann. 1717 errichteten die Wwe. Anna Christina und ihr Sohn Johann Adolf das heute noch stehende Gebäude, das seit den Sanierungsarbeiten von Annemarie Köpp und Siegfried Gahler wieder im ursprünglichen Glanz erstrahlt. Türen fürs Leben... Dreve-Bauelemente Inh. Wolfgang Druffel e.K. Bentelerstraße 9 33449 Langenberg

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