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Das Stadtgespräch Oktober 2017

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48 Das

48 Das Stadtgespräch Dr. Hugo empfiehlt Ist das Popcorn von der Herbstkirmes shon wieder alle? Dann macht doch einfach mit Mama und Papa ganz schnell euer eigenes! Bastelt lustige Blättermännchenbilder und löst mein Herbsträtsel. Euer Dr. Hugo Ihr braucht: • 70 g Popcorn-Mais • 1 EL Öl 1 2 Erhitzt das Öl und den Popcorn-Mais in einer großen Pfanne. Sobald der Mais anfängt zu poppen, schließt ihr die Pfanne mit einem Deckel. Lasst das Popcorn vier bis fünf Minuten lang bei kleiner Hitze »hüpfen«. Rüttelt immer wieder an der Pfanne, damit das Popcorn nicht anbrennt. 3 Wenn keine Plopp- Geräusche mehr zu hören sind, nehmt ihr die Ihr braucht: • Gepresste Blätter • Schwarzen Filzstift • Wackelaugen • Tonkarton 1 Klebt auf die Blätter jeweils ein Augenpaar. Malt mit dem Filzstift Pfanne vom Herd und gebt das Popcorn in eine Schüssel. Ihr braucht: • 3 EL Butter • 3 EL Honig • 1 Prise Salz • 50 g gehackte Mandeln 1 Erhitzt die Butter in einer großen Pfanne und lasst sie schmelzen. Gebt den Honig und das Salz hinzu. Gut verrühren. Mischt dann zügig die Mandeln 2 unter. Nehmt die Pfanne vom Herd, gebt das Popcorn in die Pfanne noch einen Mund und eine Nase dazu. 2 Klebt die »Blättermännchen« auf ein Stück Tonkarton. Jetzt könnt ihr, wenn ihr wollt, noch Arme und Beine und was euch sonst noch einfällt, dazumalen oder aus Tonkarton ausschneiden und dazukleben. und wendet es in der Mandel-Honig- Masse. Lasst es auf Backpapier trocknen und brecht es anschließend grob auseinander. Ihr braucht: • 3 EL Butter • 3 EL Ahornsirup • 1 EL Milch • 50 g braunen Zucker • 60 g gehackte Mandeln • 60 g Raspel- Schokolade 1 Erhitzt Butter, Zucker, Sirup und Milch in einer großen Pfanne. Gut verrühren. Lasst das Gemisch ohne zu rühren etwa zwei Minuten lang köcheln. 2 Nehmt die Pfanne vom Herd, mischt die Schokolade unter und lasst sie schmelzen, bis die Masse glatt ist. Gebt das Popcorn in die Pfanne und wälzt es darin, bis es gleichmäßig mit Schokolade überzogen ist. 3 Breitet es auf Backpapier aus und lasst die Schokolade fest werden. 5 1 2 3 2 3 1 4 6 4 5 6 Lösung: Lösungen der Rätsel S. 52

49 REDENSARTEN AUF DEN GRUND GEGANGEN Leviten lesen oder Standpauke halten? Schon im alten Ägypten wurden Leviten gelesen. Wenn eine Fußballmannschaft aus Motivationsgründen schlecht gespielt hat, steht montags gerne in der Zeitung, dass der Trainer dem Team eine Standpauke gehalten oder den Spielern die Leviten gelesen hat. Beides bedeutet ja soviel wie eindeutiges Missfallen äußern, um eine Umkehr im Verhalten zu bewirken. Soweit alles klar, aber was soll das eigentlich wörtlich heißen. Wieso Pauke? Und was sind Leviten? Nun, kommen wir also unserem selbst gewählten Bildungsauftrag nach und gehen den Redewendungen auf den Grund. Ein Großteil unserer Redewendungen gehen ja auf Goethe (Gretchenfrage), auf Shakespeare (faul im Staate Dänemark) oder auch auf bäuerliches Leben zurück, letzteres zum Beispiel beim Löffel abgeben. Nur der Haushaltsvorstand auf dem Hof hatte einen silbernen Löffel und der einzige Grund, den Löffel abzugeben war der Tod, das ist schon klar. Doch aus diesen Bereichen kommen die oben genannten Redewendungen nicht. Der nächste zu vermutende Fundort wäre dann natürlich die Bibel, und die liefert dann auch den ersten Treffer. Das dritte Buch Moses, auch Levitikus genannt, beinhaltet unter anderem die Verhaltensmaßregeln für die nach ihrem Stammvater Levi genannten Priester des jüdischen Glaubens. Und das Alte Testament wäre nicht das Alte Testament, wenn es nicht auch noch aufzeigen würde, was passiert, wenn man die Regeln nicht einhält. Das Kapitel 26 lässt dann keine Zweifel aufkommen: »Werdet ihr aber mir nicht gehorchen /…/ so will ich euch solches tun: Ich will euch heimsuchen mit Schrecken, Schwulst und Fieber, daß eure Angesichte verfallen und der Leib verschmachtet«. Das sind doch mal klare Worte: Schrecken, Schwulst und Fieber! Doch nicht allein im alten Ägypten drohten die entsprechenden Strafen. Die Benediktiner ermahnten im frühen Mittelalter vor allem ihre jungen und aufmüpfigen Ordensbrüder in ihren Andachts- und Bußübungen, indem sie das dritte Buch Moses zitieren. Und mit Religion, nicht mit Musik hat auch die Standpauke zu tun. Das mittelhochdeutsche Verb puken (langes u gesprochen) bedeutete ursprünglich schlagen, seit dem 18. Jahrhundert war es ein Synonym für predigen. Das geht wohl darauf zurück, dass die Geistlichen in ihren Predigten häufig auf die Kanzel schlugen, um ihren Worten noch mehr Nachdruck zu verleihen. Aber auch das Lernen vor Prüfungen und später auch das Üben der schlagenden Studentenbewegungen wurde pauken genannt (den Paukboden gibt es heute noch). Der Begriff Pauker für Lehrer hat sich offenbar im 19. Jahrhundert etabliert, zuvor waren die Lehrer ja ohnehin so gut wie immer Geistliche. Eine Standpauke war ab dieser Zeit eine Zurechtweisung durch eine Lehrperson, bei der die Gescholtenen zu stehen hatten. Interessant finde ich noch, dass es in anderen Sprachen offenbar weder das Levitenlesen noch die Standpauke gibt (zumindest konnte ich nichts dazu finden). Im Englischen sind wir bei einem ähnlichen Ausdruck aber noch immer bei der Religion. Im Englischen sagt man »rake someone over the coals« oder auch »drag someone over the coals«. Dieser Ausdruck ist schon für die Mitte des 16. Jahrhunderts belegt und geht auf die Technik zurück, wie man mit Ketzern umgegangen ist. Die hat man nämlich über die – natürlich brennenden – Kohlen gezogen, um eine Meinungsänderung zu bewirken. Im Französischen ist das gehörigdie-Meinung-Sagen dagegen etwas milderen Ursprungs. Passer un savon à quelqu‘un heißt in etwa jemanden ein Stück Seife reichen. Dazu muss man wissen, dass früher natürlich in Frankreich wie bei uns auch gemeinsam die Wäsche im Dorf gewaschen wurde. Das war zwar super anstrengend, aber reine Frauensache. Und mit der Waschseife reichten die Frauen auch gerne Klatsch weiter oder sagten ihrer Nachbarin gehörig die Meinung. Na, immerhin drohten sie nicht mit Schrecken, Schwulst und Fieber!

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