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Das Stadtgespräch Oktober 2016

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56 Das

56 Das Stadtgespräch DR. PHIL. TORSTEN ZIEBERTZ DR. PHIL. TORSTEN ZIEBERTZ Der Umgang mit Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten Feiern im Abrahams Wir bieten ein außergewöhn liches Ambiente für Ihre Hochzeit, Familienfeier oder Betriebsfest für bis zu 200 Personen. Rufen Sie uns unverbindlich an. Mediterranes Restaurant Di. – So. ab 18:00 Uhr Montags geschlossen – In Rheda direkt am Bahnhof Bahnhofstrasse 4 33378 Rheda-Wiedenbrück – www.lars-abraham.de Tel.: 0 52 42/96 800-80 Badgestaltung mit Glas aus Meisterhand: Duschwände Spiegel Glastüren Systempartner Bei Goldkuhle finden Sie durchdachte Lösungen aus Glas für Architektur und Interieur. SÜDRING 125 33378 RHEDA-WIEDENBRÜCK TEL.: 05242 93070 WWW.GOLDKUHLE-GLAS.DE Im Rahmen einer Fortbildung für das Jugendamt Rheda-Wiedenbrück, erklärte Dr. phil. Torsten Ziebertz vom Ziebertz-Institut für berufliche Weiterbildung, wie sich Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern – gerade Pflegekindern – äußern können und welcher »gute Sinn« hinter diesen steckt. Verhaltensauffälligkeiten können viele Formen annehmen. Als Beispiele gelten: Respektlosigkeit, Essstörungen, Schul- und Leistungsverweigerungen oder ein aggressives Verhalten. Eine Verhaltensstörung wird zunächst als ein »abweichendes Verhalten« definiert, welches den Betroffenen einschränkt und seine Interaktion mit seiner Umgebung negativ beeinflusst. Kein Kind ist »böse« Ziebertz erklärte, dass kein Kind von Grund auf »böse« sei, sondern es sich immer in einer seelischen Not befände, wenn es sich anders als gedacht verhält. Wichtig bei dem Umgang mit Kindern, die sich gerade nicht so verhalten, wie man es als Elternteil gerne hätte, ist die Bewertung der Situation, aus welcher dann ein Gefühl entsteht. Aus diesem Gefühl entwickelt sich dann das Verhalten gegenüber dem Kind. Hat man also die Situation vorliegen, dass das Kind morgens in die Küche kommt und einen »blöden Spruch« loslässt, so bewertet man dies meist negativ und ein Gefühl des Ärgers entsteht. Durch diesen Ärger beeinflusst, entsteht das Verhalten sich zu monieren, dem Kind mit »Meckern« zu begegnen. Ziebertz Rat: Es muss eine Änderung bei der Bewertung erfolgen. Sagen wir uns also, dass unser Kind uns eben einen guten Morgen gewünscht hat (eben auf seine Art), dann entsteht bei uns ein anderes Gefühl, eben keine Wut und keinen Ärger und unser Verhalten kann dahingehend verändert werden, dass wir sagen: »Ja, dir auch einen schönen guten Morgen«. Objektive Wahrnehmung nicht möglich Eine Verhaltensauffälligkeit braucht also zunächst einmal einen Beobachter, der das Ganze dann auch wertet und einschätzt. Gar nicht mal so einfach, denn: Eine objektive Wahrnehmung der Realität ist gar nicht möglich. Während wir also eine Verhaltensauffälligkeit sehen und uns darüber mit anderen Menschen unterhalten, kann es sein, dass uns jemand begegnet, der sagt: »Das ist doch ganz normal, das war bei uns auch so«. Da wir selbst unsere Erfahrungen gemacht haben und unsere Umwelt dementsprechend unterschiedlich wahrnehmen, können wir diese nur subjektiv beurteilen. Wichtig aber ist, so Ziebert, dass wir immer nur das Verhalten des Kindes beurteilen – niemals seine Person. Wir können also sagen: »Das, was du da gemacht hast, war blöd«, aber niemals »Du bist blöd«. Dieser sprachlich recht feine Unterschied kann sich enorm auf die Psyche des Kindes auswirken und während wir ein bestimmtes Verhalten negativ bewerten können, dürfen und auch müssen, sollte eine Bewertung der Person an sich vermieden werden. Demnach darf also auch ein Verhalten konsequent sanktioniert werden, die Person an sich jedoch nicht. Zu beachten ist außerdem die sogenannte Komplettierungsdynamik: Nur, weil das Kind meistens so handelt, muss es jetzt nicht so handeln. Vorsicht ist also auch geboten, wenn es um voreilige Reaktionen geht. Dr. phil. Torsten Ziebertz erklärt, inwiefern sich Verhaltensauffälligkeiten äußern können Verhaltensweisen haben einen Grund Wichtig ist, zu verstehen, dass jedes Verhalten eine Logik und einen Sinn für den Betroffenen hat, auch wenn dieser nicht direkt offensichtlich ist. Ängste, hohe Belastungen oder Bindungsstörungen können Gründe für Verhaltensauffälligkeiten sein – auch, wenn diese in der Vergangenheit ihren Ursprung fanden. Grenzen müssen zwar gesetzt werden, doch beinhaltet dies nicht, dass man von der Elternseite aus aggressiv oder passiv sein sollte. Auch sollte man nicht sinnlos bestrafen und wenn, dann so, dass sich die angemessene Sanktion direkt auf das Vergehen bezieht, für das Kind berechenbar, und vorher angesagt ist. Wissenswert zudem: Eine Verhaltensstörung ist ein Verhalten, das von den zeit- und kulturspezifischen Normen abweicht. Während wir es in unserer westlichen Region als eine Art der Höflichkeit betrachten, wenn wir bei direkten Gesprächen den Blickkontakt aufnehmen, so wird dieses Verhalten in z.B. arabischen Ländern als »frech« bezeichnet, weil man hier gerade als Kind gegenüber Autoritätspersonen den Kopf eher gesenkt hält und den direkten Blick in die Augen des Gegenübers meidet. Torsten Ziebertz, selbst dreifacher Vater, rät zu einer autoritativen Erziehung, bei welcher allerdings kein Liebes- oder Aufmerksamkeitsentzug entstehen sollte.

57 »UNTERWEGS IN DEUTSCHLAND – WORAUF MUSS ICH ACHTEN« Flüchtlingen Verkehrsregeln erklärt Norbert Fischer von der Verkehrswacht Gütersloh besuchte zahlreiche Kommunen im Kreis, um den Flüchtlingen die notwendige n Verkehrsregeln näher zu bringen. Im St. Viter Gemeindehaus kamen 20 Männer und Frauen und auch einige Kinder zusammen, die überwiegend in der neuen Unterkunft Am Lattenbusch frisch eingezogen sind. Dank der Unterstützung zahlreicher Paten, haben fast alle Bewohner dort ein Fahrrad bekommen, doch für viele von ihnen ist Radfahren etwas völlig Neues. Froh darüber, überhaupt erst einmal dieses Fortbewegungsmittel zu beherrschen, waren nun die Verkehrsregeln dran, denn sie fahren täglich in die Stadt, um ihre Einkäufe zu erledigen. Fischer erklärte, was Einbahnstraßen sind, welchen Radweg sie benutzen müssen, wenn beidseitig welche vorhanden sind. Er erklärte die wichtigsten Straßenschilder und die Ampelregelung in Deutschland. Dann stellte er ein perfekt ausgestattetes Fahrrad vor und ging insbesondere auf Beleuchtung, Bremsen und Reflektoren ein. Der achtjährige Lawand stellte stolz sein eigenes Rad vor, an dem alles funktionierte. Er fährt auch immer mit Helm – dafür gab es ein dickes Der achtjährige Lawand stellte sein Rad vor. Norbert Fischer erklärte, was an einem Fahrrad in Deutschland wichtig ist. Lob von Norbert Fischer. Zum Abschluss gab es für alle Teilnehmer noch eine kleine Informationsbroschüre auf Deutsch, Englisch und Arabisch, damit das Erlernte noch einmal nachgelesen werden kann. Fischer kam auf Einladung der Stadt und wurde von Anna Südkamp vom Team Sozialarbeit begrüßt. Preisgeld für aktiven Umweltschutz Die Stadt Rheda-Wiedenbrück vergibt einen Umweltpreis für besondere Leistungen zur Erhaltung natürlicher oder Verbesserung ungünstiger Umweltbedingungen. Das Preisgeld von 2.500 € stiftet RWE International SE. Kindergärten, Schulen, Einzelpersonen, Vereine und Gewerbebetriebe können teilnehmen. Bewerbungen mit kurzer Beschreibung, evtl. Fotos, Skizzen oder Belegen bis 15. Oktober an den Fachbereich Öffentliche Sicherheit, Ordnung, Recht und Umwelt, Rathausplatz 13, 33378 Rheda-Wiedenbrück. Details: Umweltberaterin Dorothee Kohlen, 05242-963-234, umwelt@rh-wd.de

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