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Das Stadtgespräch Oktober 2016

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46 Das

46 Das Stadtgespräch Der Gullfoss ist vielleicht der bekannteste Wasserfall Islands. ISLAND TEIL 1 ISLAND TEIL 1 Reise ins Land der Wikinger Als ich im Januar dieses Jahres die Flüge nach Reykjavik gebucht habe, hatte ich den Eindruck, dass Island für jeden aus meinem Bekanntenkreis ein weißer Fleck auf der persönlichen Landkarte war. Mir ging’s genauso, daher wollte ich dahin. Doch plötzlich, wenige Monate später, ist Island in aller Munde. Schon macht das scherzhafte Wort vom Mallorca des Nordens die Runde, doch warum das überhaupt nicht passt, darum soll es unter anderem in diesem Bericht gehen. Die größte Werbung für das kleine Land hat natürlich die isländische Fußballnationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Frankreich im vergangenen Sommer abgeliefert. Viele Zuschauer sind offenbar neugierig geworden auf dieses Volk, den Fußballzwerg, der Giganten wie Holland aus der Qualifikation geworfen hat und England aus dem Turnier. Und das alles offenbar nur mit der Entschlossenheit der Erben der Wikinger. Dabei ist schon das »Klein« relativ zusehen. Denn die Landfläche Islands entspricht der Fläche der Niederlande, Belgiens, Luxemburgs und der von NRW zusammengenommen. Doch während rund 44 Millionen Menschen in diesem Gebiet leben, sind es in Island so viele wie in Bielefeld, nämlich rund 330.000 Einwohner oder 3,2 pro Quadratkilometer. Zieht man davon noch die 120.000 Einwohner von Reykjavik ab, der Hauptstadt oder einzigen Stadt, die diese Namen verdient, dann kann man sich vorstellen, wie es im übrigen Land aussieht. Oder eben nicht, was zusätzlich zum Wunsch, die Erben der Wikinger zu besuchen, ein weiterer Grund wäre, die Insel im Nordmeer zu besuchen. Mallorca des Nordens? Kommen wir noch einmal auf den Mallorca-Spruch zurück – knallende Sonne, Strände mit Meerestemperaturen fast im Badewasser-Bereich und billiger Alkohol – das sind genau die Dinge, die man auf keinen Fall auf Island bekommt. Etwas klarer wird das, wenn man sich auf der Landkarte anschaut, wo das Land liegt, das im Rekordjahr 2016 schätzungsweise 1,5 Millionen haben wird. Auf Mallorca, das rund 29 Mal

47 Entspannen bei 38 Grad Wassertemperatur kleiner ist, sind allein im Juli 1,8 Million Besucher gewesen. Und während Nordafrika nicht so weit von Mallorca entfernt liegt, sind es bis Grönland von Island aus nur noch rund 300 Kilometer. Der Nordatlantik ist dabei noch das warme Gewässer, das Nordmeer ist kälter, und wenn es heißt, der Irmingerstrom an der Südküste sei warm, dann gilt das in Relation zu den anderen Gewässern, denn die Temperatur dieser Meereströmung liegt bei fünf Grad. In besonders warmen Sommern kommt es schon mal zu erheblich wärmeren Wassertemperaturen. Die liegen dann bei neun Grad. Die Außentemperaturen sind natürlich im Sommer deutlich darüber, denn sie erreichen oftmals den zweistelligen Bereich. 11, 12 oder gar 13 Grad sind keine Seltenheit. Gut, es kann auch schon mal kälter sein, aber an einem Tag unserer Reise im Juli kletterten die Temperaturen für fast eine Stunde auf 19 Grad. Das gilt den Isländern aber dann schon als Hitzewelle! Bleibt noch das Thema Alkohol. Von einer Kegeltour nach Island würde ich dringend abraten. Für ein kleines Bier in einer Pizzeria in der Hauptstadt habe ich zehn Euro bezahlt und entsprechend langsam und andächtig getrunken (war übrigens lecker). Wenn man mit dem Auto unterwegs ist, dann empfiehlt sich ohnehin die völlige Abstinenz, denn die Promillegrenze liegt bei 0,0. Die Preise sind sowieso ein Kapitel für sich. In besagter Pizzeria, netter Laden aber nichts Besonderes, kostete die Pizza Margarita (Pizza also ohne alles) umgerechnet 25 Euro. Fischgerichte schlagen dann auch gerne mal ab 45 Euro pro Portion zu Buche, ohne Getränk, versteht sich. Entsprechend teuer ist auch alles andere, selbst im Supermarkt. Die einzigen Touristen, die nicht über die Preise gestöhnt haben, waren Schweizer und Norweger. »Wie bei uns«, hieß deren Kommentar. Wie hinkommen – wie rumkommen? Stellt sich natürlich die Frage, warum man nach Island fahren sollte, wenn es doch so kalt und teuer ist. Meine Antwort lautet: Weil die Insel der Wahnsinn ist! Landschaftlich haut es einen um und wer sich von Natur pur beeindrucken lässt, der ist hier genau richtig. Selbst Kanadier, deren Land keinen Mangel an Größe und Weite leidet, sind von den diversen Naturschauspielen der Insel aus Feuer und Eis beeindruckt. Für die kommt dann noch dazu, dass sie ein Stück Europa zu sehen bekommen, das für sie gar nicht weit weg ist, will heißen, nur wenige Flugstunden. Und auch von uns aus ist der Inselstaat, der seit 1944 von Dänemark unabhängig ist, in nur gut drei Stunden Flugzeit von Düsseldorf zu erreichen. Zum günstigen Kurs und als Non-Stop-Flug bieten sowohl Eurowings als auch der isländische Billigflieger Wow-Air (Gepäck extra buchen!) die Strecke nach Reykjavik mehrmals die Woche an. Genauer gesagt geht es nicht nach Reykjavik, sondern zum internationalen Flughafen von Keflavik. Wieso das wichtig ist, durfte ich persönlich herausfinden, als ich auf meinem Voucher für den Mietwagen (natürlich auch teuer: ein knapper Hunderter für einen Renault Megan) las: Übernahmestation Airport Reykjavik Domestic. Erst dann bin ich auf die Idee gekommen zu recherchieren. Denn in der Tat gibt es zwei Flugplätze in Islands Hauptstadt, der eine in Stadtnähe, der heutzutage aber nur für Inlandsflüge und Flüge nach Grönland und auf die

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