Aufrufe
vor 4 Jahren

Das Stadtgespräch Oktober 2016

  • Text
  • Oktober
  • Stadt
  • Rheda
  • Kinder
  • Menschen
  • Haus
  • Herbstkirmes
  • Zeit
  • Eltern
  • Beiden

10 Das

10 Das Stadtgespräch SELBER MACHEN SELBER MACHEN Eigene »Wohnbau GmbH« für RHWD? BIS ZUM 15. OKTOBER Rektoratsstraße 36 33378 Rheda-Wiedenbrück Das Haus der guten Küche Angebote im Oktober Hirschgulasch an Bauernspätzle mit Pfifferlingen und Steinpilzen, dazu Preißelbeerbirne und bunter Salatteller € 15,80 Schweinerückensteak „Flämischer Art“ mit gedünsteten Apfelscheiben an Preiselbeerpfeffersoße dazu Kroketten und bunter Salatteller € 13,20 Montags und Dienstags Ruhetag Rheda-Wiedenbrück | Herzebrocker Str. 162 Tel: 05242 - 42 434 Politik hat mehr mit Kreativität zu tun, als wir Normalbürger gemeinhin mitkriegen. Das merkt man zum Beispiel an der Vielzahl von Steuervarianten, die uns den größten Teil unseres Einkommens vom Konto holt. In Rheda- Wiedenbrück wird zurzeit eine weitere Idee diskutiert, wie man die Stadtkasse füllen soll, und zwar durch Aktivitäten auf dem Immobiliensektor. Die ins Spiel gebrachte »Spekulation« lautet: Wie viel springt raus, wenn wir eine eigene Wohnungsbaugesellschaft gründen? Seit Generationen wird in unserer Stadt gebaut, immerhin gibt es mehrere zehntausend Wohnungen. Warum jetzt dieser Vorstoß? Die Idee einer städtischen Wohnbau GmbH bezieht sich auf den sozialen Wohnungsbau, also 3-4-Zimmer für »sozial Schwache«. Brauchen wir speziell dafür eine städtische Wohnungsbaugesellschaft? Bestandsaufnahme Sozialen Wohungsbau gibt es in Rheda-Wiedenbrück schon seit 1953. Damals wurde die »Kreisheimstätte Wiedenbrück GmbH« gegründet. Der Zweck: den Menschen aus den vielen provisorischen Übergangsheimen der Nachkriegsjahre besseren Wohnraum zu bieten. 2003 wurde das Unternehmen in »KHW Kommunale Haus und Wohnen GmbH« umbenannt, vermutlich weil der zu diesem Zeitpunkt schon eher altmodisch anmutende Begriff »Heimstätte« inzwischen eher unangenehme Assoziationen an »Heim« weckte. Die KHW ist in den Orten des früheren Kreises Wiedenbrück aktiv. Sie besitzt mehr als 1.000 Wohnungen, fast die Hälfte davon – nämlich rund 490 Wohneinheiten – steht in Rheda-Wiedenbrück. Der Rest verteilt sich auf Gütersloh, Rietberg, Verl, Schloss Holte-Stukenbrock, Langenberg und Herzebrock-Clarholz. Die Wohnungen seien gut in Schuss, ist zu hören, die meisten Mieter sind zufrieden. Die Beteiligung der Stadt, gehalten von der Flora-Westfalica, wirft sogar eine Rendite ab! Doch es gibt Kritik: Politische Stimmen in unserer Stadt werfen der KHW, angesichts des tatsächlichen Bedarfs an Sozialwohnungen, eine viel zu geringe Bautätigkeit vor. In Zeiten wie diesen, in denen Wohnraum knapp und teuer ist, und zusätzlich Flüchtlinge auf den Wohnungsmarkt drängen, müsse mehr gebaut werden als bisher. Diesen Vorwurf lässt Geschäftsführer Tobias Schirmer nicht gelten: »Wir könnten fünf bis sechs Neubauten mit 50-80 Wohnungen pro Jahr umsetzen. Das geht aber nicht, weil hohe Auflagen und Grundstückspreise uns zu schaffen machen«. Da wird seinerseits Kritik laut an der Stadtverwaltung. Die begrenze bei Neubauprojekten die Anzahl der Wohneinheiten, fordere eine große Zahl an Parkplätzen oder gar Tiefgaragen und mache mit diesen Ansprüchen Pläne zunichte, die in Rheda Wiedenbrück durchaus umgesetzt werden und so für mehr preiswerten Wohnraum sorgen könnten. Er steht mit seiner Kritik nicht allein. Auch in Kreisen von Investoren- und Architekten wird auf eine lähmende Bürokratie im Rathaus verwiesen. Doch im Stadtgespräch zitieren lassen, will man sich lieber nicht. So groß ist die Sorge um die weitere Zusammenarbeit mit »der Stadt«. Könnte eine städtische Wohnungsbaugesellschaft solche Hemmnisse etwa leichter aus dem Weg räumen und hätte weniger Probleme mit der Bürokratie? Oder würde es sich aus anderen Gründen auszahlen, das gut funktionierende System KHW

11 preiswerte Wohnungen: Mergelstraße Rheda in Zukunft nicht zu nutzen und stattdessen Baumaßnahmen in Zukunft selbst in die städtische Hand zu nehmen? Dafür spricht: · Eine eigene Wohungsbaugesellschaft, die zu 100% der Stadt gehört, würde mehr Rendite abwerfen. Bisher bekommt die Stadt von der KHW-Rendite nur einen kleinen Teil. Die Gewinne muss sie sich mit den anderen Gesellschaftern, also Kreis Gütersloh (Ravensberger Heimstätten), Langenberg, Verl etc, teilen. Der Anteil von Rheda- Wiedenbrück beträgt nur 7,82 Prozent, entsprechend gering ist der Gewinnanteil. · Die Stadt könnte für ihre Pläne in Eigenregie und somit schneller Grundstücke für die Bebauung ausweisen. Zum Beispiel wenn sie ihr Vorkaufsrecht beim Verkauf von Immobilien nutzte. Dagegen spricht: · Die Stadt müsste selbst eine funktionierende Infrastruktur aufbauen. Qualifiziertes Personal für Planung, Umsetzung und Betreuung der eigenen Wohnungen müsste her. Natürlich könnte ein Teil der vorhandenen Mitarbeiter – zum Beispiel im Bau- und Sozialamt – für solche Aufgaben geschult werden, um Doppelarbeit zu vermeiden und intelligente Synergieeffekte zu schaffen. Dennoch würde zusätzliches Personal erforderlich. · Die hohen Grundstückspreise und möglicherweise außerdem die eigenen Auflagen würden auch einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft viele Projekte verhageln, weil bei Quadratmeterpreisen von mehr als 200 Euro der Wohnungsbau mit Mietpreisen bis zu 5,25 Euro pro Quadratmeter nicht zu refinanzieren ist. Ob die Stadt künftig mit einer »Wohnbau RHWD« an den Start geht, muss also gut überlegt werden. »Wir können es besser,« sagt Tobias Schirmer von der KHW. Die hat immerhin 60 Jahre Erfahrung in dieser Stadt und so manchen dicken Problembrocken an die Seite geräumt.

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

© 2020 lokalpioniere
Impressum / Datenschutz