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Das Stadtgespräch Oktober 2015

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Magazin für Rheda-Wiedenbrück

32 TIPPS

32 TIPPS Das Stadtgespräch DER JUGENDBUCHTIPP: KASS MORGAN Die 100 Die Jugend ist vielleicht mehr als jede andere Phase des Lebens die Zeit für alles oder nichts, für große Gefühle wie Liebe und Hass, Vertrauen und Verrat, Glückseligkeit und Grauen. All das bekommen die Leser von Kass Morgans Roman Die 100 (deutsche Erstausgabe, erschienen bei Heyne fliegt, 318 Seiten, 12,99 Euro) im Überfluss geboten. Durch einen gigantischen Atomkrieg wurde die Erdoberfläche komplett verstrahlt und unbewohnbar gemacht. Nur wenige Menschen konnten sich retten, indem sie ins All flüchteten. Dort leben ihre Nachkommen seitdem unter schwierigsten Bedingungen auf drei Raumschiffen. Wer gegen die autoritären Strukturen aufbegehrt (und welcher Teenager tut das nicht?), wird zum Tode verurteilt. 100 Jugendliche warten in ihren Zellen auf ihr Ende – doch dann wird ihnen ein Angebot gemacht, das sie nicht ablehnen können: Sie sollen auf den blauen Planeten zurückkehren. Niemand weiß, ob und wie lange man dort als Mensch mittlerweile überleben kann. Oder ob sich die Versuchskaninchen nicht gegenseitig umbringen. Aber sie alle ergreifen die Chance: die starke und idealistische Clarke, die einen Fehltritt in der Vergangenheit bitter bereut. Wells, der Sohn des mächtigen Kanzlers, der hofft, auf der Erde um seine große Liebe kämpfen zu können. Bellamy, der seine verurteilte Schwester retten will, koste es, was es wolle. Und 97 andere, von denen nicht einmal alle die Ankunft auf der Erde überstehen werden. Obwohl Kass Morgan die Rechte ihres Buches bereits vor der Veröffentlichung für die Serienverfilmung verkaufen konnte, Die 100 also schon mit Blick auf die Verfilmung verfasst wurde, ist das Lesen lohnenswerter als das Anschauen der Serie, die zur Zeit auf Pro 7 läuft. Es geht eben nichts über die eigene Vorstellungskraft! RHEDA-WIEDENBRÜCKER TEAM BEGEISTERT Von Europa nach Afrika geschwommen Vor drei Jahren waren die Rheda- Wiedenbrücker Markus Kampmeier, Michael Wenningkamp und Ralf Eickhoff sofort begeistert, als ihnen nach einem Langstreckenschwimmen in der Schweiz zwei Teilnehmer vom Abenteuer erzählten, die Straße von Gibraltar zu durchschwimmen. Allerdings war ein Start bei dem einzigen Anbieter erst 2015 möglich. Die Begeisterung war aber so groß, dass sie sich anmeldeten. 2014 schloss sich Manfred Groß den Dreien an. Nach einem mehrere hundert Kilometer reichenden Trainingspensum und Vorbereitungswettkämpfen war es am 23. August endlich soweit: Nach der Landung in Jerez und Weiterfahrt nach Tarifa trafen sich die vier Schwimmer mit dem Präsidenten der »Asociación de Cruce a Nado del Estrecho de Gibraltar« (ACNEG), Rafael Gutiérres Mesa. Von ihm erhielten sie die notwendigen Instruktionen, die für eine erfolgreiche Querung der bis zu 900 Meter tiefen Meerenge entscheidend sind und wurden von ihm auf vorhandene Gefahren hingewiesen wie z. B. starker Schiffsverkehr, Strömung, Wellengang, Wale u.a. Den Schwimmern wurde zur Querung ein Zeitfenster von

33 Nicht allzu weit von den vier Schwimmern passierten Frachter und Tanker die Meerenge. Markus Kampmeier, Ralf Eickhoff, Manfred Groß , Michael Wenningkamp einer Woche vorgegeben. Bei nicht optimalen Bedingungen hätten sie ohne Querung nach Hause reisen müssen. Schon am nächsten Tag kündigte der Organisator den Start für den 25. August an. Treffpunkt war 7.15 Uhr im Hafen von Tarifa, am südlichsten Punkt Europas, wo die aufgeregten Schwimmer in einem Boot zum Startpunkt gebracht wurden. An Bord gab es die letzten Instruktionen für den Ablauf. Die Schwimmer wurden über die Strömungsverhältnisse aufgeklärt und darüber, dass sie sich nicht weiter als 50 m voneinander entfernen durften. Das Führungsboot, welches in ständiger Kommunikation mit dem Schiffsverkehr stand, gab die Richtung vor, während ein zweites Boot für die Sicherheit und Verpflegung der Schwimmer sorgte. Als alle vier Schwimmer den Felsen in Tarifa berührten, erfolgte mit einem Pfiff der Start. Bis zur ersten Pause (angedacht nach einer Stunde bzw. 3,5 km) lagen bei 18 °C Wassertemperatur optimale Bedingungen vor. Aufgrund der starken Strömung durften die Pausen, bei denen Getränke und Verpflegung zugeworfen werden und das Boot nicht berührt werden darf, nicht länger als ca. 1 Minute dauern. Doch danach wurde die See unruhig und erste höhere Wellen kamen auf. Da Michael Wenningkamp unerwartete Magenprobleme bekam, wurde bereits eine halbe Stunde später eine ungeplante kurze Pause eingelegt. Nach mehrmaligem Erbrechen musste eine weitere Pause eingelegt werden. Die Bootsbesatzung drängte die Schwimmer, weiter zu schwimmen, da die Strömung zu diesem Zeitpunkt eine längere Pause nicht zuließ. Nach 2 Stunden und 10 Minuten traf Michael Wenningkamp die Entscheidung, die Querung abzubrechen, um den Erfolg der Gruppe nicht zu gefährden. Wenningkamp: »Die Enttäuschung ist riesig. Bei so einem Event gibt man nicht einfach auf. Aber es hätte keinen Sinn mehr gemacht.« Zu diesem Zeitpunkt war die Hälfte der Strecke geschafft. Immer wieder kreuzten große Tankschiffe und andere Ozeanriesen die Strecke, wobei sogar einige ihre Richtung für die Schwimmer ändern mussten. Des Weiteren wurden in einiger Entfernung Delfine und Wale gesichtet. Die Dreiergruppe wurde von Markus Kampmeier angeführt, Manfred Groß und Ralf Eickhoff hielten sich knapp dahinter. Mit zunehmender Streckenlänge fiel Ralf Eickhoff konditionell etwas zurück. Pausen waren nun nicht mehr möglich, denn die Strömung hätte die Streckenlänge dann um einige Kilometer verlängert. Alle Kraftreserven wurden mobilisiert und unter der Anfeuerung der Besatzung und Begleitpersonen erreichten Manfred Groß, Markus Kampmeier und Ralf Eickhoff nach 4:21 Stunden und 18,5 km erschöpft aber glücklich das afrikanische Festland. Auf der Rückfahrt nach Tarifa waren alle Schmerzen, Strapazen und Trainingseinheiten vergessen. Um den Salzwassergeschmack herunter zu spülen, wurde mit einem »Finisher- Bier« angestoßen.Kampmeier: »Wahnsinn! Wir sind nach Afrika geschwommen und angekommen. Im Moment überwiegen die Glücksgefühle, doch wir wären alle gerne zu viert angekommen. Schade.« Am Abend überreichte der Präsident der ACNEG den erfolgreichen Schwimmern das offizielle Zertifikat für die Überquerung. Ralf Eickhoff, Markus Kampmeier und Manfred Groß sind damit einige der wenigen Deutschen, die bislang die Straße von Gibraltar durchschwommen haben. In der offiziellen Neopren-Liste sind die Rheda-Wiedenbrücker Schwimmer nun unter Nr. 484 bis 486 verewigt. Die Schwimmer bedanken sich für die finanzielle Unterstützung an den hohen Startgebühren bei der Firma Christöphler-Wehmeyer, Firma Einberger Nachrichtentechnik, Firma Autohaus Markötter, Langenberger Reisebüro, Massagepraxis Reckmann und Brandt. Die erste Person, die offiziell die Straße von Gibraltar durchschwamm, war übrigens eine Frau: Mercedes Gleitze brauchte im Jahr 1928 12:50 Stunden. Der schnellste Schwimmer war Georgios Charcharis mit 2:16 Stunden im Jahr 2009.

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