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Das Stadtgespräch Oktober 2015

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Magazin für Rheda-Wiedenbrück

14 Das

14 Das Stadtgespräch Abschreckungseffekt. Die in ihrer Existenz bedrohten Menschen lassen sich aber nicht abschrecken. Sie suchen Schutz und eine Zukunft insbesondere in den offenen Zivilgesellschaften Mittel-, West- und Nordeuropas – eben auch in Rheda-Wiedenbrück. Wie wir von der mexikanischamerikanischen Grenze wissen, werden daran auch neue Zäune nichts ändern. DRK-Geschäftsführerin Andrea Jochim Herbert Ewers (Leiter der Notunterkunft), Jürgen Strathaus (DRK-Koordinator), Rechtsdezernent Eberhard Greufe, Abteilungsdirektor Rüdiger Most und Bürgermeister Theo mit einem der Flüchtlingskinder. Mettenborg NOTUNTERKUNFT DES LANDES WURDE UM TURNHALLE DER KETTELER SCHULE ERWEITERT Rheda-Wiedenbrück steht beim Thema Flüchtlinge zusammen (Kem) Die internationalen Kriegsund Krisengebiete im Süden und Südosten von Europa, wie u. a. in Syrien, Afghanistan, Somalia, Westafrika, Pakistan und dem Irak, lösen weltweit einen Flüchtlingsstrom bisher nicht gekannten Ausmaßes aus. Derzeit befinden sich weltweit über 50 Millionen Menschen auf der Flucht vor Kriegen, Hunger und Ausbeutung. Manche Menschen finden auch in Rheda-Wiedenbrück Schutz. Die hier ankommenden Flüchtlinge sind in der Regel zunächst in einer für sie komplett neuen und ungewohnten Situation. Einige haben eine traumatisierte Flucht hinter sich, haben in ihren Heimatländern Verfolgung und Diskriminierung erlebt. Diese Erlebnisse im Kopf, eventuell gepaart mit der Angst um die Zurückgebliebenen, müssen sie sich in der neuen Umgebung zurechtfinden. Sie sprechen meist kein Deutsch und haben kaum Kontakte zu Einheimischen. Neben einer adäquaten Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge, sind vor allem Hilfestellungen bei der Orientierung im Aufnahmeland sowie alltagsstrukturierende Angebote (Sport, Spiele, Lernangebote etc.) wichtig, um einer sozialen Isolation dieser Menschen entgegenzuwirken. Die Staaten der EU, Bundesregierung und Länderregierung haben zu spät die Dimensionen der Flüchtlingsproblematik realisiert. Man überließ es ärmeren Ländern wie z. B. Jordanien und dem Libanon, die Flüchtlingsscharen aufzunehmen, Spanien schottete sich in seinen nordafrikanischen Exklaven durch meterhohe Zäune ab und man nimmt es in Europa in Kauf, dass Flüchtlinge in überfüllten Schlepperbooten ertrinken – hofft vielleicht insgeheim auf einen daraus erwachsenen Willkommenskultur in Rheda-Wiedenbrück Wie die städtische Informationsveranstaltung zu der Notunterkunft in der Dreifachsporthalle der Osterrath-Realschule (200 Plätze) am 31. August 2015 und der seit dem 9. September 2015 durch die Hinzunahme der Sporthalle der Kettelerschule auf 320 Plätze erweiterten Notunterkunft zeigte, steht die Gesellschaft, Verwaltung und Politik sowie Schulen und Vereine Rheda-Wiedenbrücks für eine Kultur der Gastfreundschaft. Alle Beteiligten schöpfen alle Möglichkeiten aus, um die Situation von Flüchtlingen und den Umgang mit ihnen zu verbessern. Das gemeinsame Ziel ist es, die Menschen in Rheda-Wiedenbrück zu sensibilisieren, sich aktiv zu engagieren, Flüchtlinge willkommen zu heißen und sich für eine gelungene Integration einzusetzen. Bis zum Anlauf der Betriebsbereitschaft der Notunterkunft am Dienstagnachmittag, dem 4. August 2015, brauchte sich Rheda-Wiedenbrück nur um die Flüchtlinge zu kümmern, die der Stadt durch die Zentralen Unterbringungseinrichtungen zugeteilt wurden. Ihre Anzahl liegt derzeit bei 420 Personen. Bis Ende des Jahres rechnet die Stadt mit 820 Asylsuchenden und für das Jahr 2016 mit einer Verdoppelung dieser Anzahl, so Bürgermeister Theo Mettenborg auf der Informationsveranstaltung im Reethus.

15 Der DRK-Ortsverein und seine Kitas übernehmen die Betreuung der Flüchtlingskinder. Ein weiterer Ausbau der Notunterkunft in Rheda-Wiedenbrück ist nicht machbar Der Bürgermeister machte an dem Abend deutlich, dass die Stadt und das für den Betrieb verantwortliche Deutsche Rote Kreuz einen weiteren Ausbau der Notunterkunft nicht stemmen können. Die Verpflichtung der Stadt zum Betrieb der Notunterkunft ergibt sich aus der eingeforderten Amtshilfe der Regierungspräsidentin der Bezirksregierung Detmold, Marianne Thomann-Stahl. Die Kapazitäten der in Bielefeld (erweiterte Aufnahmemöglichkeit von 1600 Personen) und Dortmund (zirka 300/400 Bewohner) für NRW zur Verfügung stehenden Erstaufnahmeeinrichtungen für die Registrierung und das Eingangsscreening (medizinische Untersuchung) der Flüchtlinge reichten nicht mehr, um eine Obdachlosigkeit der Flüchtlinge in NRW zu vermeiden. Die Regierungspräsidentin verpflichtete alle Städte mit über 40.000 Einwohnern auf dem Wege der Amtshilfe zur Errichtung von Notunterkünften, z. B. Herford, Lemgo und Minden. Insgesamt sind in NRW aktuell 100 Notunterkünfte in den Kommunen eingerichtet. Das Land NRW ist wiederum verpflichtet, 21 % aller in Deutschland eintreffenden Flüchtlinge aufzunehmen. Solange die Bewohner nicht registriert sind, können sie nicht auf die Aufnahmequote für NRW angerechnet werden, erklärte Abteilungsdirektor Rüdiger Most auf der Infoveranstaltung in Vertretung der Regierungspräsidentin. Derzeit sind es 7000 Flüchtlinge pro Woche, die in Notunterkünften Platz finden müssen. Im Regelfall sollen die Bewohner nach nur wenigen Tagen von den Erstaufnahmeeinrichtungen (nebst Notunterkünften) in die Zentralen Unterbringungseinrichtungen gelangen. Daran ist aufgrund der dramatischen Zunahme der Bewohner in den Notunterkünften aktuell nicht zu denken. Mit einer baldigen Auflösung der Notunterkünfte rechnet die Stadt In der Sporthalle der Ketteler Schule werden im Wege des erweiterten Amtshilfeersuchens 120 Flüchtlinge untergebracht. nicht: »Wir können davon ausgehen, dass sie am 30. 9. und am 31. 12. 2015 noch bestehen werden. Ich glaube, wir müssen auch noch von einem darüber hinaus reichenden Zeitraum ausgehen.«, sagte der Bürgermeister. Wohnungsmarkt unter Druck Zur Unterbringung der auf Rheda- Wiedenbrück zugeteilten Asylsuchenden schickte Mettenborg voraus, dass der Wohnungsmarkt in Rheda-Wiedenbrück und im Kreis Gütersloh unter Druck stehe. »In diesem Jahr werden wir die Flüchtlinge unterbringen können.«, so Mettenborg. Die Stadt führe mit Wohnungsanbietern sehr gute Kontakte. Zudem habe die Stadt die Möglichkeit, Flüchtlinge in frei werdenden öffentlichen Gebäuden, wie z. B. in dem Gebäude der Bonifatiusschule, unterzubringen. Das Thema der Wohnungsakquise werde im nächsten Jahr auf der Agenda bleiben, so der Bürgermeister. Er appellierte an die Hauseigentümer: »Wir würden uns wünschen, dass der Stadt nicht genutzter Wohnraum für die Unterbringung der Flüchtlinge angeboten wird.« Alternativen zur Notunterkunft in den beiden Sporthallen Zur Erweiterung der Notunterkunft sagte Mettenborg: »Mir ist

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