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Das Stadtgespräch November 2016

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20 Das Stadtgespräch Die Gutachterin Dr. Anja Reinermann-Matatko von biregio GUTACHTER-VORSCHLÄGE VON DER REALITÄT ABGEHOBEN Schulentwicklungsplan mit Sprengstoff Der Schulausschuss hat am 31. Januar 2016 die Bonner Projektgruppe Bildung und Region (biregio) beauftragt, ein Gutachten zur Schulentwicklung (Schulentwicklungsplan – SEP) in Rheda- Wiedenbrück zu erstellen. Dr. Anja Reinermann-Matatko von biregio stellte das Ergebnis am 20. September 2016 im Schulausschuss vor. Im Mittelpunkt des Plans stehen »erste Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der städtischen Schulen« und die Darstellung der vorhandenen sowie die Berechnung der in Zukunft benötigten Schulräume. Dialog Der Schulausschuss beauftragte die Stadtverwaltung einstimmig die Handlungsempfehlungen aus dem Schulentwicklungsplan weiter zu entwickeln und zu vertiefen. Sie soll dazu in einen dialogischen Prozess mit den einzelnen städtischen Schulen treten. Andreas Hahn (Bündnisgrüne) lobte die von Dr. Ina Epkenhans-Behr, Leiterin des städtischen Fachbereichs Jugend, Bildung und Sport, vorgetragene Absicht, die Aufgabe »nicht übers Knie zu brechen«. Prüfstand Wir stellen die Handlungsempfehlungen für »Einstein, Johannis und Wenneber« auf den Prüfstand. Sie sind eine Herausforderung für den »dialogischen Prozess« der Stadt mit den drei Schulen. Tiefer Graben Die biregio-Empfehlung, die Katholische Johannis-Bekenntnisgrundschule und die Wenneber-Gemeinschaftsgrundschule (Grundschulverbund Andreas-Wenneber) unter einem Dach in dem »hochwertigen« Gebäude der heutigen Ernst- Barlach-Realschule (EBR) räumlich und pädagogisch sinnvoll zusammenzuführen, stieß bei den beiden Grundschulen auf eine definitive Ablehnung. Die biregio-Empfehlung überzeugte sie nicht. Das Bonner Institut schlug vor, im Rahmen einer detaillierten Planung für das Gebäude Barlach kleine Einheiten zu schaffen; Primarschüler würden sich auch in größeren Gebäuden nicht im »ganzen Haus« bewegen, »sondern auf kurzen Wegen zwischen den Funktionseinheiten, die im Laufe des Schulalltags aufgesucht werden«. Kenner der heimischen Schullandund Elternschaft hätten biregio bei

21 einer Nachfrage das kategorische Nein der beiden Grundschulen zu den biregio-Empfehlungen vorausgesagt. Die Johannisschule schrieb am 5. 9. 2016, dass für ihre Eltern und Lehrer der Umzug in das EBR- Gebäude »nach wie vor im Raum steht«. Es biete sich an, sodann »das Gebäude der Johannisschule durch das Einstein-Gymnasium zu nutzen«. Die Johannis-Schule und die Wenneberschule wenden sich aber gegen eine gemeinsame Unterbringung ihrer Einrichtungen in dem Gebäude der EBR: »damit würde der Schulfrieden auf Seiten der Grundschulen der Stadt erheblich gestört«. Warum gerade jetzt? Wenig Fingerspitzengefühl zeigten die Verantwortlichen bei der Terminwahl für die angestoßene Diskussion. Vor dem Hintergrund, dass im November die Schulanmeldungen für die zukünftigen Erstklässler stattfinden, ist es zu großen Verunsicherungen gekommen. Schon frühere politische Gedankenspiele, die Wenneberschule zu schließen, führten zu viel Unruhe im Schulbetrieb und zu rückläufigen Anmeldezahlen. Soll das Ganze jetzt schon wieder von vorne anfangen? Widerstand der Eltern Die Johannis-Schulleiterin Birgit Kuhlmann und Andrea Nordemann (Mitglied der Steuerungsgruppe) begründen die Voraussage: »Eltern wünschen für ihr Kind im Grundschulalter eine Schule mit einer zahlenmäßig überschaubaren Einheit. Im Kreis Gütersloh gibt es keine Grundschule, die in ihrem Gebäude über eine Vierzügigkeit hinausgeht. Würden nach dem Vorschlag von biregio zwei Grundschulen unter einem Dach untergebracht, so wird das ein großes Unbehagen und wohl auch massiven Widerstand in der Elternschaft hervorrufen. Eltern betonen beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule immer wieder, dass sie eine sichere, Die Wenneberschule will an ihrem Standort bleiben. überschaubare Einheit für ihr Kind wünschen«. Bei einer gemeinsamen Unterbringung »ergibt sich eine unüberschaubare Pausensituation mit dann ca. 500 Schulanfängern und Grundschülern, die unweigerlich zu vielen Konflikten führen wird«, so die Wenneberschule in ihrer Stellungnahme vom 6.10.2016. Die Wenneber-Schulleiterin Erika Langer wandte sich gemeinsam mit der Schulpflegschaft am 1.9.2016 massiv gegen die Handlungsempfehlungen des SEP für die beiden Grundschulen: »Eltern und Lehrerschaft identifizieren sich in hohem Maße mit der Schule, die an diesem Standort auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Sie erfreut sich einer steigenden Akzeptanz in der Elternschaft. Wie bereits anlässlich der geplanten Schließung der Wenneberschule vor einigen Jahren (2007), sind wir auch jetzt wieder bereit, mit der großen Unterstützung unserer Elternschaft für den Erhalt unseres traditionsreichen Schulstandortes zu kämpfen«.

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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