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Das Stadtgespräch November 2015

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Magazin für Rheda-Wiedenbrück

60 Das

60 Das Stadtgespräch Für Teilstrecken rechnen sich oft Mietautos. Eben mal auf Weltreise, Teil 3 In den vergangenen beiden Ausgaben haben wir auf diverse Vorbereitungen hingewiesen, die man tunlichst treffen sollte, wenn es monatelang in die große weite Welt gehen soll. Fragen, die oftmals regelrecht stören, wenn sich doch alles um Freiheit und Abenteuer drehen soll, müssen dennoch geklärt werden, bevor man aufbricht, jedenfalls wenn man Normalverdiener ist. Da ist zum Beispiel die Wohnung. Wer noch ein Zimmer im eigenen Haus der Eltern hat oder gar eine Wohnung, der ist gut dran, denn Eltern treten oft nicht als gestrenger Vermieter den eigenen Kindern gegenüber auf. Wenn man zumindest die Lieblingssachen, die Bücherkisten, die CD-Sammlung, die alten Fotoalben oder Tagebücher und die Lieblings-DVDs unterstellen kann, dann wird die Rückkehr erleichtert. Man kann natürlich auch alles verkaufen, was man hat, die Wohnung kündigen, die letzten Tage vor dem Abflug irgendwo bei Freunden auf dem Sofa schlafen. Finanziell gesehen ist das das Beste. Aber so komplett die Brücken abzubrechen ist auch ein großer Schritt. Ähnliches gilt, wenn man sein erstes eigenes Auto versilbert, das einem immer so treue Dienste geleistet hat. Und schließlich braucht man doch auch ein Auto, wenn man wiederkommt. Oder doch nicht? Die Zwischenlösung ist das Wei- tervermieten oder Ausleihen des Autos. Das hat den Vorteil, dass man nach seinem großen Trip eine Bleibe hat und einen fahrbaren Untersatz. Natürlich muss das vorher mit dem Vermieter geklärt werden, der eventuell auch mitreden möchte. Und das Autoverleihen sollte mit der Kostenübernahme für die Reisezeit verbunden sein, denn was man auf einer großen Reise nicht gebrauchen kann, sind laufende Kosten für Miete, Versicherung, Steuern und sonstiges in der Heimat. Auch die Frage »Wer kümmert sich um die Katze?« sollte tunlichst vor Abreise geklärt sein! Das arme Vieh landet sonst im Heim. Wer es für eine gute Idee hält, den besten Freund des Menschen mit um die Welt zu schleppen, der sollte sich genauestens erkundigen, wo Vierbeiner überhaupt einreisen dürfen. Australien kommt dann beispielsweise nicht in Frage. Überhaupt gibt es ja keine Expedition ohne Basislager. Zumindest ein Mensch, der nicht mit auf Reisen ist, sollte zu Hause die wichtige Post aufmachen und im Notfall erreichbar sein. Natürlich kann man auch im eigenen Fahrzeug monatelang unterwegs sein. Das stelle man sich in manchen Ländern nicht so einfach vor, denn die Infrastruktur für Campingbullis ist in Afrika oder Asien so gut wie nicht vorhanden. Auch Sicherheitsaspekte Lebensfreude pur! sind zu berücksichtigen. Ebenso wie der formale Aufwand, denn Einreisepapiere für Fahrzeuge, vor allem für solche, die auch für kleinere Truppentransporte geeignet wären, werden mancherorts durchaus zögerlich ausgestellt. Auch von Kontinent zu Kontinent ist das eigene Fahrzeug nur mit erheblichem zeitlichen und finanziellen Aufwand zu befördern, wenn es nicht gerade die Fahrt über den Bosporus. Von Australien nach Amerika kostet und braucht Zeit. Doch auch ohne Fahrzeug ist einiges zu bedenken. Im Film steigen die Leute oft einfach ins Flugzeug und los geht die große Reise. In der Realität dagegen sollte man genau überlegen, wann man was wie lange wohin bucht. Generell ist es billiger, schon in der Heimat zu buchen. Am günstigsten ist es, wenn man die Reisedaten schon daheim festlegt, denn so bekommt man die besten Preise für die jeweiligen Flautezeiten der Fluggesellschaften. So sind Hawaii-Flüge im Sommer erstaunlich günstig, weil die Amis natürlich im Winter dahin düsen, wenn es zu Hause richtig kalt ist. Diverse Airlines oder Verbünde von Airlines bieten die sogenannten Round-the-World-Tickets an, die – der Name besagt es – um die Welt führen. Der Preis richtet sich sehr nach den Zielen, auch nach der Anzahl der Ziele, also der Anzahl der Stopps. Die Dauer ist meist ein ganzes Jahr. Die Flüge sind allerdings immer nur in eine Richtung zu buchen, also entweder grob Richtung Westen oder gen Osten. Wer nach Nordamerika will, anschließend nach Afrika und dann nach Südamerika, der hat Pech gehabt, beziehungsweise muss anders planen. Also sollte man tunlichst wissen, wohin es ungefähr gehen soll. Die Festlegung der Daten ist natürlich ein echtes Hindernis für spontane Entschlüsse. Wer gerne noch ein paar Tage im australischen Outback bleiben will, aber den Weiterflug schon für den nächsten Tag geplant hat, für den wird’s eventuell teuer. Ebenso für denjenigen, der acht Wochen auf dem Fünften Kontinent bleiben wollte, aber schon nach drei Wochen die Nase von Barbecues und Männerfreundschaft voll hat und weiter will. Durch den Dschungel der Bestimmungen der Airlines sollte man sich tatsächlich mit der Hilfe eines Reisebüros führen lassen. Auch empfiehlt es sich, zumindest für Teilstrecken Mietautos oder etwa Wohnmobile von Deutschland aus zu buchen, vielleicht auch noch Hotels zu Beginn der Reise oder an Orten, wo es mit den Kapazitäten knapp werden kann. Diese Probleme sind jedoch nichts im Vergleich zu den Visa- Problemen, die zwangsläufig entstehen, wenn man sich nicht beizeiten kümmert. Einige Länder können nur mit einem Visum bereist werden, das hier in Deutschland bei der jeweiligen Botschaft beantragt wurde. Andere Länder

61 In Flughäfen zu Hause Ohne Visum läuft nichts. MEISTERHAFTE KOMPETENZ FÜR ALLE MARKEN! erteilen ein Visum bei Einreise oder man bekommt es zuvor im Nachbarland, aber auch das muss man vorher wissen – es sei denn, man möchte die Reise unterbrechen, nach Deutschland fliegen, ein paar Wochen auf das Visum warten und anschließend weiterreisen. Eher nicht ideal. Auch Impfbestimmungen kann man meist nicht spontan erfüllen, weil Schutzimpfungen an Fristen gebunden sind. Und selbst wenn Visum und Impfpass in Ordnung sind, kann man an der Grenze abgewiesen werden, wenn der Rückoder Weiterflug nicht gebucht ist. Oder auch, wenn man zu abgerissen aussieht. Als Zypern noch nicht Teil der EU war, sind Bekannte von mir zunächst nicht ins Land gelassen worden. Die Jungs kamen gerade aus Ägypten, wo sie, jeder nur mit einem Minirucksack und einem noch kleineren Budget ausgerüstet, wochenlang die Reise so billig wie möglich gehalten hatten – Bahnfahrt in der untersten Klasse, einheimisches Essen (alle drei wurden von der Rache der Pharaonen heimgesucht), die billigsten Unterkünfte. Entsprechend sahen sie aus und die zypriotischen Grenzer ließen sich erst nach langem Palaver erweichen, ihnen ein Visum für zwei Wochen auszustellen (geplant waren sechs Wochen). Gelegentlich muss man an einer Grenze auch vorweisen, wieviel Geld man dabei hat- jedenfalls wenn man jung und etwas abgerissen aussieht. Da hilft dann heutzutage die Kreditkarte weiter, vorzugsweise Visa- oder Mastercard, nicht weil die die günstigsten sind, sondern weil die überall oder doch so gut wie überall akzeptiert werden. Reisekreditkarten eignen sich zum weltweiten Geldziehen. Bargeld sollte man wirklich nur als Notgroschen mitnehmen. Bei Reiseschecks, die zwar teuer sind, hat man die Gewissheit, dass man das Geld wieder bekommt, sollten die Schecks gestohlen werden. Und noch ein Tipp: Den Pass scannen und im Netz deponieren, das hilft enorm bei den Formalitäten, wenn man einen Ersatzpass braucht. Für ein paar Sachen ist das Internet eben doch gut. Was noch ins Gepäck gehört? Das hängt viel vom Einzelnen ab. Muss ich ständig erreichbar sein, täglich meine E-mails im Busch von Mexiko checken und allabendlich skypen, dann müssen natürlich die entsprechenden Geräte her. Und auch die Wahl der Reiseroute und der Unterkünfte könnte dann von der Elektronik abhängen, denn nicht jede Region und schon gar nicht jede günstige Unterkunft hat Zugang zum Netz oder auch nur Strom. Was sonst noch im Gepäck landet, will ebenfalls wohl überlegt sein, denn jedes Pfund kann über dem zulässigen Höchstgewicht bei Flügen liegen – die Bestimmungen, wer wieviel auf welchen Routen mitnehmen darf, variieren gewaltig – kann richtig teuer werden. Schlimmer noch ist, dass man vermutlich sein Gepäck zwischendurch mal oder auch andauernd oder immer selbst schleppen muss. Da besteht dann schon ein Unterschied, ob man auf 15 oder 25 Kilogramm kommt. Für die Tropen braucht man nicht furchtbar viel Kleidung, die dann aber praktisch sein sollte, vor allem unkompliziert zu reinigen. Aber bei den meisten langen Reisen kommt man auch in Regionen, wo die Regel »je höher gelegen desto kalt« gilt. Diverse Jacken und sieben verschiedene Sweatshirts würden bei Kälte weiterhelfen, lassen aber Gewicht und Volumen des Gepäcks explodieren. Besser bewährt hat sich das sogenannte Zwiebel-System, bei dem man einfach dünne Sachen übereinander anzieht. Entspricht dann zwar nicht dem derzeit angestrebten Modeideal, hält aber warm. Zum Schluss noch ein Tipp für das mentale Gepäck. Meiner Meinung nach gehört es auch zu einer großen Reise, dass man sich zumindest in einer anderen Sprache als Deutsch einigermaßen verständlich machen kann. Irgendjemanden, der Englisch spricht, findet man eigentlich überall auf der Welt – mit dem sollte ich mich unterhalten können. Und dafür kann ich zu Hause schon üben, denn die Volkshochschule etwa steht für relativ schmales Geld zur Auffrischung bereit. Außerdem sollte ich vor Antritt der Reise verinnerlicht haben, dass es woanders anders ist… Hubert Großeaschoff Kfz-Meisterbetrieb Am Lattenbusch 6a / St.Vit 33378 Rheda-Wiedenbrück Tel. 05242 3245 Fax 05242 3264 www.auto-grosseaschoff.de

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