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Das Stadtgespräch März 2017

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42 seniorenzeitung

42 seniorenzeitung Das Stadtgespräch Auf der Parkbank SIE Bist du schon wieder mit dem Mittagessen fertig oder willst du noch eine zweite Portion haben? Störe dich nicht daran, dass ich erst gut die Hälfte meines Essens gegessen habe, denn so schnell, wie du isst, kann ich nicht mithalten! ER Ich kann auf dich warten, lass dir Zeit. SIE Es ist schon eigenartig, wie du deine Mahlzeiten zu dir nimmst: wortlos und ohne Unterbrechung. Dabei habe ich mich heute besonders bemüht, ein leckeres Essen für uns zu bereiten. Was eine gute Stunde gedauert hat, verschlingst du in wenigen Minuten. Ich muss dir schon sagen, dass das Kochen mir wenig Freude bereitet, wenn ich dir beim Essen zuschaue. ER Man hat mich als Kind dazu angehalten, schweigsam zu essen, denn nur dann würde mir das Essen auch bekommen. SIE Die Mahlzeiten im Allgemeinen und besonders bei uns dürfen dennoch nicht als fastfood verkommen. Sie sollten ein willkommener Anlass sein, den Tag zu unterbrechen und in Ruhe das gemeinsame Essen zu genießen. ER An Sonn- und Feiertagen mit einem Festtagsbraten lasse ich mir das gefallen, im Alltag aber sollte alles ruhig etwas schneller laufen. SIE Weil weltweit die Esskultur Schaden nimmt und weil auch gesundheitlich fast-food nur Nachteile hat, ist ein neuer Trend in süd- und westeuropäischen Ländern erkennbar, die bekanntermaßen immer schon eine höhere Esskultur hatten. Man nennt diese Gegenentwicklung slow-food. Ernährungs-Fachleute preisen diese Entwicklung in höchsten Tönen und können auch gleich eine Menge an Vorteilen anführen. Sollten nicht wir auch den Versuch starten, uns dieser Entwicklung anzupassen? Ich bin sicher, dass uns das viel besser bekommen wird, und nicht zu verachten ist dabei die Tatsache, dass mir das Kochen dann wieder viel mehr Spaß machen wird. © eyetronic - Fotolia.com Neue Regelungen zum Zuverdienst für Rentner Teile der von der Großen Koalition beschlossenen Flexi-Rente wirken bereits zum Jahreswechsel. Diese Regelungen betreffen vor allem Rentner, die etwas dazu verdienen. Bezieht ein Beschäftigter jenseits der Regelal- tersgrenze eine Vollrente wegen Alters, dann ist der Beschäftigte bisher versicherungsfrei gewesen und zahlte keine Beiträge mehr. Das neue Gesetz erlaubt es Rentnern, auf die Versicherungsfreiheit zu verzichten und ihren Anteil des Beitrages zur Rentenversicherung zu zahlen. Dadurch bietet sich die Möglichkeit, Rentenansprüche zu erhöhen. Weiterhin besteht ab Januar vor der Regelaltersgrenze stets Versicherungspflicht auch für Bezieherinnen und Bezieher von vollen Altersrenten. Praktische Veränderungen sind damit allerdings kaum verbunden. Abhängig Beschäftigte sind de facto nur von der Neuregelung betroffen, wenn sie zwischen 450 € und 525 € im Monat verdienen. Wer Weisheit mit Heiterkeit und Liebenswürdigkeit verbindet, hat die höchste Stufe im Menschenleben erreicht. >William McDougall< KREISVERKEHR ODER RAD- UND AUTOFAHRER Ampel oder Kreisverkehr? Pro oder Kontra? Meinungen gehen da oft auseinander, aber jeder sollte sich schon die eigene bilden, da sich die Verkehrslandschaft stark geändert hat! Ampeln sind kostenaufwendig – Wartung, Strom, Reparaturen. Aber sie haben einen Vorteil. Rot – Gelb – Grün Ein jeder weiß, wann er gehen oder fahren kann. Halt heißt einfach halt! Selbstverständlich gibt es Warteschlangen, aber man kann abschätzen, wann wer an der Reihe ist. Beim Kreisverkehr? In Stoß- und Drangzeiten ein Spiel auf Zeit!? Fußgänger, Fahrradfahrer, E-Bike-Fahrer, PKWs, LKWs und alle wollen sie durch dieses Nadelöhr. Das kann für jeden Verkehrsteilnehmer stressig werden – soll heißen – nicht abschätzbar. In unserer Stadt werden seit Jahren neue Kreisverkehre gebaut. Viele davon sind wirklich sehr effektiv. Bei manchen stellt sich jedoch die Frage wie effektiv. Nehmen wir doch einmal die beiden Kreisverkehre im Ortsteil Rheda Ausgangs Rheda Herzebrocker Straße in Augenschein. Der erste Kreisverkehr befindet sich Bahnhofstraße – Wilhelmstraße – Kolpingstraße – Herzebrocker Straße – Ringstraße. Der zweite Kreisverkehr Herzebrocker Straße – Auf der Schulenburg – Herzebrocker Straße – Bosfelder Weg. Beide liegen ganz kurz hintereinander und dazwischen befindet sich die Eisenbahnunterführung. Ein Horror zur Hauptverkehrszeit. Alle wollen möglichst schnell ans Ziel kommen. Meistens mit wenig Erfolg, denn das Ende der Schlangen der Kraftfahrzeuge kann man bei jedem Ein- und Ausfahren aus den Kreisverkehren nicht sehen. Zudem noch Fußgänger und Fahrradfahrer, die sich auch eilen ihr Ziel zu erreichen. Von daher sind die Straßen, die Zebrastreifen und die Fahrradwege doch recht überfüllt. Das Ein- und Ausfahren in den Kreisverkehr ist für Kraftfahrzeuge manchmal kaum möglich. Eventuell doch: Rot – Gelb –Grün? In diesem Artikel soll keine Wertung vorgenommen werden, aber vielleicht ist die Ansicht vieler wiedergegeben worden. Also mit offenen Augen und Ohren durch den Straßenverkehr. Fazit: Wenn jeder Verkehrsteilnehmer aktiv und rücksichtsvoll am Straßenverkehr teilnimmt, profitieren alle davon.

seniorenzeitung 43 Erna und Berta »Sag mal, diese Frau, die jetzt aus der CDU ausgetreten ist weil ihr die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin nicht gefällt, die ist doch selber Flüchtling, oder?« »Ja und nein. Ich hab das mal nachgelesen. Ihre Eltern stammen aus Hanau, bzw. Berlin und waren aus beruflichen, kriegstechnischen Gründen in die Gegend bei Danzig gezogen, in ein Gebiet, das von Hitler gerade erst besetzt worden war, sagt Wikipedia. Sie ist also sozusagen das Kind von ‚›Zugereisten‹, nicht von Einheimischen. Aber wie auch immer, ihre Mutter musste mit ihr und ihrer Schwester fliehen, so wie meine mit uns.« »So, dann hat sie also als Kind erfahren, wie es ist fremd zu sein.« »Das sieht so aus. Ich vermute aber, dass ihre Familie in den Frankfurter Raum zur Verwandtschaft ging, spätestens, als der Vater 1948 aus der Gefangenschaft kam. Das würde heißen, dass das Flüchtlingsdasein für sie zu Ende war, als sie 5 Jahre alt war. Und das würde für mich erklären, warum sie so merkwürdig gespalten diesen Menschen gegenüber ist.« »Und, wie war das mit den gültigen Papieren? Einer ihrer Kritikpunkte an der Politik ist ja die Tatsache, dass viele Flüchtlinge heute keine gültigen Papiere haben. Hatte denn von den Flüchtlingen nach dem Krieg jeder seinen gültigen Ausweis in der Tasche?« »Das glaub ich kaum, besonders wenn man an die Trecks aus dem Osten denkt über die so viel erzählt worden ist. Im Übrigen waren die Flüchtlinge damals hier auch nicht gern gesehen. Und das ist noch sehr milde ausgedrückt. Und die Sache mit den ›sicheren Herkunftsländern‹ finde ich schrecklich anmaßend. Hast du den Film ›Willkommen bei den Hartmanns‹ gesehen? Da gibt es doch den Flüchtling aus Afrika, der vor der Terrortruppe geflohen ist, die seine ganze Familie umgebracht hat. Und der keine Anerkennung bekommen soll, weil er aus einem ›sicheren Herkunftsland‹ stammt.« »Ja, solche Kleinigkeiten brauchen wohl jemanden, der sein Leben lang für den Bund der Vertriebenen gearbeitet hat, nicht zu kümmern. Schade eigentlich.« Neues vom SoVD Der Mindestlohn ist angehoben Der gesetzliche Mindestlohn wird im Jahr 2017 zum ersten Mal seit seiner Einführung vor zwei Jahren erhöht – und zwar von 8,50 € auf 8,84 €. Ausnahmen bleiben allerdings nach wie vor bestehen. So gilt der Mindestlohn weiterhin nicht für Langzeitarbeitslose, Praktikanten und Jugendliche unter 18 Jahren. Außerdem greift er noch nicht in allen Branchen. Für Zeitungszusteller beispielsweise gilt ab 2017 der Mindestlohn von 8,50 €, die Erhöhung auf 8,84 € wird dann erst zum Jahr 2018 vollzogen. Neben dem gesetzlichen Mindestlohn steigen auch die Mindestlöhne in verschiedenen Branchen. Eine davon ist die Pflege: dort gelten ab dem Jahreswechsel Stundensätze von 9,50 € (statt bisher 9,00 €) im Osten und 10,20 € (statt bisher 9,75 €) im Westen. Nicht ohne Helm! Bald beginnt sie wieder, die Zeit der Fahrrad- und E-Bike-Fahrer. Gerade die älteren E-Bike-Fahrer sind gefordert, auch ein solches Fahrrad zu beherrschen. Bitte nur mit Helm fahren und auf die Geschwindigkeit achten, denn abruptes Bremsen, Kurven und nicht kontrolliertes Absteigen kann zu Stürzen führen, die gerade für diese, unsere Generation nicht immer glimpflich verlaufen. Laut WDR 2-Information vom 10.01.2017 gab es im Jahr 2016 mehr als doppelt so viele E-Bike-Unfälle wie im Jahr 2015 (ca. 1500 in 2015 und über 3000 in 2016). Eine unfallfreie Zeit wünschen wir allen »Bikern« also in 2017! Entschleunigen Wie war es früher, so vor circa 30, vielleicht auch noch vor 20 Jahren? Erscheint uns das Leben von damals in der Rückerinnerung nicht unbekümmerter, schlichter und auch beständiger? Wir fuhren noch Fahrrad statt zu biken, wir verstanden Kopfrechnen und schrieben noch Briefe, einige sogar per Hand. Gesellschaftsspiele waren »in«, und an einen Computer mit seinen Unterhaltungsmöglichkeiten war im Traum noch nicht zu denken. Die Sonntage verliefen geruhsamer, selbst die Uhren schienen langsamer zu laufen und die Telefone standen sogar noch zu Hause, überhaupt nicht »mobil« sondern an ein mehr oder weniger langes Telefonkabel gefesselt. Die Erinnerung scheint so manches zu verklären, und Negatives seiner Zeit wird schlichtweg vergessen oder verdrängt. Gab es also mehr Zeit für Gemeinsamkeiten, mehr Platz für den Einzelnen und mehr Ruhe und Pausen zum Innehalten? War es früher also besser, vielleicht ein wenig unbeschwerter? Manches, vielleicht auch Vieles hat sich verändert, und das nicht immer zum Schlechten. Die Entwicklung unserer Gesellschaft lässt sich nicht aufhalten, und diese Erkenntnis ist ebenso schlicht wie wahr. Wir lernen neue Strukturen und Orientierungen kennen, und damit fühlt sich das Leben einfach anders an. Und wenn Dinge sich ändern oder ihren Wert verlieren, dann kann das niemand stoppen. Wehmut mit dem Blick auf Vergangenes hilft uns nicht weiter. Hilfreich kann es sein, wenn man diese Weisheit beherzt: »Schaue in die Sonne, dann bleibt der Schatten hinter dir!« Impressum Seniorenzeitung: Verantwortlich für den Inhalt ist der Seniorenbeirat der Stadt Rheda-Wiedenbrück. Ständige Mitarbeit: Christa-Maria Bank, Margret Kohler, Vroni Korsmeier, Carola Linnemann, Hans Dieter Wonnemann, Koordination: Arnold Bergmann Caritas. menschlich sein muss!

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