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Das Stadtgespräch März 2017

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36 TIPPS

36 TIPPS Das Stadtgespräch chen schwarzer Ratten. Und durch eben diese Straßen wird ein gut gekleideter junger Mann zum Galgen nach Tyburn geschleppt – dort steht heute übrigens der Marble Arch im Hyde Park. Die Menge am Straßenrand nennt ihn einen Mörder. Er versucht ruhig zu bleiben. Wie Hodgson-Leser wissen, ist sein Name Tom Hawkins, und er ist unschuldig. Irgendwie muss er es jedoch schaffen, das zu beweisen, bevor der Strick sich um seinen Hals legt. Natürlich ist alles seine eigene Schuld. Das Leben war gut, nachdem er dem Schuldgefängnis, dem Teufelsloch, entronnen war. Er hätte vielleicht dem gefährlichsten Kriminellen Londons nicht erzählen sollen, dass er auf Abenteuer aus ist. Ebenfalls hätte er niemals der Mätresse von King George Hilfe anbieten dürfen. Und vor allem hätte er nie der scharfsinnigen und berechnenden Queen Caroline trauen sollen. Sie versprach ihm für sein Schweigen einen königlichen Straferlass – doch letztlich schweigt niemand besser als jemand, der am Galgen baumelt. CHARLOTTE LINK »Die Entscheidung« Vermutlich ist es gar nicht nötig, für die Bücher von Charlotte Link groß zu werben. Aber gut gemachte Schmöker muss man einfach weiterempfehlen, damit sich die Freude am Entdecken der vielen Schichten, aus denen die Wahrheit bei Charlotte Link stets zu bestehen scheint, noch besser verbreiten kann. Auch in ihrem neuesten Werk, das bei Blanvalet erschienen ist (Hardcover, 575 Seiten, 22,99 Euro), hält sie wieder die eine oder andere Überraschung für die Leser bereit: Eigentlich will Simon mit seinen beiden Kindern in Südfrankreich ein ruhiges Weihnachtsfest feiern. Doch dann kommt alles ganz anders: Die Kinder sagen ihm kurzfristig ab, seine Freundin gibt ihm den Laufpass und auf einem Strandspaziergang begegnet er einer jungen, völlig verwahrlosten Frau. Nathalie, die weder Geld, Papiere noch eine Unterkunft hat, ist fürchterlich abgemagert und hochgradig verängstigt. Sie tut ihm leid, und er bietet ihr seine Hilfe an. Nicht ahnend, dass er durch diese Entscheidung in eine mörderische Geschichte hineingezogen wird, deren Spuren bis nach Bulgarien führen. Und zu Selina, einem jungen Mädchen, das ein besseres Leben suchte und in die Hände skrupelloser Verbrecher geriet. Ihr gelingt die Flucht, doch damit löst sie eine Kette von Verwicklungen aus, die auch Simon und Nathalie, tausende Kilometer entfernt, in der Provence zum Problem werden. STEVE TOLTZ »Fließsand« Ja, die Australier sind schon manchmal etwas speziell, zumal wenn sie wie Steve Toltz in Sydney geboren, in Montreal, Vancouver, New York, Barcelona und Paris gelebt und als Privatdetektiv, Kameramann, Telefonverkäufer, Sicherheitsbediensteter, Englischlehrer und Drehbuchautor gearbeitet haben. Absurdes, Banales, Tragisches und immer wieder Komisches finden sich in den Romanen Steve Toltz’, dessen erster Roman »Vatermord und andere Familienvergnügen« hoch in der Gunst von Lesern und Kritikern stand. Auch in »Fließsand« (DVA, 527 Seiten, 24,99 Euro) finden sich diese Elemente, wie schon der Alternativtitel besagt: Eine todsichere Anleitung zum Scheitern. Es geht um Liam, dessen Leben als gescheiterter Schriftsteller mit katastrophaler Ehe und einem ebenso ungeliebten wie gefährlichen Brotjob als Polizist durchaus besser sein könnte. Doch zum Glück gibt es seinen besten Kumpel Aldo, den wahren Meister des Desasters. Und Liam ereilt die Inspiration: Er wird über Aldo schreiben! Um festhalten zu können, an welchem Punkt genau das Leben des notorischen Wiederholungstäters die Abzweigung in die permanente Katastrophe nahm, fährt Liam eine Parade von Aldos Missgeschicken auf, bei der eine in der Halsschlagader steckende Kuchengabel auf einer buddhistischen Hochzeitszeremonie noch das Geringste aller Probleme zu sein scheint. Wie mag das bloß alles enden... Es gibt sicher noch Hoffnung, aber gibt es sie auch für Aldo? Der Stil des Autors ist sowohl vom Wahn- wie vom Wortwitz geprägt, was im Übrigen auch eine übersetzerische Großtat von Klaus Timmermann und Ulrike Wasel ist – Respekt! PETER SWANSON »Die Gerechte« Eigentlich scheint Ted auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen: er sieht blendend aus, ist ein äußerst erfolgreicher Geschäftsmann und glücklich verheiratet. Das ändert sich schlagartig, als er erfährt, dass seine Frau Miranda ihn betrügt. Ted ist völlig außer sich.

TIPPS 37 Nach einem Geschäftstermin in London trifft er in einer Flughafenbar eine geheimnisvolle junge Frau namens Lily. Die beiden kommen ins Gespräch und nach ein paar Martinis vertraut Ted sich Lily an und erzählt ihr von dem Verrat seiner Frau. Als er in seiner Wut die Bemerkung fallen lässt, dass er Miranda am liebsten umbringen würde, rechnet er mit allem, nur nicht mit Lilys Reaktion: Sie bietet an, ihm zu helfen, den perfekten Mord zu planen – an Miranda. Ted ist zunächst schockiert und weiß nicht, ob er Lily ernst nehmen soll. Doch sie fasziniert ihn und so lässt er sich auf ein riskantes Spiel ein, in dem die Rollen von Opfer und Täter immer mehr verschwimmen und das schon bald völlig außer Kontrolle gerät…. Peter Swanson hat mit »Die Gerechte« einen überragenden Thriller geschrieben, in dem nichts so ist, wie es scheint. Von der ersten Seite wird der Leser in den Bann gezogen und bis zum ebenso schockierenden wie atemberaubenden Finale nicht mehr losgelassen. Überraschende Wendungen sorgen dafür, dass man des Öfteren fassungslos den Kopf schüttelt oder von einer neuen Erkenntnis eiskalt erwischt wird. »Die Gerechte« ist also ein Leckerbissen für jeden Thriller-Fan. Erschienen ist »Die Gerechte« als Paperback im Blanvalet Verlag, hat 416 Seiten und ist erhältlich in der Buchhandlung bücher-güth für 12,99 €. HÖRBUCH: SAMUEL BJØRK »Federgrab« Aus einem Jugendheim bei Oslo verschwindet ein siebzehnjähriges Mädchen. Einige Zeit später wird sie tot im Wald gefunden – gebettet auf Federn, umkränzt von einem Pentagramm aus Lichtern und mit einer weißen Blume zwischen den Lippen. Die Ermittlungen von Kommissar Holger Munch und seiner Kollegin Mia Krüger drehen sich im Kreis, bis der IT-Spezialist des Teams von einem mysteriösen Hacker kontaktiert wird. Der zeigt ihm ein verstörendes Video, das neue Details über das Schicksal des Mädchens enthüllt. Und am Rande der Aufnahmen ist der Mörder zu sehen, verkleidet als Eule, der Vogel des Todes … Hinter dem Pseudonym Samuel Bjørk steht der norwegische Autor, Dramatiker und Singer-Songwriter Frode Sander Øien. Er wurde 1969 geboren, schrieb im Alter von 21 Jahren sein erstes Bühnenstück und veröffentlichte seitdem zwei hochgelobte Romane sowie sechs Musikalben. Sein erster Thriller, »Engelskalt«, wurde ein Bestseller, sein neuer Roman »Federgrab« (hörverlag, Laufzeit 9 Stunden, 14,99 Euro) hat ebenfalls eindeutig Bestsellerpotential. Derzeit lebt und arbeitet Bjørk in Oslo. Sprecher Dietmar Wunder ist als Schauspieler, erfolgreicher Synchron- sowie Hö rbuchsprecher (er las Falcones »Das Lied von Freiheit«) und Dialogregisseur tä tig. Er ist die deutsche Stimme vom aktuellen James Bond-Darsteller Daniel Craig sowie von Adam Sandler, Cuba Gooding Jr., Omar Epps und Sam Rockwell. Wunder findet jedoch auch für den Skandinavien-Thriller immer den richtigen Ton.

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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