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Das Stadtgespräch Mai 2019

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54 Das Stadtgespräch Anzeige Birgit Hüllmann und Therése Wortmann in ihrer Werkstatt MÖBELGESCHICHTEN zwischen Kerzenständern aus ehemaligen Stuhlbeinen INSIGHT STORIES Möbel geschich ten: Alte Geschichten neu erzählt (CL) »Alles fing mit einem kreativen Gedankenspiel an, darauf folgte ungehemmte Experimentierfreude und wagemutige Unternehmerlust, stets begleitet durch den festen Glauben an das fertige Produkt.« So oder so ähnlich würden sicherlich viele bekannte Entrepreneure die Entwicklung ihres Erfolgsproduktes beschreiben. Genau genommen bildet doch eine fantasievolle Idee die Basis für jeden komfortablen Alltagshelfer. Denken wir doch mal an Melitta Bentz, als sie 1908 zufällig den Nutzen von Löschpapier als Kaffeefilter entdeckte. Oder auch an Tim Berners-Lee – seinem Erfinderreichtum ist die Nutzung des World Wide Web seit 1989 zuzuschreiben. Weder Kaffeefilter noch Internet sind aus unserem heutigen Leben wegzudenken… Unglaublich, aber wahr, viele unverzichtbare Produkte von heute galten einst als unbekanntes Nischenprodukt. Sie wurden in kleinen Werkstätten, Garagen und heimischen Küchen durch neugierige Visionäre erfunden. Auch heute noch finden sich – versteckt in heimischen Hinterhofwerkstätten – Tüftler, Entwickler und Künstler, die durch ihren originellen Ideenreichtum das Leben ein Stück weit lebens- und liebenswerter gestalten. Für unsere neue Rubrik INSIGHT STORIES haben wir uns in Rheda-Wiedenbrück auf die Suche begeben… und stellen unseren Lesern und Leserinnen nun voller Freude ein paar findige und kreative Köpfe unserer Heimat vor. Wir starten unsere Interview- Reihe mit Birgit Hüllmann und Therése Wortmann von MÖBEL- GESCHICHTEN. Birgit war als kleines Mädchen stets in der Hobbywerkstatt ihres Papas zu finden, bevor sie sich als Damenmaßschneiderin und diplomierte Modedesignerin einen guten Ruf bis nach New York erarbeitete. Auch Therése setzte schon immer gerne mit ihren Händen zauberhafte Ideen um. Bereits als Kind war sie eher emsig arbeitend in den bunten Blumenbeeten ihrer schwedischen Heimat zu finden als in der Puppenstube. Als junge Frau träumte Therése davon, irgendwann mal verschiedene Stoffe mit Holz und Design zu verbinden. So verwundert es nicht, dass sie eine erfolgreiche Ausbildung zur Raumausstatterin absolvierte. Vor 10 Jahren haben sich die beiden Frauen in Wiedenbrück kennengelernt, um nur 5 Jahre später den Schritt in die gemeinsame Selbständigkeit zu wagen – erst im eigenen Kelleratelier und seit Januar 2018 in einer lichtdurchfluteten Werkstatt in der Breiten Straße. Das Stadtgespräch: Liebe Birgit, liebe Therése, ihr habt eure Wirkungsstätte »Möbelgeschichten« genannt. Was verbirgt sich hinter diesem Namen? Therése: Wir arbeiten hauptsächlich mit Möbeln, die bereits eine sehr lange und wahrscheinlich, die ein oder andere spannende Geschichte erzählen könnten. Doch häufig passt das Stück nicht mehr in unsere modern-gestaltete Umgebung. Die Folge: Die Stücke landen gedankenlos auf dem Müll. Doch es gibt auch einen anderen Weg. Einen Weg, der deutlich wertschätzender und nachhaltiger geprägt ist. Einen Weg, der Birgit und mich verbindet. Wir möchten antiken Schätzen die Chance verleihen, ihre Geschichte neu und weiter zu erzählen. Birgit und ich legen sehr großen Wert auf den Gedanken der Wiederverwertbarkeit. Birgit: Dazu gestalten wir seit 4

55 Anzeige Jahren in Handarbeit alte Möbelstücke um. Mal erhalten sie ein farblich moderneres Aussehen und mal eine völlig andere Funktion. Dann wird schon mal aus einem alten Bilderrahmen ein schickes Tablett oder aus einem betagten Stuhlbein ein fröhlicher Kerzenständer. Das Stadtgespräch: Eure wunderschönen Tabletts und farbenfrohen Kerzenständer springen uns sofort ins Auge, aber auch bezaubernde Sessel, einzigartige Garderoben und charmante Hocker. In ihrer Individualität sprechen eure Produkte auch eine besonders angenehme Farbsprache. Zum einen verzücken sie mit bunter Fröhlichkeit, zum anderen strahlen sie wohltuende skandinavische Lässigkeit aus. Wie schafft ihr es, ein »altes Möbel aus dem »Kellerdasein« zu befreien, sodass man es unbedingt in den eigenen 4 Wänden haben möchte? Birgit: (lacht) Naja, vielleicht ist unser Scandi-Style auch ein bisschen durch Therése’ Kindheit geprägt. In ihrer Heimat Schweden spielen Licht, Holz und eine reduzierte Formensprache eine sehr wichtige Rolle. Wir unternehmen gerne Entdeckerreisen und begeben uns auf Schatzsuche in Kellern, Aus Alt mach Neu: Omas altes Nachttischschränkchen verzückt nun als schicke Beistellkommode. Aus 2 mach 1: Die betagten Stühle von einst laden nun als Sitzbank zum gemeinsamen Verweilen ein. Hausauflösungen und auch auf Flohmärkten. Jedes Mal wenn wir fündig werden, geht uns das Herz auf – auch bei Stühlen ohne Sitzfläche oder Buffetschränken ohne Türen. Unzählige Ideen sprudeln in unseren Köpfen, welche Unikate wir aus diesen alten Schätzen entstehen lassen könnten. So fertigen wir auch mal aus einem alten Lederkoffer einen schmucken Wohnzimmertisch. Mit unserer Arbeit möchten wir auch zeigen, wie man wertschätzend und nachhaltig mit vermeintlich Altem umgehen kann. Aus diesem Grund arbeiten wir auch nur mit umweltfreundlichen Farben und Verfahren. Therése: Und wir freuen uns, wenn Kunden mit geliebten, doch abgelebten Erbstücken auf zu uns kommen und wir diesen ein neues Leben einhauchen dürfen. So bleibt der Zauber des alten Erinnerungsstücks erhalten. Doch statt im Keller zu verstauben, ver- leiht es dem eigenen Zuhause nun eine persönliche Note. Das Stadtgespräch: In eurer Werkstatt möchte man sich am liebsten stundenlang aufhalten, was zeichnet diesen, euren Standort aus? Therése: Als wir uns Anfang 2016 zusammengefunden haben, um gemeinsam zu werkeln, haben wir stundenlang in Birgits Keller geschliffen, gepinselt, und geschraubt. Das war eine schöne Zeit, doch uns war klar, dass wir uns langfristig in einer Werkstatt am liebsten mit einer kleinen Ausstellungsfläche sahen. Dieser Raum hier ist perfekt. Durch seine großzügige Fensterfront arbeiten wir mit tollem Tageslicht. Es gibt hier an vielen Stellen Steckdosen, sodass wir an jeder Stelle im Raum mit unseren Werkzeugen arbeiten können. Der Sockel aus Anröchter Stein verleiht ihm eine ganz besondere Atmosphäre. Und er bietet Raum für eine kleine Präsentationsfläche. Birgit: Tatsächlich gibt es auch Möglichkeiten, sich hier länger und ausgiebig aufzuhalten. Denn neben unserer kreativen Arbeit und der Auftragsarbeit bieten wir auch jeden letzten Montag im Monat eine »offene Werkstatt« an. Jeder der Lust hat, selber ein Möbelstück auf- oder umzuarbeiten kann in der Zeit zwischen 18.30 und 20.30 Uhr selbst Hand anlegen. Wir stellen dafür unsere Räumlichkeiten, unser Werkzeug und auch unser handwerkliches Geschick zur Verfügung. Das Stadtgespräch: Liebe Birgit, liebe Therése wir sind mehr als begeistert von euren handgefertigten Produkten und eurer ansteckenden Freude an dem Motto »aus Alt mach Neu«. Vielen Dank, dass ihr euch Zeit für uns genommen habt und uns Einblicke in eure Möbelgeschichten gewährt habt. Möbelgeschichten · Birgit Hüllmann und Therése Wortmann · Breite Straße 27 · 33378 Rheda- Wiedenbrück · Tel. 0172 / 2382580 und 0162 / 2302045 www.moebelgeschichten.de · moebelgeschichten_

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