Aufrufe
vor 3 Jahren

Das Stadtgespräch Mai 2019

  • Text
  • Rheda
  • Ford
  • Stadt
  • Kinder
  • Klaus
  • Zeit
  • Beiden
  • Eltern
  • Haus
  • Sebastian
  • Rhwd.de
Die aktuelle Ausgabe findest Du hier!

26 Das

26 Das Stadtgespräch www.verein-daheim.de oder Tel.: 05242/407345 FAKE NEWS. Nicht mit uns. schmökern, blättern, lesen. Ihre Wunschzusammenstellung bis zu 50% günstiger • Alle aktuellen Zeitschriften für die ganze Familie • Sie sparen bis zu 50% gegenüber dem Kiosk-Preis Telefon: 05242-9089177 Hauptstraße 21 33378 Rheda-Wiedenbrück DIE WTV- EHRENVORSITZENDE ELSE HERRMANN WURDE 90 Ein Leben mit dem und für den Sport (eph) Regelmäßiger Sport in jedem Alter hält fit und jung. Wer das nicht glaubt, kennt Else Herrmann nicht. Die Ehrenvorsitzende des Wiedenbrücker Turnvereins (WTV) feierte am 17. April ihren 90. Geburtstag und ist dabei körperlich »fit wie ein Turnschuh« und auch geistig voll auf der Höhe. Das Rezept für ihre Fitness bringt Else Herrmann auf eine einfache Formel: »Jede Woche einmal Seniorengymnastik, ein wöchentlicher Schwimmtag im 30 Grad warmen Thermalbad und ganz viel Fahrradfahren«. Else Herrmann, geb. Künne, ist im Wiedenbrücker Osten groß geworden. »Ost 119«, ein heute nicht mehr existierender Kotten, war ihre Geburtsadresse, das ehemalige Lebensmittelgeschäft Künne in der Hellingrottstraße 62 ihr Elternhaus. Hier wuchs die auf den Namen »Elisabeth« getaufte und heute von allen nur »Else« genannte als fünftgeborene von insgesamt elf Kindern auf. Erste Kontakte zum Sport – der Übungsbetrieb des WTV war seinerzeit stark eingeschränkt – gab es bei den nationalsozialistischen »Jungmädeln«. Den ersten größeren Erfolg feierte Else Herrmann nach dem Krieg mit einem Sieg im 3.000-Meter-Lauf. Doch nicht etwa die Leichtathletik zog sie in ihren Bann. Die große Leidenschaft von Else Herrmann gehörte vielmehr dem Geräteturnen und später der Gymnastik. »Die Turnhalle stand damals auf dem Platz, wo heute das Marktzentrum ist, war aber mit Flüchtlingen und Ausgebombten belegt. Wir Turner sind dann mit unseren Geräten umgezogen in den Saal der ehemaligen Gaststätte »Lückheide« am Stadtholz«, erinnert sich Else Herrmann noch gut an die Kann sich auch mit jetzt 90 Jahren kein Leben ohne den Sport – und dazu gehört auch das tägliche Fahrradfahren – vorstellen: die Ehrenvorsitzende Else Herrmann vom Wiedenbrücker Turnverein. Foto: Stephan Zeit Ende der 40er Jahre, als große Materialknappheit herrschte. Herrmann: »Meine ersten Turnschuhe waren aus einem alten Autoreifen gefertigt«. Parallel zu ihrer aktiven sportlichen Karriere engagierte sich Else Herrmann mehr und mehr auch als ehrenamtliche Helferin im Verein. Sie wurde Übungsleiterin, dann Stellvertreterin des langjährigen Vorsitzenden Franz Moorfeld, um diesen 1979 als erste Frau in diesem Amt zu beerben. Eine Frau an der Spitze – das gefiel nicht allen aus der traditionell orientierten Turnerschaft. »Es gab sogar einen Austritt aus Protest dagegen«, erinnert sich Else Herrmann schmunzelnd. Ihre Kritiker strafte die gelernte Buchhalterin danach Lügen, denn in vielerlei Hinsicht ging es unter ihrer Ägide mit dem Verein weiter aufwärts. Die Mitgliederzahl stieg auf über 2.300, sportliche Erfolge waren auf allen Ebenen zu verzeichnen, erste Reha-Gruppen wurden gegründet und das 100-Jahr- Jubiläum 1987 groß und öffentlichkeitswirksam gefeiert. Ihrer Nachfolgerin Hedi Hesse hinterließ Else Herrmann damit im Jahr 1999 ein gut bestelltes Haus. Für ihre Verdienste um den Sport und ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement wurde sie vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit der Bundesverdienstmedaille und dem Ehrenbrief der Stadt Rheda- Wiedenbrück. Die zweite Liebe der frisch gebackenen 90erin gehörte übrigens dem Wiedenbrücker Carnevalsverein (WCV) Grüne Funken, wo sie die Kinder- und Jugendgarden gymnastisch trimmte. Der ehemalige WCV-Präsident Hans Hallauer war zudem viele Jahre ihr Lebensgefährte. Else Herrmann stand als Frau auch beruflich ihren Mann. In den 45 Jahren ihrer Anstellung bei der ehemaligen Spedition Lamberjohann arbeitete sich die gelernte Buchhalterin bis zur Prokuristin empor. Zu ihrem heutigen Geburtstag erwartet sie nicht nur die Glückwünsche von Nachbarn, Freunden und sportlichen Weggefährten. Auch ihr in Franken lebender Sohn Paul Johannes mit seiner Frau und seinen drei Kindern dürfte sich in die Schlage der Gratulanten einreihen.

27

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

© 2020 lokalpioniere
Impressum / Datenschutz