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Das Stadtgespräch Mai 2018

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6 Das Stadtgespräch Boris Witker (l.) und Richard Kügeler präsentieren einige der historischen Radio-Wecker. RADIO- UND TELEFONMUSEUM Sonder ausstellung »Wem die Stunde schlägt« erinnert an alte Zeiten (Kem) In die Jugend versetzt sehen sich viele Besucher der Sonderausstellung »Wem die Stunde schlägt« im Radio- und Telefonmuseum in Rheda-Wiedenbrück. Die Mitarbeiter des gleichnamigen Vereins führen sie dabei durch die Sammlung alter Radio-Wecker in den unterirdischen Räumen des ehemaligen Verstärkeramtes der Deutschen Reichspost an der Eusterbrockstraße. »Der Sammler Boris Witke aus Kelsterbach bei Frankfurt stellte uns diese ›ehrwürdigen‹ Geräte für die Sonder-Ausstellung zur Verfügung. Rund 100 Exponate dieser seltenen Schätze primär aus der vorelektronischen Zeit stellen wir in unserem Museum aus. Darunter befinden sich Kuriositäten und ausgesprochen schöne Ausführungen im zeitgemäßen Design«, berichtete Richard Kügeler, Vorsitzender des Vereins. Die Besucher erfahren, dass die auslösende Idee für die Zusammenführung von Radio und Uhr die Platzersparnis war. Die ersten Radiogeräte mit integrierter Uhr entstanden in der Nachkriegszeit. »Das sind ja genau unsere Jahrgänge«, meinten schon einige ältere Gäste. Unter den zu bestaunenden Geräten befindet sich beispielsweise ein »Loewe-Hausfreund« aus dem Jahr 1951 mit eingebauter Leselampe. Es war der erste Radio-Wecker, der auf einen Nachtschrank passte. Der Nutzer musste die Uhr aber noch aufziehen. Im Gegensatz zu diesem Gerät überrascht die Besucher ein »Sonneberg« aus der früheren DDR. Der von dem volkseigenen Betrieb (VBE) ab 1956 gebaute Radio-Wecker war in keiner Weise für den Nachtschrank geeignet. Er war dafür einfach viel zu klotzig. Zu den Überraschungen gehört ebenfalls der älteste Reise-Radio- Wecker, ein »Philipps Jeanette«, Baujahr 1959. Auf ein großes Interesse der Besucher stoßen auch die Transistorgeräte. Sie sind aufgrund der platzsparenden Transistortechnik erheblich kleiner als ihre Vorgänger. Zu den gezeigten Raritäten gehören u. a. ein »Graetz-Hostess 1408« und die für damalige Zeiten recht fortschrittliche »Sono-Clock« von Grundig aus dem Ende der 1960er Jahre. Das Gerät »670 SP« aus dieser Reihe erhielt später so-

7 gar eine Sprach-Anzeige. Zu den Kuriositäten gehört ein von der »VEB Stern – Radio« gebautes Kombinationsgerät. Der Nutzer konnte in dieses Gerät das ebenfalls separat verwendbare Radio hineinschieben. Der »VEB Robotron« wollte einen Radio-Wecker für die Küche bauen. Da der Zulieferbetrieb nicht mit den Uhren nachkam, erhielt das Küchenradio für die ausgesparte Stelle stattdessen einen riesigen Schalter. Mit dem Aufkommen der Digitalgeräte waren den Formen durch die Technik keine Grenzen mehr gesetzt – egal ob bauchig, rund oder in Buchstabenform. Die Ausstellung zeigt aus dieser Generation die bekannten Geräte »Sony-Digimatic« mit Klapptafel-Anzeige und »Elac RD-200«. Es hatte sogar schon eine Datumsanzeige. Die ersten Elektronikgeräte runden die Ausstellung ab. Zu den gezeigten Objekten gehören beispielsweise das Highlight der »Funkausstellung Berlin 1973« – ein SABA-Gerät, sowie ein Loewe Opta mit Sensortasten. Er zählte seinerzeit zu den exklusivsten Radio-Weckern. Richard Kügeler berichtete uns, dass er gar nicht wusste, dass es in Deutschland Sammler von Uhren- Radios gibt. Er lernte Boris Witker über die »Gesellschaft der Freunde des Funktechnikwesens« kennen. Der Inhaber der Sammlung war sofort mit einer Ausstellung seiner außergewöhnlichen Exponate in den Räumen des hiesigen Radiound Telefonmuseums einverstanden. »Ich weiß die Sammlung hier sicher aufgehoben. Das Museum bietet die passenden Räumlichkeiten und es ist mit über 6000 Besuchern im Jahr gut frequentiert«, sagte Witker: »Da nehme ich die 300 km bis zu meinem Wohnort gern in Kauf«. In der Sonderausstellung können die Besucher des Museums natürlich auch die übrigen Schätze bestaunen. Sie reichen von alten Radios, Röhren und Telefonen über Tonbandgeräte und Musiktruhen bis zu Fernschreibern sowie Vermittlungs- und Übertragungsanlagen. Das i-Tüpfelchen sind die komplett nachgebauten Wohnlandschaften aus den 1950er und 1960er Jahren mit »Nierentischchen« und Cocktailsesseln. Das Museum ist samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Gruppenführungen sind nach Anmeldung, Ruf 05242-44330, auch an anderen Tagen möglich. In manchen Wochen werden die Gruppenführungen bis zu fünfmal nachgefragt. Auch Schulklassen nutzen dieses Angebot gerne. LAGERVERKAUF 26. - 28. APRIL 2018 Donnerstag + Freitag: 9 – 19 Uhr | Samstag: 9 – 14 Uhr | Samstag Stoffverkauf Rheda-Wiedenbrück | Nonenstraße 3 (gegenüber COR) | www.annettegoertz.com

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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