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Das Stadtgespräch Mai 2018

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22 Das

22 Das Stadtgespräch Detmar Westhoff von der Burgenvereinigung und Ina Scharrenbach (Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen) bei der Diskussion im Tagungsraum. SCHLOSS RHEDA Adel, Burgherren und Ministerin diskutierten Denkmalpflege (Kem) Das Schloss Rheda erwies sich für die Diskussion der Pflege und des Schutzes von historischen Baudenkmälern als genau der richtige Tagungsort. Die Deutsche Burgenvereinigung Rheinland e. V. hatte gemeinsam mit den Familienbetrieben Land und Forst (FABLF) NRW und dem Verein Adel in NRW e. V. zu der abendlichen Veranstaltung mit der nordrhein-westfälischen Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, Ina Scharrenbach, eingeladen. Beim Überqueren der gerade frisch renovierten Schlossbrücke erfuhren die aus dem ganzen Land angereisten Gäste, wie sehr dem Hausherrn, Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg, die Denkmalpflege ein Herzensanliegen ist. Sein jüngstes Projekt ist die Restaurierung des unter Denkmalschutz stehenden Rötteken-Palais an der Pixeler Straße. Der fürstliche Kammerrat Clemens August Rötteken errichtete die klassizistische Villa 1829 standesgemäß mit einer siebenachsigen Fassade sowie Souterrain und Beletage nebst Freitreppe und Kutschenauffahrt. Nach dem Tod Röttekens kam die Villa 1871 durch ihren Erwerb von Moritz Casimir III. in den Besitz der Rhedaer Adelsfamilie. Schlossführung Bei einer kleinen Führung durch das Schloss konnten die Gäste den ausgezeichneten Zustand der Gebäude rund um den Innenhof bestaunen – angefangen bei dem Renaissanceflügel und den sich anschließenden mächtigen Torturm. Dieser gehört zu den ältesten heute noch erhaltenen Teilen des Schlosses, es ging aus der ab dem zwölften Jahrhundert von Widukind von Rheda auf einem großzügig angelegten künstlichen Hügel hervor. Der Gastgeber erklärte nicht ohne Stolz, dass die Zusammenführung von Festungsbau, Sakral- und Wohnraum in dem etwa 1170 errichteten Torturm in der staufischen Baukunst Deutschlands einmalig ist. Die Gäste ließen sich beim Betreten der doppelten Hallenkirche in dem Turm von der Begeisterung des Schlossherrn über die hier sichtbare Zusammenführung verschiedener Baustile anstecken. Seine Hinweise auf die gotische Deckengestaltung und die tonnengewölbten romanischen Säulen sowie das orientalische Spiel mit Flächen und dem kunstvoll gestalteten Rad der Zisterzienser nebst der ungewöhnlich reichen Bauornamentik gestaltete er ausgesprochen spannend mit historischen und architektonischen Randbemerkungen und Anekdoten. Nicht unerwähnt ließ er das vierte Geschoss oberhalb der Turmkapelle. Heiterkeit erweckte seine Information, dass die Brille der dort vorhandenen Abortanlage sich durch dendrochronologische Untersuchungen sicher auf die Zeit 1273/4 datieren lässt. Zum Abschluss kehrte die illustre Gruppe in den Barockflügel des Schlosses zurück. Hier betrat sie

23 durch den Weißen Saal den Tagungsraum in einem der allseits bestaunten »Tapetenzimmer«. Die Ministerin In ihrem Vortrag lobte die Ministerin die vielfach ehrenamtliche Arbeit der anwesenden Denkmaleigentümer. Scharrenbach betonte, dass dem Denkmalschutz eine große Bedeutung als kulturelles Erbe des Landes zukomme. Das gelte es für kommende Generationen zu bewahren. In einer ersten Bilanz der laufenden Arbeit zum Denkmalschutz betonte sie ausdrücklich die Bedeutung dieser Thematik für die im Mai 2017 neu gewählte Landesregierung. Im September 2017 hatte das Ministerium angekündigt, die Fördermittel für die Baudenkmalpflege auf zwölf Millionen Euro pro Jahr zu erhöhen. In der Legislaturperiode zuvor hatte es hier erhebliche Kürzungen gegeben. Zuletzt standen nur noch knapp zwei Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Diskussionsrunde Der Vorsitzende der Landesgruppe Rheinland der Deutschen Burgenvereinigung e.V., Detmar Westhoff, begrüßte die Erhöhung der finanziellen Mittel seitens des NRW-Heimatministeriums, mahnte jedoch, dass dieser Betrag im bundesweiten Vergleich immer noch ausbaufähig sei. Max von Elverfeldt, Vorsitzender der FABLF NRW, wies auf das vielfältige Engagement von Privatpersonen, Vereinen, Kirchengemeinden und unzähligen anderen Organisationen hin, um das archäologische und baukulturelle Erbe des Landes zu erhalten. »Ohne deren Arbeit und besondere Motivation funktioniert Denkmalpflege nicht«, so Elverfeldt. Er schilderte der Ministerin, dass viele Privateigentümer wegen der weggefallenen Zuschüsse zuletzt nicht mehr zu Investitionen in den Erhalt ihrer Denkmäler bereit waren oder dies finanziell schlicht nicht leisten konnten. Er begrüßt Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg erklärt die Stilrichtungen. die anstehende Überarbeitung des Denkmalschutzgesetzes und bot an, sich aktiv einzubringen. So sollte die zunehmende Unterschutzstellung »moderner« Denkmäler (z.B. Industriebauten) eingebremst werden. Hier gehe die Identität für das Denkmal bei der Bevölkerung verloren. Auch über die weitgehende Entscheidungshoheit der Denkmalbehörden müsse gesprochen werden, da die Sanierung von Denkmälern durch Sissi Fürstin zu Bentheim-Tecklenburg gibt Infos zu den Tapetenzimmern. strenge Auflagen oft erschwert werde, so von Elverfeldt. Gastgeber und Hausherr Fürst zu Bentheim-Tecklenburg bedankte sich bei der Ministerin und dem Land NRW für die Weichenstellung in Sachen Denkmalpflege: »In Burgen und Schlössern wird Geschichte besonders gut erlebbar.« Darum setzen sich die Deutsche Burgenvereinigung und ihre Mitglieder für deren Erhalt und regelmäßige Öffnung ein. Ein anderes Wort Caritas! Caritas-Sozialstation Rheda | Ringstraße 1c | 33378 Rheda-Wd. | Tel.: 05242/4049376 | cs.rheda@caritas-guetersloh.de Caritas-Sozialstation Wiedenbrück | St.-Vinzenz-Straße 1 | 33378 Rheda-Wd. | Tel.: 05242/591555 | cs.wiedenbrueck@caritas-guetersloh.de

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