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Das Stadtgespräch Mai 2017

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58 TIPPS

58 TIPPS Das Stadtgespräch Neue Krimis Früher hat man Krimis noch Kriminalromane genannt. Das klingt heute etwas altmodisch, trifft aber dennoch für mich den Kern der Sache. Ein Krimi muss in erster Linie ein guter Roman sein. Er muss interessant sein über die »Tat« hinaus, die dem Genre den Namen gibt. Und da Krimis so populär sind, gibt es mittlerweile längst eine ganze Palette von Büchern, die in erster Linie gute Literatur sind, gute Unterhaltungsliteratur jedenfalls. Ein paar dieser Krimis wollen wir an dieser Stelle vorstellen. LUCA D’ANDREA »Der Tod so kalt« Soeben erschienen ist »Der Tod so kalt« von Luca D’Andrea (DVA, Paperback, Klappenbroschur, 473 Seiten, 14,99 Euro). Luca D‘Andrea ist meines Wissens kein Künstlername. Vielmehr wurde der Autor 1979 in Bozen geboren, wo er heute noch lebt. »Der Tod so kalt« ist sein erster Roman, und hoffentlich nicht sein letzter. Direkt zum Erscheinen stieg das Buch in die Top Ten der italienischen Bestsellerliste ein; die Übersetzungsrechte haben sich in rund 35 Länder verkauft. Die Geschichte führt nach Südtirol, in die Heimat des Autors, über die er auch journalistisch gearbeitet hat. Am bekanntesten ist seine TV-Produktion »Mountain Heroes«, in der er für das italienische Fernsehen die Bergrettung porträtierte. Der Held des Romans, Jeremiah Salinger, ist ein amerikanischer Dokumentarfilmer, der – Sie raten es vielleicht schon – einen Film über die Südtiroler Bergrettung gedreht hat. Allerdings ist dabei einiges schief gelaufen, Salinger überlebt einen Gletscherunfall nur knapp. Seine Frau, durch die er überhaupt erst in den deutschsprachigen Teil Norditaliens gelangt ist, nimmt ihm das Versprechen ab, künftig von so gefährlichen Missionen Abstand zu halten. Aber einmal Dokumentarfilmer immer Dokumentarfilmer. Salinger, wie ihn selbst seine Frau nennt, wittert die große Story, als er von einem grausamen Mord erfährt, der vor 30 Jahren in der berüchtigten Bletterbachschlucht geschah und der nach wie vor ungeklärt ist. Die Story nimmt nach und nach immer mehr Fahrt auf, sodass es schwerfällt, den Schmöker aus der Hand zu legen. THOMAS KRÜGER »Erwin, Enten, Präsidenten« Während der Roman von Luca D’Andrea streckenweise doch recht düster ist, besticht »Erwin, Enten, Präsidenten« durch etwas, für das Ostwestfalen landesweit eher weniger berühmt ist, durch Humor. Obwohl - seit Rüdiger Hoffmann aus Paderborn, Ingolf Lück aus Bielefeld und Oliver Wilke aus Harsewinkel hat sich vielleicht ja auch andernorts herumgesprochen, dass der östliche Westfale nicht nur dröge ist. Das stellt auch Autor Thomas Krüger unter Beweis, der aus Löhne stammt, jetzt aber im Rheinland wohnt. Er ist der geistige Vater von Erwin Düsedieker, der jetzt schon zum vierten Mal dem Verbrechen auf der Spur ist in »Erwin, Enten, Präsidenten«, erschienen als Heyne Taschenbuch, 399 Seiten, 9,99 Euro. In Versloh (klingt das nicht nach Versmold und Gütersloh?), der Gemeinde mit den Dörfern Bramschebeck und Pogge, steht die Wahl vor der Tür. Alle paar Jahre wieder wird Fritzwalter Kleinebregenträger hier zum Bürgermeister gewählt. Nie gab es einen Gegenkandidaten. Eines Morgens allerdings liegt Kleinebregenträger tot neben der Bundesstraße. War es Mord? Oder ein Unfall? Erwin Düsedieker, den man im Ort für trottelig hält, weil er mit seinen Enten spricht und in Gummistiefeln Spaziergänge unternimmt, macht sich so seine Gedanken. Und verstrickt sich unversehens in einen schmutzigen Wahlkampf ... HELEN CALLAGHAN »Dear Amy« Von Ostwestfalen ins englische Cambridge. Der idyllische Ort der Gelehrsamkeit ist gleichzeitig Schauplatz eines Psychothrillers der Sonderklasse. Die Lehrerin Margot Lewis ist extrem beunruhigt, als ein 15-jähriges Mädchen aus ihrer Klasse verschwindet. Sie ist überzeugt, dass Katie entführt wurde, auch wenn die Polizei dafür noch keinerlei Beweise hat. Dann erhält Margot, die nebenbei die Ratgeber-Kolumne »Dear Amy« führt, einen unheimlichen Brief: Darin fleht ein Mädchen um Hilfe, das vor 15 Jahren spurlos verschwand. Ein Graphologe bestätigt die Echtheit des Briefes – und dass er nagelneu ist. Margot, die für ihre Hilfsbereitschaft und Ratschläge bekannt ist, deren Gemütszustand sich jedoch rapide verschlechtert, verbeißt sich regelrecht in die Fälle. Sie will um jeden Preis helfen. Doch was verschweigt sie selbst? Helen Callaghan liefert beklemmende Psycho-Spannung um zwei Entführungsopfer und traf damit zumindest den britischen Publikumsgeschmack, denn ihr packender Thriller stürmte in England sofort die Bestsellerlisten. Auf Deutsch vermute ich den gleichen Erfolg, erschienen bei Knaur, 397 Seiten. 14,99 Euro. YRSA SIGURDARDÓTTIR »Die eisblaue Spur« Jetzt, wo bei uns der Frühling Einzug gehalten hat, kann man sich ruhig noch einmal in kältere Gefilde wagen. Und für die ist die Isländerin Yrsa Sigurdardóttir eine Spezialistin. Die vielfach ausgezeichnete Bestsellerautorin, deren Spannungsromane in über 30 Ländern erscheinen, zählt laut dem Times Literary Supplement zu den besten Kriminalautoren der Welt. Dabei schreibt Yrsa Sigurdardóttir nur in Teilzeit, denn eigentlich ist sie Wasserbauingenieurin. 2005 debütierte sie mit »Das letzte Ritual«, dem Beginn einer Folge von Kriminalromanen um die Rechtsanwältin Dóra Gudmundsdóttir (eigentlich þóra Guðmundsdóttir). Dóra Gudmundsdóttirs vierter Fall führt die Reykjaviker An-

TIPPS 59 DRUCKREIF IM MAI Tintenpatronen und Tonerkartuschen für viele verschiedene Fabrikate bietet der Tintenshop in Wiedenbrück an. Entweder vom Hersteller oder als günstige Alternative mit herstellerneutralen Druckerpatronen und Tonerkartuschen. Die Empfehlung: Diesen Kauftipp ausschneiden, in die Wiedenbrücker Filiale bringen und ab einem Einkaufswert von 40 Euro 5 Euro sichern. Das Angebot gilt bis zum 27. Mai 2017.* * Ausgenommen sind Original-Druckerpatonen wältin ins eisige Grönland. Wer meint, Island ist das Ende der Welt, der war noch nicht im Osten Grönlands. In einem entlegenen Forschungscamp sind zwei isländische Arbeiter verschwunden, der Rest des Teams weigert sich, ins Camp zurückzukehren. Dóras Freund heuert sie im Namen seiner Bank an, sie soll der Sache auf den Grund gehen. Zunächst ist sie froh darüber, ihren langweiligen Anwaltsalltag mit den üblichen Ehescheidungen für einen aufregenden Job in der Wildnis zu übernehmen. Aber dann beginnen die Schwierigkeiten. Warum verhalten sich die Einheimischen so ungewöhnlich feindselig? Offenbar ermittelt die Anwältin an einem verbotenen, heiligen Ort. Als sie bei einem heftigen Schneesturm im Camp festsitzt, entdeckt sie alte Kultgegenstände und menschliche Knochen. Doch nachdem der Sturm sich gelegt hat, macht die grönländische Polizei, die nach Wochen endlich auch aktiv wird, einen viel grausigeren Fund. Erschienen ist der Thriller, den der Daily Telegraph als Islands Antwort auf Stieg Larsson feiert, als Fischer Taschenbuch, 352 Seiten, 9,99 Euro. STEPHAN HARBORT »Killerfrauen« Stephan Harborts Buch ist kein Krimi, liest sich aber mindestens genauso spannend. Harbort ist Kriminalhauptkommissar, ein echter Polizist, und führender Serienmordexperte. Mit über 50 Serienmördern hat der Mann in seiner Laufbahn schon gesprochen. Aus seinen Erkenntnissen hat er Fahndungsmethoden entwickelt, die international angewendet werden. Auch fungiert er als Fachberater bei Dokumentationen und Krimi-Serien im Fernsehen. In dem soeben erschienen Büchlein (Knaur, 240 Seiten, 9,99 Euro) schildert er Kriminalfälle, bei denen lediglich die Namen und Orte verändert sind. Die Geschehnisse sind allerdings real – und lassen den Leser tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken. Anhand von sieben Fällen beschreibt der Profi Frauen, die in Serie gemordet haben. Ausgesprochen packend erzählt Harbort beispielhafte Fälle von Serienmörderinnen, analysiert ihre Motive, Hintergründe und Persönlichkeitsprofile: Eine Krankenschwester, die im Namen Gottes Patienten ermordet. Zwei junge Frauen, die ihre Untergebenen in der Drückerkolonne mit Baseballschlägern prügeln und foltern. Eine Eis-Verkäuferin, die ihre Exmänner erschießt, sowie eine reiche Witwe, die das Ableben ihrer jeweiligen Ehemänner beschleunigt und damit über Jahrzehnte durchkommt. Im Anhang findet sich noch die Kriminologie der Serienmörderin, die allein aus Tabellen besteht – doch schon die können dem geneigten Leser einen Schauer über den Rücken jagen. Zumal man bei Harbort nicht die tröstende Ausrede hat: Das ist ja alles nur im Film. DER-TINTENSHOP.COM Der-Tinten.Shop&more UG & Co.KG • Inhaber Rico Dietrich Geschäft Gütersloh Geschäft Rheda-Wiedenbrück Carl-Bertelsmann-Str. 51 33332 Gütersloh Tel: (0 52 41) 9 98 76 96 Fax: (0 52 41) 9 98 76 97 Hauptstraße 6 Tel: (0 52 42) 37 86 21 33378 Rheda-Wiedenbrück Fax: (0 52 42) 37 86 22

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