Aufrufe
vor 4 Jahren

Das Stadtgespräch Mai 2017

  • Text
  • Rheda
  • Eltern
  • Kinder
  • Stadt
  • Zeit
  • Angebot
  • Kreis
  • April
  • Ebenfalls
  • Menschen

24 Das

24 Das Stadtgespräch 20 Mai 10 15 Uhr TAG DER AUSBILDUNG Bewerber training Gewinn spiel Verpflegung Betriebs fuhrungen uberschlag simulator Mohn Media Carl-Bertelsmann-Straße 161M 33311 Gütersloh www.mohnmedia.de Fühlt sich gut an: unser Wärmestrom. Tarife für Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen. Günstig. 100 % Ökostrom. Von nebenan. Jetzt kinderleicht wechseln: anrufen: 05242 404849-50 mailen: wir@stadtwerk-rw.de gucken: www.stadtwerk-rw.de Kundencenter Rheda Rathausplatz 13 Telefon 05242 404849-50 BUS FAHREN – LÄCHERLICH BUS FAHREN – LÄCHERLICH K(l)ein Nahverkehr in RhWd Schallendes Gelächter bei der Verwandtschaft: Da waren die zwei aus Rheda doch tatsächlich mit dem Bus zum Familienfest nach Langenberg angereist, denn das Bier schmeckt aus der dorfeigenen Brauerei doch besser, wenn man kein Auto mehr steuern muss. Außerdem für die Umwelt eine vernünftige Entscheidung, könnte man meinen, auch wenn das Ticket pro Person und Fahrt mit 4,80 Euro wahrlich kein Schnäppchen ist. Das Lachen der Verwandten bezog sich übrigens nicht auf den in jeglicher Hinsicht vorbildlichen Gebrauch des öffentlichen Nahverkehrs als vielmehr auf die Uhrzeit, zu der die Familienfeier für die beiden Busreisenden aus Rheda zu Ende war: Deadline 21.45 Uhr, denn kurz vor 22 Uhr hielt an der Langenberger Mühlenstraße der letzte Bus Richtung Rheda-Bahnhof. Da waren die anderen erst richtig in Fahrt gekommen! Spaßbremse ÖPNV! Steht es wirklich so traurig mit Bus und Bahn in der Stadt? Das lässt sich zum Beispiel danach einschätzen, wer die Transportmittel nutzt, oder besser gesagt, nutzen muss: Schüler, Auszubildende, alte Menschen, solche mit Handicaps und die mit wenig Geld – sie sitzen mehrheitlich in den Bussen, und die sind trotzdem selten voll besetzt – außer bei Schülerfahrten. Die Frage ist – wie andernorts auf dem Lande – gibt es so ein unattraktives Busangebot, weil außerhalb der Schulzeiten kaum jemand mitfährt oder fährt kaum jemand mit, weil so wenig Busse zu so schlechten Zeiten fahren? Guter Nahverkehr ist anderswo! Wer schon mal an Rhein und Ruhr Busse und Bahnen genutzt hat, staunt über das große Angebot. Tag und Nacht rollen diese dort und seit Jahren steigen die Fahrgastzahlen. Das liegt auch an der Vielzahl attraktiver Tickets. Monatskarten wie das Schülerticket, Job- und Semesterticket machen die Nutzung des ÖPNV über die Stadt- und Kreisgrenzen hinweg zu einem sehr preiswerten und nie enden wollenden Vergnügen. Da kann man das ganze Jahr über 24 Stunden am Tag auch in Urlaub und Ferien für unter 50 Euro mit Bus und Bahn fahren. Und zwar hin und her und kreuz und quer – in der ganzen Region! In Rheda-Wiedenbrück ist das anders. Eine handvoll Buslinien verbinden die 48.000 Einwohner-Stadt mit einigen angrenzenden Kommunen. Einmal pro Stunde fährt zum Beispiel die Linie 70 von Rheda nach Lippstadt und zurück. Weitere Linien verbinden die Stadt zum Beispiel mit Rietberg und Gütersloh. Damit taugt der Busverkehr weder für Pendler, noch für andere Alltagsbe-

25 dürfnisse und die Freizeitgestaltung der Menschen. Die setzen zwangsläufig aufs eigene Auto oder das der Eltern, oder auf den einzigen Bus vor Ort, der wenigstens das Bedürfnis nach guten Filmen befriedigt: den Kinobus des Jugendkulturrings. Elterntaxen fahren allüberall, für den Kreis Gütersloh ist offenbar weder das erhöhte Verkehrsaufkommen zu Stoßzeiten, noch die Abgas- und Feinstaubdiskussion ein dringendes Thema. Wer unverdrossen auf den Nahverkehr setzt und mit dem Bus nach Gütersloh ins Kino fährt, der kommt nur noch mit der DB nach Hause beziehungsweise auch nur noch bis zum Bahnhof Rheda – jedenfalls wenn er bis zum Abspann bleiben will, weil er auch für den Eintritt bezahlt hat. Wer in unserer Stadt wohnt, braucht selbstlose Eltern und gute Freunde... Bahnhof Rheda: Tor zur Welt Glück für alle, die in Rheda wohnen: Die Köln-Mindener Eisenbahnstrecke ist eine Hauptverkehrsader und schläft nie. Dort fahren die attraktivsten Intercity- und ICE-Züge zwar schnell durch, aber es halten hier immerhin einige Regionalzüge. Ab kurz nach 5 Uhr kann man sich tagsüber zweimal pro Stunde nach Gütersloh und Bielefeld aufmachen. Der letzte Zug in diese Richtung fährt immerhin erst um 1.17 Uhr ab Rheda. In der Gegenrichtung startet die letzte Bahn in Gütersloh um 0.14 Uhr Richtung Rheda und Oelde. Wer die also nicht nutzen kann oder will, weil er ohne Taxi oder Fahrrad nicht mehr vom Bahnhof in Rheda weg kommt und den Fußweg fürchtet, der muss den öffentlichen Verkehr bei der Freizeitplanung außen vor lassen. Neuer Plan – neues Glück? An dem bisherigen Angebot muss sich etwas ändern, dringend. In Zeiten allgemeiner Mobilität und Flexibilisierung der Arbeitszeiten ist es geboten, Arbeitnehmer nicht auf das Auto festzutackern. Und attraktiv wird das Wohnumfeld auch in der Freizeit erst, wenn man die Wahl hat zwischen mehreren Verkehrsmitteln. Das haben offenbar auch die Planer im Kreis Gütersloh vor Augen. In den entsprechenden Ausschüssen wird der 4. Nahverkehrsplan für den Kreis Gütersloh diskutiert. In dem 300-Seiten-Werk ist viel Interessantes zu lesen. Abgebildet sind unter anderem die Verkehrsbewegungen der Bewohner unserer Stadt. Auf den Verkehrsachsen zwischen Rheda-Wiedenbrück und den Nachbarkommunen werden laut 4. Nahverkehrsplan täglich 89.777 Wege zurückgelegt! Das sind fast zehn Prozent aller Wege überhaupt im Kreis Gütersloh. Interessant auch die Bewegungen zwischen den Kommunen. Viele Wege führen zu den Nachbarn Die meisten Verkehrsbewegungen finden natürlich zwischen Rheda- Wiedenbrück und Gütersloh statt, 58.000 täglich. Danach folgen Fahrten nach Langenberg und Rietberg mit jeweils rund 10.000 Bewegungen täglich. Nach Herzebrock- Clarholz gibt es rund 13.000 Fahrbewegungen. Die Zahlen zeigen die beachtliche Mobilität der hiesigen Menschen, ob freiwillig oder bedingt durch eine lückenhafte Infrastuktur sei mal dahingestellt. Ein Drittel der Wege sind Fahrten zur Arbeit. 20 Prozent sind Freizeitfahrten und weitere 18 Prozent werden für Einkäufe zurückgelegt. Busse spielen bei der Bewältigung der täglichen Fahrten nur eine geringe Rolle – das Beispiel am Anfang dieses Artikel macht verständlich, warum das so ist... Immerhin rund 3.000 Menschen täglich nutzen den Bahnhof Rheda, um ihren Weg mit dem Zug zurückzulegen. Klar ist: Der öffentliche Nahverkehr hier vor Ort ist keine Alternative zum Auto – eher eine Strafmaßnahme. Damit sich das ändert, auch um die Lebensqualität, die touristische Attraktivität, den Wert von Immobilien und Stellenangeboten zu steigern und Rheda-Wiedenbrück noch mehr in den Blickpunkt der

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

© 2020 lokalpioniere
Impressum / Datenschutz