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Das Stadtgespräch Juni 2018

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68 GESCHÄFTLICHES

68 GESCHÄFTLICHES Das Stadtgespräch anzeigen 120 JAHRE NORDGERLING Vom Gemischt waren laden zum Handwerks-Bäcker mit Tradition (CL) Seit 1898 steht der Name Nordgerling in Rheda-Wiedenbrück für gemütliches Beisammensein, köstlichen Kuchen und frische Brötchen. Gegründet im späten 19. Jahrhundert durch die Eheleute Anna und Wilhelm Nordgerling, erhielt man in dem gleichnamigen Gemischtwarenladen Lebensmittel, Kautabak, Seilerwaren, Porzellan und Textilien. Seit 1923 und initiiert durch den ältesten Sohn Clemens, spielen Brot und Brötchen die entscheidende Rolle im Hause Nordgerling. Mit seiner geschäftstüchtigen Frau Josefine wurde die florierende Bäckerei in den 50er Jahren um ein gastfreundliches Café und eine gesellige Gastwirtschaft erweitert. Anni, die älteste Tochter der beiden, heiratete Franz Stanlein und zusammen führten sie den Bäckereibetrieb in dritter Generation fort. Durch tragische Umstände und in sehr jungen Jahren mussten die Kinder Christian und Andrea die Bäckerei von Franz und Anni übernehmen. Zu diesem Zeitpunkt war der 17-jährige Christian Stanlein gleichzeitig Chef und Lehrling des Traditionsbetriebs Nordgerling. Trotz der ungewöhnlichen Umstände schloss Christian Stanlein seine beiden Ausbildungen zum Konditor und Bäcker mit einem »sehr gut« ab und nahm mit großem Erfolg an dem Bundeswettbewerb der Handwerksjugend teil. Seit 41 Jahren führt Christian den Traditionsbetrieb. Seine Frau Marita begleitet ihn seit 17 Jahren mit derselben großen Leidenschaft als gelernte Bäckermeisterin und Verkaufsleiterin. Das Ehepaar lebt das Handwerk mit Leib und Seele und bleibt dem Traditionsunternehmen Nordgerling in vierter Generation treu. Das Stadtgespräch: Sehr geehrtes Die Bäckerei Nordgerling – mit 3 Generationen auf einem Bild vereint, steht seit 120 Jahren für Tradition, Frische und Qualität. Ehepaar Stanlein, Sie leiten das Familienunternehmen in 4. Generation. Verraten Sie uns etwas über die Meilensteine, die Ihre beliebte Traditionsbäckerei ausmachen? Marita Stanlein: Da muss ich gar nicht lange überlegen. Wir bieten seit jeher traditionelle und frische Handwerksqualität, fühlen uns gegenüber unseren Kunden in der Verantwortung und sind dankbar für die Unterstützung durch unsere guten Mitarbeiter. Christian Stanlein: Die Vielfalt unserer Produkte spielt auf jeden Fall eine große Rolle. Wir arbeiten immer wieder mit großem Inspirationsgeist und einem offenen Ohr an den Rezepturen unserer Produkte. Dabei hören wir den Kunden genau zu und nehmen ihre Bedürfnisse sehr ernst. So passen wir unsere Teigwaren den Wünschen an. Zum Beispiel arbeiten wir im Moment sehr viel mit schmackhaften und leicht bekömmlichen Alternativen zum klassischen Weizenmehl. Marita Stanlein: Ich möchte gerne nochmal die Leidenschaft unseres Teams hervorheben. Hier haben sich Mitarbeiter zusammengefunden, die wirklich die traditionelle Philosophie der Backkunst von Nordgerling verstehen und auch leben. Gute Mitarbeiter sind das A und O eines Betriebs, der über 120 Jahre gute Qualität anbietet. Das Stadtgespräch: Gewähren Sie uns einen Blick in das Erfolgsrezept der Bäckerei Nordgerling? Christian Stanlein: Unsere Kunden sollen nicht nur satt machende Lebensmittel bekommen, sondern sich bei uns wohlfühlen und daher auch ein lebensbejahendes Gefühl erhalten. Zum einen geben wir in der Backstube sehr viel Acht auf die Verarbeitung hochwertiger und natürlicher Rohstoffe und wir geben uns sehr viel Mühe, unser Café einladend und mit vielen abwechslungsreichen Aktionen auszustatten. Da bin ich meiner Frau sehr dankbar, die ein feines Gespür für liebevolle Details hat. Marita Stanlein: (lächelt ihren Mann an) Der Kunde verbindet mit gutem Handwerk eben auch ein Stück Heimat. Wir möchten auch den Kindern schon ein Gefühl für diese Werte vermitteln, daher bieten wir regelmäßig die Kinderbackschule an. Das Stadtgespräch: 120 Jahre Bäckerei Nordgerling – wie werden Sie diesen stolzen Geburtstag feiern? Marita Stanlein: Mit einem Familientag! Christian Stanlein: Mit allen Genießern guter Backwaren! Marita Stanlein: Na, jeder ist herzlichst eingeladen und darf sich willkommen fühlen. Und wir versuchen auch den Geschmack von jedem zu treffen. Für die Kinder gibt es ein abwechslungsreiches Programm, bestehend aus Ponyreiten, Kinderschminken, einer Hüpfburg, einem Karussell, ein Clown kommt zu Besuch und natürlich auch unserer Kinderbäckerei.

GESCHÄFTLICHES anzeigen 69 Aus dem Jahre 1898, als Firmengründer Nordgerling mit einer Gemischtwarenhandlung in Rheda begann Christian Stanlein: Und für die Erwachsenen gibt es natürlich eine große Kuchen- und Tortenschlacht! (dabei lacht er herzlich) Marita Stanlein: Wir starten mit einem großen und reichhaltigen Frühstücksbuffet, es wird frisches Brot aus dem Steinofen geben, Musik wird gespielt und alle weiteren verführerischen Überraschungen verraten wir an dieser Stelle noch nicht (dabei lächelt sie verschwörerisch). Das Stadtgespräch: Verführen Sie Ihre Kunden mit einem besonderen Jubiläumsgebäck? Christian Stanlein: Es wird eine »riesengroße Jubiläumstorte« geben. Die wird sicherlich über 2 Meter hoch werden und soll für mindestens 1000 Stück Kuchen ausreichen. Marita Stanlein: Und der Erlös der Jubiläumstorte wird der Aktion Kinderträume gespendet. Christian Stanlein: Also 1000 Stück für den guten Zweck! Marita Stanlein: Außerdem werden wir das Holzofenbrot »Opa Wilhelm« anbieten. Ein köstliches Roggenmischbrot nach traditioneller Rezeptur. Das Stadtgespräch: Werfen wir einen Blick in die Zukunft. Dürfen wir uns auch auf einen 150.Geburtstag der Bäckerei Nordgerling freuen? Christian Stanlein: Wissen Sie, da fällt mir spontan der Spruch meiner Kindheit ein: »Immer munter, immer froh, wie der Spatz im Haferstroh!«. Wenn wir fit bleiben, dann sind die nächsten 12 Jahre gesichert. Und was dann kommt… Marita Stanlein: (blickt stolz auf ihr jüngstes Enkelkind) Nun ja, der Weg in die fünfte und vielleicht auch sechste Generation ist auf jeden Fall geebnet. Fußgänger auf Radwegen Petra Andrews Ein Unfall zwischen Fußgänger und Radfahrer kann zur heftigen Haftungsverteilung führen. Führt ein farblich markierter Radweg um eine Lichtzeichenanlage herum, müssen Fußgänger beim Überqueren des Radwegs auf Fahrradfahrer Rücksicht nehmen. Eine Fußgängerin wollte bei grün eine Straße überqueren, als es beim Überqueren des farblich abgehobenen Radwegs zu einer Kollision mit einem Radfahrer kam. Dieser hatte den rechts neben dem Gehweg verlaufenen Radweg genutzt. Dieser führte um die Lichtzeichenanlage herum, um einen flüssigen Radverkehr für rechtsabbiegende Radfahrer zu ermöglichen – natürlich ohne dass das Grünlicht der querenden Fußgänger auch für die Radler gilt. Das Oberlandesgericht Hamm hat vorliegend eine Haftungsverteilung von 50:50 vorgenommen. Den Radfahrer traf ein Verschulden von 50 %, weil er mit überhöhter und somit nicht angepasster Geschwindigkeit im Kreuzungsbereich gefahren war. Die Fußgängerin traf ein Verschulden deshalb, weil sie beim Überqueren der Fahrbahn – zu der auch der Radweg gehört – nicht auf den bevorrechtigten Radfahrer geachtet hat. Hinweis: Die Entscheidung macht deutlich, welche besonderen Sorgfaltsanforderungen Fußgänger beim Überqueren von Fahrbahnen haben, zu denen auch Radfahrerwege gehören. Diese sind nämlich Bestandteil der öffentlichen Straßen. Entsprechend gelten die Sorgfaltspflichten beim Überqueren von Fahrbahnen auch für das Überschreiten von Radwegen. (OLG Hamm, Urteil vom 19.01.2018 – 26 U 53/17) Petra Andrews Rechtsanwältin für Familienrecht in der Kanzlei Swienty • Granas • Döring & Collegen, Rheda-Wiedenbrück

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