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Das Stadtgespräch Juni 2016

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Magazin für Rheda-Wiedenbrück

36 TIPPS

36 TIPPS Das Stadtgespräch BILL BRYSON »It’s teatime, my dear« Ein Mann mittleren Alters wandert in England umher, besucht Orte, die er zwei Jahrzehnte zuvor schon einmal besucht hat und erzählt ein paar Geschichten. So ungefähr könnte man den Inhalt von »It’s teatime, my dear« zusammenfassen. Und das klingt ziemlich langweilig. Das wäre es auch, wenn der Erzähler nicht Bill Bryson wäre, dessen totsicheres Gespür für pointierte Darstellung Hochgenuss verspricht, auch wenn das jeweilige Thema auf den ersten Blick nicht besonders interessant wirkt. Das war schon bei seinen früheren Büchern so. Ob es sich nun um »Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge«, in der er sämtlichen Haushaltsgegenständen 2010 auf den Grund ging, um »Picknick mit Bären« von 1999, in der er beschriebt, wie er sich auf dem 3.500 Kilometer langen Appalachen-Wanderweg quälte, oder um seine Shakespeare-Biographie »Shakespeare wie ich ihn sehe« von 2007 handelt, Bryson ist einfach ein Vergnügen zu lesen. Oder zu hören, vorausgesetzt, der Sprecher ist ein echter Könner wie Oliver Rohrbeck, der, obwohl die Lesung hierzulande natürlich auf Deutsch ist, doch den angelsächsischen Humor auf sehr feine Art überbringt. Er ist auch übrigens die Stimme von Ben Stiller. Vor zwanzig Jahren brach Bryson also auf zu einer großen Erkundungsreise quer über die britische Insel. Inzwischen ist er ein alter Hase, aber dennoch entdeckt er immer wieder Neues, was ihn fasziniert und amüsiert. Kein Wunder also, dass es ihn reizt, diese Nation erneut ausgiebig zu bereisen. Von Bognor Regis bis Cape Wrath, vom englischen Teehaus bis zum schottischen Pub, von der kleinsten Absteige bis zum noblen Hotel, Bryson lässt nichts aus und beantwortet zahlreiche Fragen. Wie heißt der Big Ben eigentlich wirklich? Wer war Mr. Everest? Warum verstehen sich Amerikaner und Engländer nur bedingt? Bill Bryson ist älter geworden und das England, das er als junger Mann frisch aus Amerika kannte, ist nicht mehr das von heute. Dennoch oder gerade deshalb will er noch einmal wissen, was seine Wahlheimat so liebenswert macht. Der Preis für das mehr als zehnstündige Hörvergnügen ist 19,99 Euro. Erschienen im Hörverlag. CHRISTIAN BÄRMANN/ MARTIN MARIA SCHWARZ »Der Schiri ist Luft« Passend zur Europameisterschaft kommt jetzt eine kleine komische Regelkunde des Fußballs auf den Markt. Die Hörbuchversion dauert etwas mehr als eine Halbzeit, nämlich eine Stunde, und kostet 9,99 Euro. Das hilft natürlich ungemein weiter, denn schließlich sind wir nicht nur eine Nation von Bundestrainern, sondern natürlich auch eine Nation, die es stets besser weiß als der Mann in Schwarz. Da braucht es den ultimativen Guide für die endgültigen Antworten auf die lebenswichtigen Fragen: Abseits – aktiv oder passiv? Absichtliches Handspiel? Gelbe Karte? Oder doch eher die rote? Ja, der Fußball könnte so einfach sein. Wenn da nicht die vielen Regeln wären. Und die Schiedsrichter, die für Aufregung auf dem Spielfeld sorgen – zumal sie ursprünglich gar nicht vorgesehen waren, jedenfalls ging es 28 Jahre lang ohne sie. Doch dann wurde 1891 der Elfmeter eingeführt. Die komprimierte Regelkunde führt quer durch eines der kompliziertesten Rechtsfelder des öffentlichen Lebens. Blättert in der Geschichte der Fußballregeln, spießt die kuriosesten Sätze und Bestimmungen auf – und belebt mit Originalaufnahmen von Protagonisten und Experten garantiert jede Stammtischdiskussion. Denn wenn man sich nicht mehr über Fußball im Allgemeinen und die Schiris im Besonderen aufregen kann, worüber dann? Die beiden, die für das Werk als Autor und Sprecher verantwortlich sind, verfügen jeweils über eine Leidensfähigkeit, wie es sich ein Bayern-München-Fan überhaupt nicht vorzustellen vermag. Christian Bärmann ist freier Journalist und Autor, Chefredakteur des Magazins Sportsfreund und seit 1978 leidgeprüfter Fan des 1. FC Köln. Und Martin Maria Schwarz arbeitet als Moderator, Autor und Sprecher bei hr2-kultur. Seit er denken kann, ist er ein Verehrer des Fußballsports und genau so lang schon Anhänger der Offenbacher Kickers. Muss man noch mehr sagen? Nancy-Bush-Krimis Das letzte Taschenbuch, das ich mit Schnittverzierung, also Farbe außen an den Seiten angebracht, gekauft habe, trägt den Titel »Famous American Plays of the 1950s«. Das war 1980. Schnittverzierungen dienen dazu, die Seiten zu schützen, weil sie durch die Farbe ein bisschen versiegelt werden. Und natürlich dem Schmuck, wie beim Goldschnitt. Und sie dienen einem wunderbar altmodischen und romantischen Gefühl, wenn man die Seiten umschlägt und sie erst ein bisschen lösen muss – denn sie waren zuvor garantiert ungelesen. Die drei Krimis, um die es gehen soll, sind in rot, blau und grün verziert. Doch wie sagt der Angelsachse so treffend: Never judge a book by its cover. Und auch nach der Schnittverzierung sollte man ein Buch beurteilen, das stimmt schon. Schauen wir also auf den Inhalt. Bei den Romanen »Nirgends wirst du sicher sein«, »Niemals wirst du ihn vergessen« und »Niemand kannst du trauen« (ob die Übersetzer lange mit sich gerungen haben, bevor sie sich gegen »Niemanden« entschieden haben?) handelt es sich eine Trilogie, bei der man nicht notwendiger Weise die Reihenfolge einhalten muss. Aber besser ist es trotzdem, denn die Figuren aus dem ersten Roman tauchen auch in den weiteren wieder auf, wenn auch in unterschiedlicher Intensität. Der eine oder andere taucht auch gar nicht mehr auf, weil er nämlich tot ist, aber so ist das nun mal im Krimi. Das Hauptaugenmerk liegt in allen drei Romanen auf September Rafferty, die gerade Detecti- ve September Rafferty geworden ist, denn sie ist von der Streifenpolizistin – die heißen Officer in den USA – ins Morddezernat von Laurelton versetzt worden, einer (meines Wissens fiktiven) Stadt in der Nähe von Oregons Hauptstadt Portland. Laurelton mag ausgedacht sein, aber in Oregon kennt sich Nancy Bush aus, wuchs sie doch hier mit ihrer Schwester auf. Ihre Schwester, mit der sie bereits mehrfach zusammengearbeitet hat, ist übrigens Krimi-Autoren Lisa Jackson, der das Schreiben über Verbrechen wohl ebenfalls

TIPPS 37 im Blut zu liegen scheint. Dabei wirkt Oregon immer so friedlich, aber vielleicht funktionieren Krimis, die dort angesiedelt sind, deshalb besonders gut, denn anders als in New York oder Los Angeles erwartet man hier nichts Schlimmes. Da liegt man aber komplett falsch, wie September schon an ihrem ersten Tag feststellen muss. Den seltsamen Vornamen hat sie übrigens, weil ihr Vater alle seine zahlreichen Kinder nach ihrem Geburtsmonaten benannt hat: March, May, July. Zum Glück ist Septembers Zwillingsbruder am 31. August kurz vor Mitternacht geboren worden und sie wenige Minuten später am 1. September. Sonst hieße sie Augusta! Ihr Bruderherz ist ebenfalls Polizist geworden, wofür er ebenfalls wie September auch von ihrem Vater enterbt wurde. Allerdings ist Auggie, wie ihn alle nennen, schon länger dabei und meistens undercover unterwegs. Gnädiger Weise wird September meistens einfach Nine genannt, nach dem neunten Monat. Ihr Einstieg in die Arbeit bei der Kriminalpolizei ist alles andere als einfach. Das liegt auch daran, dass sie mit Gretchen zusammenarbeiten muss, die so kratzbürstig ist, dass allen anderen Detectives sich weigern, ein Team mit ihr zu bilden. Außerdem entfällt die Einarbeitungszeit komplett, denn es muss ein Massaker aufgeklärt werden in einer Firma, die Computerspiele unter großem Sicherheitsaufwand herstellt – oder doch vielleicht etwas für die Rüstungsindustrie? Und dann gibt es auch noch eine Entführung. Und zu schlechter Letzt muss auch noch ein Serienmörder geschnappt werden, der Sprüche in seine Opfer schnitzt. Wenig hilfreich ist da die lästige Öffentlichkeit, speziell das lokale Fernsehen, das mehr veröffentlicht, als gut für die Lösung der Fälle ist. Viel mehr darf natürlich nicht verraten werden, aber die Spannung ist garantiert. Der deutsche Leser hat bei den Romanen von Nancy Bush übrigens den Vorteil, dass die Übersetzungen kurz hintereinander herausgekommen sind. Man muss also nicht ein Jahre lang auf den nächsten Band warten, sondern kann sie alle hintereinander weg lesen. Und ja, ich gebe zu, das genau so gemacht zu haben, was blöd ist, wenn man am nächsten Tag arbeiten muss. Schließlich sind die echten Schmöker zwischen 431 und 478 Seiten dick, was ein guter Deal bei 9,99 Euro Kosten ist! Erschienen bei Knaur. Ach ja, das rote Buch ist das erste, das blaue das zweite und das grüne das letzte, falls Sie auch nach Farben im Buchladen suchen. Alice Phoebe Lou Sie sieht aus wie ein kleines, mageres, blondes Engelchen. Wenn sie sagen würde, sie wäre fünfzehn, würde man ihr das abnehmen. Aber sie ist »schon« 22. Und tatsächlich ist das, was sie sagt, und vor allem das, was sie singt, viel älter als es die zarten 22 Jahre vermuten lassen. Alice Phoebe wuchs als Tochter von Dokumentarfilmern in Südafrika auf, besuchte dort die Waldorfschule, die ihr Interesse an allen möglichen Kunst- und vor allem Musikrichtungen förderte. Mit 16 kam sie dann zum ersten Mal nach Europa und verbrachte den Sommer in Paris und Amsterdam. Zurück in Südafrika konnte sie es kaum abwarten, ihre Schule zu Ende zu machen, um dann sofort wieder auf die Reise, oder sollte man sagen auf die Walz, zu gehen. Mit 500 Euro in der Tasche hatte sie vor, sich monatelang in Europa aufzuhalten. Sie landete in Berlin, das sie wegen der offenen Atmosphäre und der Aufgeschlossenheit selbst von Leuten nicht ihrer Generation sofort ins Herz schloss. Sie kam in einer WG unter und machte Straßenmusik für ihren Lebensunterhalt und weil sie es liebte. Dabei gab sie vor allem selbst Komponiertes zum Besten. Nur mit einer Gitarre, einem tragbaren Verstärker und ihrer einzigartigen, gleichzeitig glockenklaren und rauen Stimme ausgestattet gelang es ihr, das vorbeiziehende Publikum in ihren Bann zu schlagen. Sie Erdbeeren zum Selbstpflücken! Leckere Früchte auch gepflückte, frisch vom Feld. An der B 55 zwischen Wiedenbrück und Langenberg in Höhe Landmaschinen-Hecker (beschildert). Durchgehend geöffnet von 7 bis 19 Uhr - auch sonntags Hellweg, Langenberg Telefon (05248) 418

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