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Das Stadtgespräch Juli 2018

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56 seniorenzeitung

56 seniorenzeitung Das Stadtgespräch Auf der Parkbank SIE Welchen Tag haben wir heute? ER Heute ist Freitag und morgen ist Samstag und übermorgen haben wir den Sonntag. Warum fragst du? SIE Diese Antwort wollte ich gar nicht von dir hören. Welches Datum haben wir heute? ER Heute ist der 13. April 2018, reicht das? SIE Und was bedeutet dieser Wochentag in Verbindung mit dem Datum? Ich will es dir sagen, falls du nicht selbst darauf kommst: Wenn der 13. eines Monats auf einen Freitag fällt, dann ist das ein Unglückstag, dann muss man besonders Acht geben und sich vorsehen. ER Und das glaubst du wirklich? Das ist reiner Aberglauben! Und der passt überhaupt nicht mehr in unsere Zeit, das sind Ammenmärchen! SIE Ich kann dir beweisen, dass der 13. eines Monats ein gefährlicher Tag ist, und dass er das ganz besonders ist, wenn er auch noch mit einem Freitag zusammen trifft. ER Da bin ich mal gespannt, welche negativen Erfahrungen du mit dieser Zahl und diesem Wochentag hast. Erst vorgestern las ich in der Zeitung, dass statistisch kein Zusammenhang besteht. Andererseits gibt es eine Erklärung dafür, wieso sich Menschen erinnern, dass just an diesem Tag in irgendeinem Jahr etwas Ungewöhnliches geschah und dass sie sich haarklein daran erinnern. Wegen ihres Aberglaubens waren sie an diesem Tag besonders aufmerksam, dass Unangenehmes oder auch Gefährliches passieren könnte und würde. Und wenn dann zufälligerweise etwas passierte, dann lag das ...mitgehört und aufgeschrieben an dieser Datenkombination, wie sie glaubten, und dann blieb das auch für immer und ewig im Gedächtnis haften. SIE Du kannst reden und glauben, was du willst. Ich beweise dir auch ohne Aberglauben, dass etwas dran ist am Freitag dem Dreizehnten. Vor einigen Jahren wollte ich mit dem Fahrrad in die Stadt fahren, um einzukaufen. Ging aber nicht, das Rad hatte einen Platten. Ich hatte es eilig und machte mich zu Fuß auf den Weg. Nach dem ©eyetronic - Fotolia.com Einkaufen wollte ich im Geschäft bezahlen, doch meine Geldbörse war weg, gestohlen, große Aufregung! Alles Weitere muss ich dir nicht erzählen. Zuhause stellte ich dann fest, das mir das alles an einem Freitag, dem 13. passiert ist. Reicht dir das als Beweis? ER Schlimm, schlimm, aber beweisen kann das gar nichts. Für mich steht fest, dass Aberglauben gleich welcher Art negativ ist, das er aber wohl unausrottbar bleibt. Erna und Berta »Da hab ich doch neulich jemanden ganz begeistert von einer Reise erzählen hören, obwohl die Hotels von einfachster Art und die Straßen desolat waren, die Einheimischen unter bedauernswerten Lebensumständen zu existierten schienen, vor den Geschäften lange Schlangen standen und die Häuser verfielen. Aber die Lebensfreude, die die Erzählerin dort erlebt hat, fand sie unglaublich. Abends überall Musik und tanzende Menschen in den Straßen.« »Ich weiß ja nicht. Wenn ich aufmerksam bin, höre ich bei uns auch singende, fröhliche Menschen. Meistens sind ihre Haare etwas dunkler als unsere und ihre Musik ist nicht unbedingt unser Geschmack.« »Ach, du meinst die Asylanten, die da bei euch in der Nähe untergebracht sind? Ich würde denen am liebsten sagen, dass sie doch bitte mit dem Lärm aufhören sollen.« »Ja, siehst du? Das mein ich. Wenn etwas weit weg ist, ist es exotisch und toll. Kommt das Geschehen aber vor die eigene Haustür, wird es ganz schnell ganz störend.« »Oh ja richtig, das erinnert mich an Kinderzeiten, als man von den ersten Italienreisenden hörte, wie pittoresk es doch alles im Süden ist. Pittoresk, was für ein Wort. Das gibt es heut gar nicht mehr. Na, wie auch immer, als die Gastarbeiter dann aus dem Süden geholt wurden und anschließend sogar ihre Familien nachkamen, da waren ihre Wohngebiete nicht mehr malerisch, sondern nur noch unordentlich.« »Ja, die Einstellungen ändern sich offenbar sehr schnell. Denk nur, wenn du Autofahrer bist, stehst du mit allen Fahrradfahrern und Fußgängern nahezu auf Kriegsfuß. Bist du aber Radfahrer, sind diese egoistischen Autofahrer oder die Fußgänger, die ohne nach rechts und links zu gucken auf den Zebrastreifen laufen, ganz unten in deiner Werteskala. Und wenn du erst Fußgänger bist, na, dann sind ja alle anderen sowieso das Allerletzte.« Gebet der Theresia von Avila »O Herr, du weißt es besser als ich, dass ich von Tag zu Tag älter werde – und eines Tages alt. Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit etwas sagen zu müssen. Erlöse mich von der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten anderer regeln zu wollen. Lehre mich nachdenklich, aber nicht grüblerisch und hilfreich, aber nicht aufdrängend zu sein. Bei meiner ungeheuren Ansammlung von Weisheit erscheint es mir jammerschade, sie nicht weiterzugeben – aber du verstehst, o Herr, dass ich mir ein paar Freunde erhalten möchte. Bewahre mich vor der Aufzählung endloser Einzelheiten und verleihe mir Schwingen, zur Pointe zu kommen. Lehre mich schweigen über meine Krankheiten und Beschwerden. Sie nehmen zu – und die Lust, sie zu beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr. Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir die Krankheitsschilderungen anderer mit Freude anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen. Lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich irren kann. Erhalte mich so liebenswert wie möglich. Ich möchte kein Heiliger sein – mit ihnen lebt es sich so schwer – aber ein alter Griesgram ist das Königswerk des Teufels. Lehre mich, in anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken. Und verleihe mir, o Herr, die schöne Gabe, sie auch lobend zu erwähnen.«

seniorenzeitung 57 Kassenpatient: Kein Termin zum Quartalsende Wenn das Quartal zu Ende geht, werden Kassenpatienten/Innen in Fach- und Hausarztpraxen häufig abgewimmelt. Vor allem im März, Juni, September oder Dezember heißt es dann: »Leider haben wir erst in ein paar Wochen wieder Termine zu vergeben«. Bei Patientenneuzugängen geht dieser Feststellung oftmals die möglichst unauffällig gestellte Frage voraus: »Gesetzlich oder privat versichert?«. Das dies keine individuelle Erfahrung von Patienten/ Innen ist, bestätigt jetzt eine ak- tuelle Studie. Hintergrund für das Verhalten von Praxen ist die Abrechnung über das sogenannte Regelleistungsvolumen, das die Kosten deckeln soll. Ende des Quartals fangen deshalb viele Ärzte an zu sparen. Gesetzlich versicherte Patienten müssen in diesen Monaten nicht selten auf Bereitschaftsdienste ausweichen. Rund 70 Prozent der Leistungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, unterliegen dem sogenannten Regelleistungsvolumen. Dieses kommt einer Art Obergrenze gleich, mit der die Ausgaben im Gesundheitswesen eingedämmt werden sollen. Haben Arzt oder Ärztin zu viele Patienten behandelt, bekommen sie darüber hinausgehende Leistungen nur zu einem abgestaffelten Preis vergütet, wie es bei den gesetzlichen Krankenkassen heißt. Nur 30 Prozent fallen in den Bereich der extrabudgetären Leistungen. Dazu zählen zum Beispiel ambulante Operationen, Vorsorgeuntersuchungen und Krebsbehandlungen. Für sie erhalten Ärztinnen und Ärzte immer den vollen Preis der Gebührenordnung. Bei Hausärzten unterliegen sogar 86 Prozent der Leistungen dem Regelleistungsvolumen. Darunter fallen vor allem Basisleistungen wie Patientengespräche und Routineuntersuchungen. Wenn es um Routinebehandlungen geht, sind Kassenpatienten also klar benachteiligt, denn für Privatpatienten gibt es keine vergleichbare Einschränkung. Einziger Vorteil der Benachteiligung von Kassenpatienten: Weil Privatpatienten mehr Geld bringen als Kassenpatienten, laufen sie Gefahr, überversorgt zu werden. gelesen in der SoVD-Zeitung Heiterkeit des Herzens schließt wie der Frühling alle Blüten im Inneren auf. Jean Paul Der Hund (Des Menschen bester Freund?) »Mein Hund liebt mich«, »Ein Hund ist so dankbar und gibt soviel zurück«? Hunde sind Rudeltiere, aber gleichzeitig auch vollkommene Egoisten und würden dich ohne zu zögern für ein Schinkenbrot an die Organmafia verkaufen. Der liebe Hundehalter ist sein Büchsenöffner, sein Jäger, der sein Futter ganz einfach und selbstverständlich in den Napf bringt, deswegen ist er auch sein bester Freund. Er liebt sein Herrchen oder Frauchen auch nicht. Er macht blöde Kunststücke, damit sein »Zweibein« aus Verzückung ausrastet, ihn mit Zusatzfutter überhäuft und ihm auch noch das Sofa überlässt, vielleicht sogar auch noch das Bett und die Hälfte seines Mittagsessens, und um ehrlich zu sein: man überlässt ihm quasi alles! Seine Herrschaften knausern beim Einkauf eigener Lebensmittel, doch für »Hundchen« ist gar nichts teuer genug, ganz gleich ob es sich um das Futter oder um Hundeausrüstung geht: Für den Menschen ist selbst ein Salatkopf zu teuer, der »beste Freund« kann sich an Antilopenfleisch, das Kilo für 25 € erfreuen. Und Er bzw. SIE laufen mit immer denselben kaputten Jeans herum, während »Fiffi« Leinen und Halsbänder für jede Ausgehgelegenheit hat. Hat »Hundchen« einmal gehustet, ist es vielleicht sterbenskrank? Nur die beste Tierklinik kommt in Frage, selbst wenn der Gegenwert einer Ferienwoche dafür auf den Tisch gelegt werden muss. Zusätzlich als Rehamaßnahme wird Besonderes gekocht, Massage und Wärmflasche inklusive. Die Liste könnte ohne Übertreibung weitergehen. Übertreibung? Einmal nur umschauen und vielleicht auch mal eigenes Verhalten überprüfen. Aber wer wird nicht einfach schwach, wenn so ein Fellbündel dich mit seinen Knopfaugen ansieht? Impressum Seniorenzeitung: Verantwortlich für den Inhalt ist der Seniorenbeirat der Stadt Rheda-Wiedenbrück. Ständige Mitarbeit: Karl-Josef Büscher, Margret Kohler, Vroni Korsmeier, Carola Linnemann, Hans Dieter Wonnemann, Koordination: Arnold Bergmann Übrigens: Leserzuschriften erwünscht! Rathausplatz 13, 33378 Rheda-Wiedenbrück, E-Mail: seniorenbeirat@ rh-wd.de, Schreiben Sie uns, wir antworten bestimmt

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