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Das Stadtgespräch Juli 2018

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30 Das

30 Das Stadtgespräch HEFTIGE KONTROVERSE UM NEUE FASSADE AN DER GESAMTSCHULE HEFTIGE KONTROVERSE UM NEUE FASSADE AN DER GESAMTSCHULE Befürworter haben Mehrheit Womit möchten Sie in Zukunft heizen? Heizungsrechner unter: www.otterpohl-gmbh.de Kupferstraße 6 | Rheda-Wiedenbrück Tel. 05242-93750 | 24-Stunden Notdienst »Ich entschuldige mich bei den Bürgern dieser Stadt und bei allen Ratsmitgliedern!« Mit diesen Worten übernahm Bürgermeister Theo Mettenborg die politische und inhaltliche Verantwortung für die geplante Umgestaltung der gerade neu erstellten Fassaden an der Dreifeldhalle sowie Mensa und Aula der städtischen Gesamtschule an der Fürst-Bentheim-Straße. Uwe Henkenjohann, CDU-Fraktionssprecher, sprang ihm bei: »Klar, es sind hier im Vorfeld Fehler passiert, die zu der jetzigen Entscheidungssituation geführt haben. Dafür trägt aber der Bürgermeister nicht die alleinige, sondern wir alle die Verantwortung«. Ursachen Im Verlaufe der zweistündigen, teilweise sehr hitzig und emotional geführten Debatte im Ausschuss für Grundstücke und Gebäude kristallisierten sich die Fehler heraus: SPD-Ratsmitglied Marco Sänger gestand ein, dass in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren alle Ratsmitglieder die Details der Planung und die Visualisierungen gesehen haben: »Aber als die Arbeiten abgeschlossen waren, hat mich doch überrascht, was in der Umsetzung daraus geworden ist. Man kann sich manches eben nicht so richtig vorstellen«. »Wir können das Ergebnis so nicht lassen«, so sein Fazit. Sein Fraktionskollege und Baufachmann Peter Berenbrinck erinnerte daran, dass er schon sehr früh gewarnt habe: »Wir kriegen eine Billigfassade. Alle waren dabei, als wir über die Fassade und das Material der Fassade ganz genau gesprochen haben. Sie alle haben von den Dingen im Detail gewusst«, warf er den Befürwortern vor. Ernst Sebbel (FDP): »Es ist bedauerlich, dass wir den Gestaltungsbeirat nicht rechtzeitig involviert haben«. Uwe Henkenjohann urteilte rückblickend: »Ich hätte mir mehr Kommunikation gewünscht. Wir hätten die Beteiligung des Gestaltungsbeirates einfordern müssen«. Für die Bündnisgrünen unterstrich Hermann Heller-Jordan: »Es gab Defizite im Prozedere. Sie sind zu analysieren, damit wir in Zukunft Schritte einbauen, damit so etwas nicht wieder passiert«. Der Bürgermeister machte deutlich, dass die Kritik berechtigt sei. »Ebenfalls die Häme über unser Vorgehen werden wir aushalten müssen«, sagte Mettenborg. Der Bürgermeister erinnerte an den Beratungsmodus vor gut zwei Jahren, als die Flüchtlingskrise große Teile der personellen Ressourcen in der Verwaltung gebunden hatte. Henrika Küppers, CDU-Ratsfrau, gab zu bedenken: »Natürlich ist es schlimm, einen Fehler zu machen. Aber viel schlimmer ist es, Fehler zu sehen und nichts zu unternehmen«. Walter Hauer, Vorsitzender des Gestaltungsbeirates, hob hervor, dass der Mut der Stadtverwaltung und Ratsmehrheit Fehler einzugestehen, ein wichtiger Beitrag zur Glaubwürdigkeit der Stadt sei. Fehler Unisono wiesen die Befürworter der Umgestaltung darauf hin, dass es nicht nur um eine optische Verbesserung der Außenfassaden an der Gesamtschule und der gegenüberliegenden Sporthalle, eine städtebauliche Wirkung, sondern zugleich um eine Funktionsverbesserung gehe: Beispielsweise erhält der Haupteingang der Schule durch einen Rückbau des Vordachs und die Öffnung der Bestandsfassade um ein Lichtband eine deutlich optimierte Belichtung, machte der Architekt Kai Brüchner-Hüttemann deutlich. Für den erforderlichen Wetterschutz soll ein leichtes, lichtes Glasvordach sorgen. Bei der Sporthalle soll ein neues Vordach diese Funktion übernehmen. Die deutlich höher und größer ausgefallene Belüftungsanlage über der Küche wird von der neuen Fassade verkleidet. Die Mehrheit des Ausschusses stimmte mit dem Architekt überein, Farben und Materialien sowohl an der Dreifeldsporthalle, als auch an dem Schulbaukörper gleichermaßen zu verwenden, um den Wiedererkennungswert zu steigern und trotz der Trennung durch die Straße, die Zusammengehörigkeit erlebbar zu machen. Der Architekt stellte drei Varianten zu optischen Umgestaltung vor. Die neuen Platten könnten bspw. aus Kupfer oder Alucobond sein. Das Ziel ist eine harmonische, stilvolle Anmutung. Sänger resümierte: »Das neue Konzept ist eine deutliche Verbesserung der Funktionalität und Optik«. Mettenborg: »Wir können den Ist-Zustand nicht so lassen. Mit der geplanten Maßnahme stellen wir den Gleíchklang unter den Schulen wieder her«. Und Henkenjohann: »Es mag uns gefallen oder nicht: Die Eltern entscheiden bei der Schulwahl auch nach dem äußeren Eindruck«. Kritik Peter Berenbrinck gesteht zwar ein, dass die Vorschläge von Architekt Kai Brüchner-Hüttemann eine »sehr große Verbesserung der Situation bringen« – aber nichtsdestotrotz sei er gegen die Umsetzung. Er halte es für unglücklich, dass der Architekt ein Mitglied des Gestaltungsbeirates sei. Zum anderen habe er immer vor dem Erhalt einer Billig-Fassade gewarnt. Seine Warnungen hätte man ignoriert. Nun soll bei der Nachrüstung alles möglich sein. Außerdem kritisierte er äußerst scharf den Bürgermeister. Der SPD-Mann bemängelte, dass der

31 Bürgermeister Theo Mettenborg übernimmt die politische und inhaltliche Verantwortung. Bürgermeister die versprochene Aufstellung über die Gelder, die durch die Umgestaltung »in den Sand gesetzt werden«, nicht bis zur Ausschusssitzung geliefert habe. »Das finde ich unfair. Sie verschweigen damit, wie viel Geld verloren geht«. Ernst Sebbel stellte heraus, dass es hier um Steuergelder gehe. Es sei sinnvoller, diese zur Verbesserung der Lernbedingungen als zur Optimierung der Hülle zu verwenden. Die Umgestaltung bedeute eine Verschwendung von Steuern. »Ich möchte wissen, ob es die Umgestaltung gäbe, wenn es das finanzielle Plus nicht durch die Ausschreibungen erzielt worden wäre«, meinte Sebbel nach der Debatte. Ähnlich FDP-Sprecher Patrik Büker: »Es geht um Grundsätzliches: Die geplanten Investitionen gehen nicht in die pädagogische Ausbildung«. Gegenrede Ausschussvorsitzende Elisabeth Witte (CDU): »Die Baumaßnahmen sind für die nächsten 40–50 Jahre bestimmt«. Uwe Henkenjohann: »Eine ausschließlich wirtschaftliche Betrachtung der Investition dividiert die Stadt auseinander«. Und auf eine Anfrage des von der FDP eingeschalteten Bundes Deutscher Steuerzahler sagte er: »Wir haben in unserer Fraktion wiederholte Male über die Kosten gesprochen. Vier Mitglieder teilten die finanziellen Bedenken. Am Ende, wenn die Änderungen stehen, werden alle sagen: Gut, dass wir die Änderungen beschlossen haben. Das Geld ist gut angelegt«. Theo Mettenborg: »Natürlich prägt ein Raum die Menschen. Dazu zählt beispielsweise auch die optische Aufwertung des Ratsgymnasiums durch die neue Brückensituation«. In der Sitzungsvorlage schreibt er, dass das »für den gesamten Schul- und Turnhallenneubau politisch vorgegebene Gesamtbudget in Höhe von 20,728 Mio. Euro einzuhalten bleibt«. Darin enthalten seien die zusätzlichen Kosten für die Dreifeldturnhalle mit rund 435.000 Euro und für die Mensa / Aula mit rund 320.000 Euro. Beschluss Von den 13 Mitgliedern des Ausschusses für Grundstücke und Gebäude stimmten 11 (CDU, Bündnisgrüne, Teile der SPD) für die Umsetzung der von Architekt Kai Brüchner-Hüttemann vorgetragenen Vorschläge. Dagegen stimmten Peter Berenbrinck (SPD) und Ernst Sebbel (FDP). Fragen zum konkreten Bauablauf sollen kurzfristig mit der Schulleitung abgestimmt und eine entsprechende Zeitplanung den politischen Gremien vorgestellt werden. Raimund Kemper Sommerangebot im Aktivita! Starten Sie jetzt mit Ihrem Gesundheitstraining und werden Sie fitter für Alltag, Beruf oder Schule! 99,- € € statt 149,- Startgebühr. Sie sparen 50,- € Aktivita - Gesundheitszentrum Hellweg 22 • 33378 Rheda-Wiedenbrück • Training: (05242) 377314 www.aktivita-recker.de Gültig bei einem Abschluss einer Jahresvereinbarung von Anfang Juli bis Ende August 2018.

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