Aufrufe
vor 3 Jahren

Das Stadtgespräch Juli 2017

  • Text
  • Juli
  • Rheda
  • Menschen
  • Kinder
  • Beiden
  • Zeit
  • Haus
  • Gemeinsam
  • Bier
  • August
  • Rhwd.de

6 Das

6 Das Stadtgespräch »Graffiti« an der Bahnhofstraße AUF FRISCHER TAT Sprayer on Tour erwischt Farbschmierereien sind selten die Kunst, für die sie die Sprayer ausgeben. Kunst kommt von Können, wie auch manches Graffito zum Beispiel an Resten der Berliner Mauer vor Augen führt. In Rheda- Wiedenbrück finden sich eher geistlose, unverschämt nachlässig aufgesprühte Schmierereien, die nur deshalb in das Auge des Betrachters springen, weil ihre aufdringliche Hässlichkeit von schöneren Blicken auf Natur und Architektur ablenkt. Hier sind unsere Altstadtensembles, restaurierte Mauern und jede schlichte, sauber verputze Wand ein allemal attraktiverer Anblick als das, was uns pubertierende Möchtegernkünstler aufzwingen. So lange die Strafe nicht darin besteht, dass Geschädigte ihrerseits mit einer Spraydose über Zweiräder, Laptops und Sneaker der Sprayer herfallen dürfen, freuen wir uns über den Fahndungserfolg der Polizei im Bereich Königsforst mit einer gewissen Genugtuung, um nicht zu sagen »klammheimlicher Freude«! Dort wurden drei von sechs Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren erwischt, nachdem sie an einem Supermarkt Graffitis aufgesprüht hatten. Die Identität der anderen kam bei der polizeilichen Untersuchung zu Tage. Die Spraydosen hatten sie noch eingesteckt. Sie – und selbstverständlich auch ihre unbedarften oder ach so toleranten Eltern – sollen für zwei Dutzend weitere Schmierereien im Stadtgebiet verantwortlich sein. Unbekannt sind hingegen immer noch die Sprayer, die in Rheda »Bullenhass« auf verschiedene Wände in der Innenstadt schmierten. Mit Kunst hat das nichts zu tun, vielmehr ist es Ausdruck des eigenen Unvermögens, seine Konflikte und kreativen Impulse dort auszutragen, wo sie hin gehören. Werden die Graffiti-»Künstler« erwischt, wird es für sie und ihre Eltern teuer. Es ist sehr aufwendig, die Farbe von einer Hauswand zu entfernen, häufig ist nach umweltschädlichen, gründlichen Reinigungsarbeiten auch noch ein neuer Anstrich erforderlich. Das alles wird dann den Sprayern in Rechnung gestellt. Dazu kommt eine Anzeige der Geschädigten und das von der Polizei eingeleitete Strafverfahren wegen Sachbeschädigung. Sich mit echter Kunst zu profilieren, ist also preiswerter, allerdings auch anspruchsvoller... FOTOGRUPPE »LICHTBILDNER« WAR DENN MAL WEG Auf dem Westfälischen Jakobsweg von Minden nach Soest (Kem) Die Luft war angenehm kühl. Die »Lichtbildner« hatten sich am Mindener Dom getroffen. Bevor sie aufbrachen, holten sie sich in der Stempelstelle für Pilger im Haus am Mindener Dom Abdrucke für ihre Pilgerpässe. Dann machten sie sich frohen Schrittes auf den Weg. Dieser führte sie zuerst durch die historische Altstadt. Sie fotografierten fleißig. Historische Motive gehören zu ihren Leidenschaften. Und was man mag, möchte man festhalten, bewahren. Als sie die letzten Häuser Mindens hinter sich gelassen hatten, ging es an Feldern, Wiesen und Wäldern vorbei. Sie wussten die Ruhe, die Ausgeglichenheit, die sie dabei empfanden, zu schätzen. Das Zwitschern der Vögel, die Farbenfülle der Blumen, das üppige Grün der Bäume hatte es ihnen angetan. Sie nahmen alles auf, was sie beeindruckte: in Farbe, Schwarz-weiß, mit den unterschiedlichsten Belichtungszeiten. Mehrere tausend Fotos kamen zusammen. Und schließlich taten sie durch das Wandern auch noch etwas für ihre Gesundheit. Denn alltags fehlt es den meisten von ihnen doch etwas an Bewegung. Es folgte der Aufstieg zum Kaiser- Wilhelm-Denkmal. Der war nicht ohne. Steil und schweißtreibend ging es nach oben. Die Aussichtsplätze konnten sie natürlich nicht einfach links liegen lassen und so hatten sie innerhalb weniger Minuten schon eine Menge Fotografien auf dem Chip der Kamera. Gut, dass sie ausreichend Wasser und Lebensmittel mit hatten. Weit

7 und breit gab es keinen Supermarkt. Gut bürgerliche Küche gab es dann an der Wittekindsburg. Irgendwann ging es Richtung Werre. Schön war es definitiv, aber laut! Denn die Autobahn verläuft ganz in der Nähe. Nach einer Unterführung kam die Gruppe in Löhne-Gohfeld an – eine sehr schnuckelige Ortschaft. Schließlich stand der Sender Herford vor den Pilgerreisenden. Weiter ging es durch das Naturschutzgebiet Uhlenbachtal und die Herforder Innenstadt, zum Obersee und dem Viadukt in Schildesche. In der Bielefelder Nicolaikirche stießen sie auf eine offizielle Stempelstelle. Von der Sparrenburg aus wanderten sie zur Ruine der Jostbergkapelle und durch die Lutter-Auen zu der bereits 1535 erstmalig erwähnten »Niemöllers Mühle«. Von dort führte der Pilgerweg weiter über Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück. Die offizielle Stempelstelle ist hier in der Stadtkirche bzw. gleich gegenüber im Büro der Flora Westfalica. Über Langenberg und Lippstadt erreichten die Lichtbildner über den Jakobsweg schließlich Soest. Die Stadt- und Landschaftsbilder wechselten und mit ihnen die Gedanken, Ereignisse und natürlich die Motive, die sie zu unendlich vielen Foto-Strecken inspirierten. (V. l.) Pfarrer Rainer Moritz, Andreas Gerling, Detlef Witte und Thomas Maletz mit einer Ansicht von der Ems in Rheda Dass es da nicht so schnell voran ging, hatten die Lichtbildner einkalkuliert. Statt 20, 30 Tageskilometer-Etappen schafften sie gerade ca. acht Kilometer. Insgesamt brauchten sie für den 145 km langen Westfälischen Jakobsweg von Minden nach Soest 20 Tage. Da sie aus zeitlichen Gründen nur einmal im Monat, immer sonntags, eine Etappe machen konnten, brauchten sie für ihre Pilgerreise fast zwei Jahre – bei 40 °C im Schatten, Regen sowie Eis und Schnee. Die achtköpfige Gruppe hatte diesen Abschnitt der europaweiten Jakobswege seit Anfang 2015 erlebt, erlaufen und fotografisch festgehalten. Sieben Teilnehmer dieses Projekts stellen jetzt eine Auswahl ihrer fotografisch festgehaltenen Eindrücke in der Stadtkirche aus. Das sind die in Rheda-Wiedenbrück lebenden Andreas Gerling, Thorsten Bleisch, Friederike Sinne sowie Thomas Maletz, Detlef Witte, Karin Maletz und Sandra Ronzani aus Ratingen. Sie sind mit jeweils vier eingerahmten Vergrößerungen vertreten. Als der Lichtbildner Detlef Witte Pfarrer Rainer Moritz auf die Durchführung der Ausstellung ansprach, war dieser davon spontan angetan. Das Thema spricht ja nicht nur katholische Gläubige an. Ebenfalls viele evangelische Menschen »verspüren das Bedürfnis, ganzheitliche Erfahrungen zu sammeln. Die lichtvollen Bildimpressionen und eindrucksvollen Fotografien laden zu einer spirituellen Auszeit ein und ermöglichen eine kleine, stille Pilgerreise in der Stadtkirche«, erklärte der Geistliche bei einem Pressegespräch zu der Ausstellung. Sie ist noch bis zum 16. Juli zu sehen. Die Öffnungszeiten: Di, Do 15 – 17; Mi, Sa 10 – 12 Uhr sowie nach Vereinbarung (Ruf 42417). Im September und Oktober kommt sie nach Soest. Weitere Termine folgen. Der Pilgerweg von Minden nach Soest wurde 2013 neu eröffnet. Er ist an historisch belegte Wegführungen aus dem Mittelalter angelehnt. Es ist der dritte durchgehende Weg der Jakobspilger durch Westfalen. In Soest mündet er in den Weg Höxter–Dortmund (Hellweg-Route) mit Anschlüssen nach dem über 2000 Kilometer entfernten nordspanischen Santiago de Compostela, zum Grab des Apostels Jakobus des Älteren. Pilgern oder »Beten mit den Füßen« ist in unserer Zeit neu entdeckt worden – nicht erst, seit TV-Stars wie Hape Kerkeling sich auf den Weg machten. Papst Johannes Paul II. hatte einst die Staaten Europas dazu aufgefordert, sich ihrer historischen Pilgerwege zu besinnen. Infos zur Fotogruppe: www.dielichtbildner.com. Informationen zu Wegbeschreibungen, Stempelstellen, Pilgerpass und Unterkünfte: www.lwl.org (Landschaftsverband Westfalen Lippe), www.muenster. org/jakobus (Jakobusgesellschaft Münster), www.jakobusfreundepaderborn.com (Freundeskreis der Jakobuspilger Paderborn). Sonnenschutz für Brillenträger in Sehstärke in Sehstärke in Gleitsicht-Sehstärke 29 € * 159 € * Oelde · Geiststr. 7-11 · Tel.: 0 25 22 / 8 32 05 62 Rheda-Wiedenbrück (Firmensitz) · Wasserstraße 32 · Tel.: 0 52 42 - 4 05 49 65 Herzebrock-Clarholz · Clarholzer Straße 49 · Tel.: 0 52 45 - 9 21 35 41 www.diezwei-hoerenundsehen.de Rennefeld und Oesterschlink GmbH & Co. KG

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

© 2020 lokalpioniere
Impressum / Datenschutz