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Das Stadtgespräch Juli 2017

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49 Baywatch in echt Rote Flaggen und Warnschilder sind keine Deko die Wurzeln in der Realität. Wer überhitzt ins kalte Wasser springt riskiert damit die Schockstarre des Körpers, die sogar den Herzmuskel stoppen kann. Das passiert keineswegs nur älteren oder kranken Menschen, sondern auch kerngesunden 20-Jährigen. Im vergangenen Jahr ertranken fast 50 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Was den Baggersee in diesem Zusammenhang so tückisch macht, ist das plötzlich steil abfallende Ufer. Schließlich ist ein solcher See – der Name sagt es bereits – nicht natürlich entstanden, sondern ausgebaggert worden, und hat auch meist keinen Zu- und Abfluss, wodurch die Wasserschichten sich vermischen würden. Selbst wenn der See am seichten Ufer warm sein sollte, kann er dennoch nur zwei Meter vom Ufer entfernt furchtbar kalt sein. Und auch Schlingpflanzen gibt es anders als im Freibad oder Hotelpool in natürlichen Gewässern, was durchaus Panik auslösen kann, wenn man kein sicherer Schwimmer ist. Gefahrenquelle Alkohol So witzig ein Schwips ja auch sein kann, so wenig sollte man eine durchzechte Nacht oder auch nur den Grillnachmittag mit etwas zu viel Bier durch ein Bad krönen. Denn medizinisch ausgedrückt belastet der Alkohol das Herz-Kreislauf- System. Zudem schwächt er die Wahrnehmungsfähigkeit, etwa bei besagten Wassertemperaturen, die im Baggersee durchaus fünf Grad Unterschied ausmachen können. Und auch die kritische Einschätzung der Situation ist oftmals nicht mehr gegeben – schon gar nicht die kritische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten. Gefahrenquelle Mann Bei der kritischen Einschätzung der eigenen Kräfte sind wir auch ohne Alkohol bei dem, was ich das Daswäre-ja-gelacht-Syndrom nennen möchte, unter dem am häufigsten Männer leiden. Offenbar ist die Selbstüberschätzung ein vorwiegendes männliches Problem, das sich beim Thema Badunfall so dokumentiert: Es kommen viermal mehr Männer als Frauen beim Baden um. Auch oder vielleicht gerade, wenn man früher ein toller Hirsch war – oder besser ein toller Delphin – bedeutet das nicht, dass man (Mann) zwischen 40 und 50 genauso fit ist, wie als 20-Jähriger. Auch hat man in diesem Alter jede Menge Erfahrung, beruflich wie privat. Also lässt man sich doch von jungen Bademeisterschnöseln nicht vorschreiben, wo im Meer denn nun gebadet werden darf. Oder man wählt die Uhrzeit aus, an der man den Strand und das Meer für sich hat. Aber gerade am Atlantik etwa, aber auch an Nordoder Ostsee kann eine Fehleinschätzung tödlich sein, denn zum Beispiel unsichtbare Strömungen können buchstäblich fatal sein. An bewachten Strandabschnitten sind tödliche Unfälle statistisch gesehen dagegen sehr selten. Da hört man auch als Mann besser auf die Anweisungen der Retter, auch wenn die nicht wie die Baywatch-Schönheiten aussehen.

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