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Das Stadtgespräch Juli 2017

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38 TIPPS

38 TIPPS Das Stadtgespräch GUILLAUME MUSSO »Das Mädchen aus Brooklyn« Anna ist seine große Liebe. Davon ist Rafael zu 100% überzeugt. Deswegen werden sie in ein paar Wochen heiraten. Allerdings gibt es eine Sache, die immer noch zwischen ihnen steht: Anna will nicht über ihre Vergangenheit reden. Doch während eines Wochenendes an der Cote d’Azur bricht Anna endlich ihr Schweigen. Und was sie offenbart, reißt Rafael förmlich den Boden unter den Füßen weg. Sie zeigt ihm ein Foto von drei Leichen und gesteht: Das habe ich getan! Rafael ist fassungslos und verlässt überstürzt die Ferienwohnung. Als er zurückkehrt, ist Anna verschwunden. Und auch nachdem er zurück in Paris ist, taucht sie nicht mehr auf. Rafael will Antworten und macht sich gemeinsam mit seinem besten Freund Marc, einem ehemaligen Polizisten, auf die Suche nach Anna. Die Suche führt sie schließlich bis nach New York, wo die beiden in einen Strudel aus immer mehr Ungereimtheiten und Geheimnissen geraten, der sie schließlich auf die Spur eines ungeahnten Verbrechens führt… Bestsellerautor Guillaume Musso hat sich mit »Das Mädchen aus Brooklyn« einmal mehr selbst übertroffen. Gekonnt verstrickt er Vergangenheit und Gegenwart zu einem furiosen Thriller, der dem Leser schlichtweg den Atem raubt und dessen Spannung kaum auszuhalten ist. Das Ende ist eine absolute Überraschung und trifft den Leser völlig unerwartet. Erschienen ist »Das Mädchen aus Brooklyn« im Pendo-Verlag, hat 496 Seiten und ist erhältlich in der Buchhandlung büchergüth für 16,99 Euro. MARION BRASCH »Wunderlich fährt nach Norden« Eigentlich sollte Marion Braschs zweiter Roman eher heißen »Wunderlich fährt im Osten umher«, denn es geht nicht um den Norden. Es geht vielmehr um die Reise des unglücklichen Wunderlich, der gerade verlassen wurde, in die Brandenburgische Provinz. Wäre da nicht das magische Handy, das eine bedeutende Rolle im Roman spielt, könnte man Braschs Werk fast für einen Roman aus dem frühen »real existierenden Sozialismus« halten. In seiner Sprache wie in den teils absurden Figuren erinnert mich »Wunderlich fährt nach Norden« eher an »Ole Bienkopp« von Erwin Strittmatter, der 1963 erschienen als Muster des sozialistischen Dorfromans in der DDR galt. Nun gut, danach hören die Parallelen auch auf, denn eine Botschaft sucht man im Roman von Marion Brasch natürlich vergebens, wäre ja auch seltsam für einen modernen Roman. Obwohl man bei genauerem Nachdenken vielleicht sagen könnte: Lerne den Moment zu lieben. Zum Inhalt: Als Marie ihn verlässt, versinkt Wunderlich zunächst in Selbstmitleid. Doch schon bald schubst ihn eine anonyme SMS zurück ins Leben, und Wunderlich tritt eine Reise an. Eine Reise, die vieles verändert und bei der nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Auf seiner Fahrt wird Wunderlich zum Abenteurer. Doch vor allem entdeckt er, was er vergessen wollte, und findet, was er nicht gesucht hat. Erschienen ist der Roman mit dem seltsamen Humor als Fischer-Taschenbuch (wie »Ole Bienkopp« damals auch, heute im Aufbau Verlag), 287 Seiten, 9,99 Euro. MELISSA FLEMING »Doaa – Meine Hoffnung trug mich über das Meer« Es mag eine Binsenweisheit sein, dass man Geschichte am besten durch Geschichten erfährt, aber auch oder vielleicht gerade im Zeitalter, in dem uns zumindest in den westlichen Demokratien alle Informationen in Sekundenschnelle zur Verfügung stehen, sind Geschichten wichtig. Sozusagen als emotionale Anker. Denn obwohl das Schicksal der Flüchtlinge aus Syrien hinreichend bekannt scheint, beeindruckt das Einzelschicksal einer Betroffenen doch sehr. Melissa Fleming, die Sprecherin der UN-Flüchtlingshilfe, hat das Schicksal einer mutigen jungen Frau aus dem Süden des Landes aufgeschrieben, um es für uns greifbar zu machen und um den Flüchtlingen ein Gesicht zu verleihen. Doaa ist noch ein Teenager, als sie ihre Heimat Syrien verlassen muss, um Krieg und Terror zu entkommen. Zunächst in Ägypten willkommen, dreht sich schon bald der politische Wind und die Syrer sehen sich große Anfeindungen ausgesetzt. Doaa lernt Bassem, auch er ein syrischer Flüchtling, kennen und zusammen träumen sie von einer gemeinsamen Zukunft in Europa. Doch das Schicksal meint es anders. Verschiedene Fluchtversuche scheitern, Schlepper nehmen sie aus und verraten sie zudem an die ägyptischen Behörden. Kurzfristig landen sie sogar im Gefängnis. Schließlich gelingt doch die Flucht, aber das Flüchtlingsboot, dem sie trotz ihrer Skepsis wegen dessen erbärmlichen Zustands ihr Leben anvertrauen, wird auf hoher See von Piraten gerammt und geht unter. Während Doaa verzweifelt ums Überleben kämpft, muss sie mit ansehen, wie Bassem neben ihr in den Wellen versinkt. Von den über fünfhundert Bootsflüchtlingen können nach qualvollen Tagen auf dem Meer nur eine Handvoll gerettet werden. Am Ende überlebt Doaa, ein Baby im Arm, das ihr eine ertrinkende Frau anvertraut hat, und ihr bleibt nichts als die Hoffnung. Sie lebt heute in Schweden. Erschienen ist »Doaa – Meine Hoffnung trug mich über das Meer« bei als Hardcover bei Knaur, 283 Seiten, acht Seiten Bildteil, 19,99 Euro.

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