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Das Stadtgespräch Juli 2017

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36 Das

36 Das Stadtgespräch 8 Stunden in der Brauküche Geschrotetes Malz RHEDA-WIEDENBRÜCKER BRAUT EIGENES BIER Thomas Aulbur ist der »Hopfkopp« An sein erstes Mal kann er sich sehr gut erinnern. »Das war so etwa vor zwei Jahren«, sagt Thomas Aulbur. Damals hantierte der Wiedenbrücker mit Eimer, Kochtopf, heißem Wasser und etwas, das wie geschrotetes Korn aussieht. Ziel der Aktion war es, ein Bier selbst zu brauen. »Der Ablauf des Brauens kommt einem zu- nächst kompliziert vor«, erzählt der 28-jährige, während er in zünftig brauner Schürze geschrotetes Malz in 76 Grad warmes Wasser rieseln lässt. Die Brauküche hat er im Haus seiner Eltern eingerichtet. Dort ist Platz und Ruhe, um aus soliden Zutaten gutes, selbst gemachtes Bier zu brauen. Vor zwei Jahren musste der bärtige Nur noch kurze Zeit! Riesiger Gartenmöbel Räumungsverkauf! im ehemaligen Praktiker/Max Bahr wegen Abteilungsauösung Hauptstraße 129 • Öffnungszeiten: Mo – Fr 10-18 Uhr • Sa 10-16 Uhr Brauer noch improvisieren. Professionelles Gerät fehlte ebenso wie die Erfahrung in der Kunst der Bierherstellung. »Mein erstes Produkt war ein Weizenbier«, erzählt er. »Es war nicht so gut wie meine heutigen Biere, aber man konnte es trinken. Und selbst gemacht schmeckt natürlich immer gut!«. Bis heute hat Thomas Aulbur aus Westermann GmbH & Co. KG Hauptstraße 127 33378 Rheda-Wiedenbrück Tel. 0 52 42 / 98 101-0 info@westermann.cc www.westermann.cc den üblichen Zutaten sieben verschiedene Biersorten gebraut, mit unterschiedlichem Geschmack und Alkoholgehalten zwischen 5 und 9 %. Qualität durch Erfahrung In den beiden ersten Jahren haben nicht nur die gestiegenen Erfahrungen sondern auch die verbesserte Ausstattung der Brauküche die Qualität des Bieres »schmeckbar« verbessert. Neben großen Edelstahltöpfen mit 50 Litern Fassungsvermögen stehen Töpfe mit Spiralen, Rühraufsatz und Zapfhähnen sowie eine Waage und verschiedene Schöpfbehälter. Eine große Abzugshaube über der Arbeitsfläche saugt das ab, was während des »Gärens«, Läuterns und Rührens aus den Töpfen aufsteigt. Dadurch weiß auch die Nachbarschaft immer: »Beim Hopfkopp wird wieder Bier gemacht«. Zu der Ausstattung gehören natürlich auch entsprechende Lagerbehälter wie ein großer Kühlschrank und Fässer, in denen das Selbstgebraute gelagert werden kann. Schließlich werden bei einem Braugang rund 50 Liter Bier hergestellt. Das entsprechende Zubehör bekommen Feierabendbrauer im Gastro-Fachhandel und in mehreren Internetshops.

37 Eigenes Bierlogo Ein fertiges »Dunkles« Heute ein Dunkles Diesmal soll es ein »India Pale Ale« werden, ein Bier mit hohem Hopfengehalt. »Das wird ungefähr 7,5 % Alkohol haben«, erklärt Thomas. Menge und Art des Hopfens bestimmen später den mehr oder weniger intensiven Bittergeschmack des Bieres. Neben der Freude, ein Selbstgebrautes zu trinken, reizt Thomas Aulbur auch die Herausforderung, neue Dinge zu machen, die schmecken. Die Leidenschaft für sein Hobby steht dem gebürtigen Langenberger ins Gesicht geschrieben. »Brauen ist ein kommunikatives Hobby. Man kommt mit den Leuten immer ins Gespräch, wenn sie erfahren, dass man Bier selber braut«, berichtet er. In Düsseldorf hat er einen Freund, der ebenfalls Bier herstellt. Mit ihm arbeitet Thomas oft an der Verbesserung von Technik und Geschmack der eigenen Biersorten. Und die halten den Vergleich mit den Profibrauereien der beiden traditionellen Bierstandorte Düsseldorf und Langenberg sehr wohl aus. Jährlich 200 Liter Was vor Jahrhunderten noch eine Selbstverständlichkeit war, unterliegt heute gesetzlichen Bestimmungen: Bevor man mit dem »Maischen« den ersten privaten Brauvorgang starten kann, muss man sich beim »Hauptzollamt Bielefeld« anmelden. Danach darf man als Hobbybrauer jährlich bis zu 200 Liter Bier herstellen. Aber nur zum eigenen Verzehr. Verkaufen darf mit dieser Hobbygenehmigung nicht. Und man kann auch beim Eigenverzehr in der Regel kein Geld sparen mit der Marke »Eigenbrau«. »Ich habe mal ausgerechnet, was das Brauen pro Liter kostet, erzählt Thomas Aulbur. »Ein hopfenarmes Bier kostet mich 0,41 Euro. Wird mehr Hopfen benötigt, wie beim India Pale Ale, dann steigt auch der Literpreis«. Neben Geld braucht man für ein gutes Selbstgemachtes viel Zeit. Bis nach dem Maischen hier Feierabend ist, vergehen so sechs bis acht Stunden. Wenn nach dem Saubermachen das »India Pale Ale« zur Nachgärung im Kühlschrank steht, müssen sich Thomas und seine Freundin Jane zwei Wochen gedulden, bis das Neue fertig ist. Dann haben sie, die Familie und Freunde rund sechs Monate Zeit, das Bier zu trinken, bedächtig das Bierglas in der Hand kreisen zu lassen und über Bittergrade, Hopfenanteil und Farbe der neusten »Hopfkopp-Kreation« zu philosophieren. »Wohl bekomm’s...«

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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