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Das Stadtgespräch Juli 2016

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Magazin für Rheda-Wiedenbrück

56 Das

56 Das Stadtgespräch Die farbenfrohe Kulissen und gelungenen Masken und Kostüme sind eine Augenweide, hier der Blechmann, der ängstliche Löwe und die Vogelscheuche. Hauptteil der Handlung statt. Neben den tollen farbenfrohen Kulissen und Masken, technischen Finessen sowie Lichteffekten, Kleidern, Frisuren und brillant präsentierten Songs, darunter der unsterbliche Ohrwurm-Klassiker »Somewhere over the rainbow«, sind es vor allem die wunderbaren mit Liebe gespielten Charaktere, die diese Musical-Inszenierung so herausragend machen. Ob nun Dorothy, ihr Hund Toto, meisterhaft an den Marionettenfäden zum Leben erweckt von der Puppenspielerin Miriam Neugebauer (Finja Steinmeier), oder der Blechmann (Ralf Bultschnieder, Felix Büscher), der ängstliche Löwe Zeke (Matthias Grimmelsmann, Rob Vriens) und die Vogelscheuche Hunk (Burkhard Schlüter, Sebastian Elmers), der Zauberer von Oz (Uwe Linnhoff, Jörg Berhorst), die gute Hexe (Jenny Effertz, Jutta Helmer), die böse Hexe (Anja Borraccini, Bettina Kramer) und Onkel Henry/Wächter der Smaragdstadt (Peer Brändel, Josef Hunold) – es sind einfach die großartigen Charaktere, die das Herz dieses Musicals ausmachen. Für Gänsehautmomente sorgt die Hauptfigur Dorothy Gale alias Johanna Schlüter bzw. Ina Vogel Gänsehautmomente Die Hauptfigur des Musicals, Dorothy Gale alias Johanna Schlüter verursacht damit Gänsehaut-Momente. Sie spielt mit einer solchen Leichtigkeit und einem solchen Charme, dass die Zuschauer ihrem unschuldigen Erscheinungsbild und großartigem Schauspiel gerne erliegen. Der Beifall machte es hörbar. Und auch die Vogelscheuche, die nach dem Angriff der fliegenden Affen wirklich leer und ausgeräumt aussieht, und dann wieder mit Stroh gefüllt wird, unterstreicht die Illusion, dass es wirklich eine Vogelscheuche ist. Die vielen, fast schon unzähligen Messages, die das Musical vermittelt, sein gesamtes Flair, werden durch die Inszenierung, trotz des überschaubaren Inhalts zu einem einfach unvergesslichen Musical- Erlebnis. Die Aufführungen der zweiten Staffel in der Zeit vom 8. bis 11. September 2016. Karten: Flora Westfalica, Rathausplatz, Telefon 05242-93010, bzw. auf www.musical-fabrik.de Raimund Kemper (Kem) Zum Sommerfest der Musical-Fabrik konnten die Vorsitzenden Burkhard Schlüter und Jutta Helmer die gesamte »Musical-Familie« begrüßen. Es war für die Teilnehmer eine gute Gelegenheit, die erfolgreichen Vorstellungen des Zauberers von Oz zu feiern und sich außerhalb der Proben gegenseitig zu beschnuppern. Bettina und Klaus Wulfheide dankten allen Akteuren für die gute und generationsübergreifende Zusammenarbeit sowie den begeisterten Einsatz bei der Realisierung der Inszenierung. Sehr gespannt waren die Darsteller und die Mitwirkenden hinter der Bühne sowie die anwesenden Musicalfreunde auf die Beneues musicalprojekt startet im herbst 2016 Die Päpstin Gespannt warteten die Teilnehmer des Sommerfestes auf die Bekanntgabe des neuen Musical-Projekts. kanntgabe des neuen Projekts. Als Bettina und Klaus Wulfheide den 1996 veröffentlichten weltbekannten Bestseller »Die Päpstin« und den gleichnamigen Film von Sönke Wortmann aus 2009 nannten, war die Freude bei den Anwesenden über das ausgewählte Stück riesengroß. Die Päpstin – Das Musical feierte am 3. Juni 2011 Uraufführung in Fulda. »Wir freuen uns auf euer Mitwirken!«, rief Klaus Wulfheide den Anwesenden zu. Wer mitmachen möchte, kann sich seit dem 20. Juni per E-Mail unter klaus.wulfheide@musicalfabrik.de bewerben. Angaben zu den Rollen finden sich auf der Homepage der Musical-Fabrik. Jeder Bewerber erhält seine Castingunterlagen. Das Casting ist nach der zweiten Staffel vom 23. – 25. 9. 2016, um die Hauptrollen und Ensembleplätze zu besetzen. Die Proben beginnen im kommenden November, die Aufführungen im November 2017. In dem Kreativ-Team der Musical- Fabrik gibt es nur eine kleine Änderung: Bettina Wulfheide wird die Aufgaben der Co-Regie übernehmen und dafür Simone Brüggenthies-Peitz in der Kostümleitung tätig sein. »Never change a winning team.«, kommentierte Klaus Wulfheide die Mitteilung.

57 watt nich alle gibt Gestank, Schädling oder Schikane? Wenn man viel liest, erfährt man viel, aber es geht einem auch so manche Information durch die Lappen. Selbst wenn man sich, wie ich, am besten Sachen merken kann, die eigentlich vollkommen unnütz sind, solange man nicht bei einer Quiz-Show sitzt. Ich konnte mir beispielsweise merken, dass das sprachliche Bild »durch die Lappen gehen« daher rührt, dass bei der Treibjagd früher Lappen aufgehängt wurden, um das Wild in eine bestimmte Richtung zu lenken, wo es dann kurz darauf das Zeitliche segnete und am Bratspieß endete. Bisweilen ließ sich jedoch ein Reh nicht von Lappen oder Textilien schocken und brach einfach durch sie hindurch. Dadurch war es gerettet und für die Jäger verloren. Finde ich interessant, ist aber heute für mich nicht wichtig, denn ich bekomme mein Fleisch beim Metzger oder im Supermarkt. Doch ich schweife ab. Also irgendwo habe ich gelesen, dass »Oh, du lieber Augustin« ein Pestlied war. Ich hatte keinerlei Ahnung, wer der liebe Augustin war, wenn es ihn denn überhaupt gab. Und was ein Pestlied ist, wusste ich bis vor kurzem auch nicht genau. Der liebe Augustin und die Pest Fange ich mit dem einfachen an, denn Augustin ist historisch verbürgt. Er war Wiener und das wundert mich dann nicht mehr so richtig, denn für schräge Typen ist die österreichische Hauptstadt ja noch heute gut. Gelebt hat er von 1642 bis 1685, wurde also gerade 43 Jahre alt, was aber nicht wirklich verwunderlich ist. Beliebt und sehr bekannt war er vor allem deshalb, weil er zu Zeiten der Pest die Leute mit seinen überwiegend zotigen Liedern von ihrem Leid abgelenkt hat. Während andere Lieder die Pest als Strafe Gottes darstellten, machte er sich sogar über sie lustig und gab so den Leuten neue Hoffnung. Weniger lustig war dagegen, dass er es offenbar in einer Nacht mit dem Zechen erheblich übertrieb und ins Suff-Koma verfiel. Die sogenannten Siech-Knechte, die dafür zuständig waren, die Pesttoten einzusammeln und in ein Massengrab zu verfrachten, haben die Schnappsleiche Augustin gleich mit eingesammelt und in die Grube geworfen. Der hatte dabei aber noch Glück, denn weil täglich neue Leichen anstanden, wurden die Gräber nur mit Kalk abgelöscht, nicht aber zugeschaufelt. Als er seinen Rausch ausgeschlafen hatte, soll Augustin solange gerufen haben und dabei seine Sackpfeiffe (eine Art kleiner Dudelsack) gespielt haben, bis ihn Retter aus dem Grab befreiten. Einen ähnlichen Vorfall berichtet übrigens auch Daniel Defoe in seinem Bericht aus dem Pestjahr, nur dass dort die falsche Leiche eine Flöte gespielt hat. Dabei ist der geistige Vater von Robinson Crusoe mit ein wenig Skepsis zu betrachten, denn sein Augenzeugenbericht von der Londoner Pest des Jahres 1666 hatte den kleinen Schönheitsfehler, dass der Autor, der sämtliche Ereignisse aus der Erwachsenenperspektive schilderte, selbst zu jener Zeit gerade einmal sechs Jahre alt war. So kann man die auferstandenen Trinker auch einfach als Sagen oder gute Geschichten betrachten. Wie aus der Zeit des Agustinlieds. Parkett – so individuell wie Sie! Erleben Sie den natürlichen Werkstoff Holz als stilvolle Basis für Ihr Zuhause. Inspiration finden Sie in unserer großzügigen Ausstellung mit über 1600 m² fertig gestalteten Wohnszenarien. Wir nehmen uns gerne Zeit für eine persönliche Beratung und freuen uns auf Ihren Besuch! Röntgenstraße 3 · 32052 Herford · Telefon: 0 52 21 / 926 20-20 info@nerlich-parkettland.de | www.nerlich-parkettland.de Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 10 – 12.30 Uhr + 14 – 17.30 Uhr, Sa. 10 – 13.00 Uhr Das Volkslied »O du lieber Augustin« ist erst gut einhundert Jahre nach Augustins Tod nachgewiesen. Es wurde zu verschiedenen Zwecken gesungen. Einmal warnte es vor den Folgen der Trunksucht, andrerseits sollte aber auch Mut gemacht werden, denn mit Humor lässt sich alles überstehen – selbst die Pest. Die Pest als solche hat sich ja nun schon seit Jahrhunderten in unseren Breiten erledigt, aber bei meiner Suche nach Pestliedern, bin ich mehrfach auf das Wort gestoßen. Und das hat in verschiedenen Sprachen verschiedene Bedeutungen angenommen. Auch in unserer Sprache hat es überlebt. Wenn der Lieblingsnachbar samstags um 7 Uhr 30 seinen Zweitakt-Räsenmäher, ein Erbstück seines Großvaters, anwirft, dann ist garantiert, dass die Luft ver»pest«et wird. Dieser Ausdruck geht offenbar auf den bestialischen Gestank der Pest zurück. Im Englischen heißt die Pest »the plague«, also die Plage. Das Wort pest bezeichnet Ungeziefer, das ja bekanntlich die Seuche übertragen hat. Bei den Holländern bin ich auf »pesten« gestoßen, was schikanieren bedeutet oder neudeutsch Mobbing. Ist doch interessant, wie sich Wortbedeutungen so entwickeln. Ein bei Linguisten beliebtes Beispiel ist der Zaun im Deutschen, der mit dem englischen town und dem holländischen tuin eng verwandt ist. Das Z gibt es erst durch die hochdeutsche Lautverschiebung (niederdeutsch Katte wird zu hochdeutsch Katze), sodass das Wort im Grunde auch Taun hieße. Nur im Englischen meint man die Stadt, im Holländischen den Garten und im Deutschen das Ding, das beides einzäunt. Sehen Sie, auf so was stößt man, wenn man dem lieben (weil aufmunternden) Augustin hinterherforscht!

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