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Das Stadtgespräch Januar 2019

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64 seniorenzeitung

64 seniorenzeitung Das Stadtgespräch Allen Bürgern in Rheda-Wiedenbrück wünsche ich im Namen des Senio renbeirates der Stadt Rheda-Wiedenbrück eine gesegnete Weih nachtszeit, ein frohes Weihnachtsfest, ein gutes, gesundes, friedliches, glückliches und erfolgreiches neues Jahr 2019 – verbunden mit der Kraft, Bewährtem zu vertrauen und Veränderungen, da wo sie nötig sind, beherzt anzugehen. Ihr Karl-Heinz Poppek Vorsitzender des Seniorenbeirates der Stadt Rheda-Wiedenbrück Seniorenbeirat AKTIV Die Arbeitsgruppe »Freie Fahrt« des Seniorenbeirates ist in unserer Stadt unterwegs und schaut sich kleinere und größere Barrieren an Straßen und Geh- / Radwegen an. Gerne werden Anregungen und Tipps von allen Bürgern angenommen. Durch die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung können diese Barrieren oftmals zeitnah beseitigt werden. Am Drostenweg in Wiedenbrück sind die Oberflächen des östlichen Gehweges neu hergestellt worden, wobei das eingebaute Kleinpflaster zwischen Bordstein und Gehwegsteinen auch erneuert wurde. Diese Steine stehen teilweise über den Bordstein hinaus und die Fugen sind, da sie schnell ausgewaschen wurden, ziemlich tief. Hier können gerade Senioren sehr schnell ins Stolpern kommen oder umknicken. Wir haben der Stadtverwaltung vorgeschlagen, diese Stolperfallen und tiefen Fugen durch Tieferlegung und Vollverfugung zu beseitigen. Die Anregungen wurden positiv angenommen, die Gefahrenstellen wurden durch die Neuverlegung eines Kleinpflasters mit Vollverfugung beseitigt. Die Treppenanlage am Haupteingang unseres Rathauses im OT Rheda ist sehr umfangreich. Die Stufen und auch die Pflasterfläche des Rathausplatzes sind sich farblich sehr ähnlich. Für Menschen mit einer Sehbehinderung sind durch die einheitliche Farbgestaltung oftmals die einzelnen Stufen und der Übergang zum Rathausplatz schlecht zu erkennen. Um die Situation für diese Menschen zu verbessern bzw. ihnen mehr Sicherheit bei der Benutzung zu geben, machten wir folgenden Vorschlag: An den Stufen der Treppenanlage im Bereich der Auftritte sind helle Streifen aufzubringen, um mehr Kontrast zwischen den Stufen zu bekommen. Dieses wurde von der Verwaltung gerne aufgenommen und wird dort zur Zeit diskutiert. Wir hoffen auf eine baldige Entscheidung und Umsetzung. Auf der Parkbank SIE Da habe ich aber Glück gehabt! Auf dem Weg von der Küche zum Esstisch bin ich über die Teppichkante gestolpert und hätte beinahe die Suppenschüssel fallen gelassen. ER »... und die Mutter blickte stumm auf dem ganzen Tisch herum« sagte dazu der Dichter Heinrich Hoffmann im ›Zappelphilipp‹. ›Schwein gehabt‹ sagt der Volksmund treffend dazu. SIE Glück muss man haben. Ohne Glück ist das Leben nur halb so schön. Leider ist es nur selten und auch wieder rasch verschwunden. ER Es gibt Glücksmomente, an die man sich sehr gern erinnert, und die sind gar nicht so selten. Man muss sie sich bewusst machen, dann kann man sie auch auskosten, allein oder mit einem geliebten Menschen erleben. SIE Es ist schon interessant, wie schlicht und einfach die Ursachen für ein tiefes Glücksgefühl sein können. Das kann eine einzelne Blume sein, die man zufällig entdeckt und von deren Existenz man überhaupt keine Ahnung hatte. Das kann ein besonderer Sonnenuntergang sein, ein seit langer Zeit nicht mehr gehörtes Lied oder ein wiedergefundenes Kleinod ...mitgehört und aufgeschrieben aus vergangenen Tagen. ER Und es ist besonders gut, wenn man dann sein bescheidenes Glück auch noch mit anderen teilen kann. SIE Vergiss nicht das etwas schmerzliche Glücksempfinden in der Erinnerung an bessere Zeiten, das dich in schweren © farbkombinat – Fotolia.com Tagen aufrichtet und hoffen lässt. ER Eigentlich sollte man es sich zur Gewohnheit machen, abends den Tag nochmals nachzuerleben und zu forschen, wann und wo man tagsüber glücklich war, um diesen Zustand nochmals zu genießen. Verantwortlich für den Inhalt ist der Seniorenbeirat der Stadt Rheda- Wiedenbrück. Ständige Mitarbeit: Karl-Josef Büscher, Margret Kohler, Vroni Korsmeier, Carola Linnemann, Hans Dieter Wonnemann, Koordination: Arnold Bergmann Übrigens: Leserzuschriften erwünscht! Rathausplatz 13, 33378 Rheda-Wiedenbrück, E-Mail: seniorenbeirat@rh-wd.de, Schreiben Sie uns, wir antworten bestimmt

seniorenzeitung 65 Erna und Berta »Was glaubst du, ob wohl der Satz ›Würde sollte kein Konjunktiv sein‹ aus der Anzeige von ›Brot für die Welt‹ bei den Menschen verständlich ankommt?« »Du meinst, statt der Möglichkeitsform: würde, könnte, sollte, fällt den meisten dabei ›die Menschenwürde‹ ein? Das glaub ich nicht! Überhaupt, die Würde, ist das was, was für uns noch Bedeutung hat?« »Na ja, immerhin steht in unserem Grundgesetz: ›Die Würde des Menschen ist unantastbar.‹« »Das ist ja richtig, das steht da. Aber hast du schon mal überlegt, ob der Kapitalismus, das System in dem wir nun mal leben, überhaupt mit Menschenwürde vereinbar ist?« »Oh, warte mal, ich hab mal eine Licht Man sagt es und man weiß es: eine einzige Kerze vermag die völlige Dunkelheit zu durchbrechen und ein vertrautes Licht zu bringen. Gerade in der dunklen Jahreszeit ist Licht etwas Tröstliches, besonders wenn es von einer Kerze kommt. Es erinnert uns ein wenig an unsere Vorfahren, wenn sie sich um das Herdfeuer scharten, um seine Wärme zu spüren, aber auch um das fehlende, natürliche Licht der Sonne bei sich zu haben. Nicht zu übersehen ist aber auch das innere Licht, die Erleuchtung, die uns in unsicheren Zeiten den Weg weist, die das Dunkel der Ungewissheit erhellt und uns wichtige Erkenntnisse liefert. Ein weiteres Licht ist das Leuchten in Kinderaugen, das selbst im Erwachsenenalter nicht erlöschen muss, wenn man sich bemüht, Szene vom GRIPS-Theater gesehen, in der sich zwei Arbeiter Steine anreichten. Der eine nahm von einem Stapel hinter sich einen Stein, gab ihn dem anderen und der reichte ihn weiter. Dann erfanden sie eine Art Ur-Förderband mit dem die Steine in der halben Zeit von A nach B kamen. Nun freuten sie sich, tanzten auf der Bühne herum: Oh wie schön, wir brauchen nur noch den halben Tag zu arbeiten! Sie wurden aber sofort belehrt, dass Zeitersparnis nur dem Betrieb und nicht ihnen nutzt. Das heißt, wir automatisieren so viel und die Frage ist, für welchen Zweck? Sollte es denn nicht den Menschen zu Gute kommen? Und ist es menschenwürdig, wenn es ihnen nicht zu Gute kommt? Aber ich weiß nicht, ob das ein gutes Beispiel ist.« das Gute in sich und in anderen Menschen zu entdecken und positives Denken als eigene Lebensphilosophie zu bewahren. Dieses Licht kann hell sein wie die Sonne, in manchen Zeiten reicht es nur für die Helligkeit einer Kerze, immerhin mehr als nichts und mehr als eine totale Finsternis. Nicht nur für und in uns selbst können wir ein Licht anzünden, indem wir Anderen helfen durch Aufmerksamkeit, Zuwendung, geschenkte Zeit und durch das Gefühl, für ihn da zu sein. Dann sind wir Lichtspender für diejenigen, die sich noch in der Dunkelheit befinden und die des Lichts am notwendigsten bedürfen. Alles, was wir nur tun müssen, ist eine Kerze zu entzünden. »Hm, ich hab da neulich von einem klugen Menschen gehört, dass kleine Kinder enorme Lernleistungen vollbringen, bevor sie drei Jahre sind. Sie lernen laufen, sprechen und vieles mehr ganz ohne Lehrer und mit großer Begeisterung. Und wenn sie dann in die Schule kommen, lernen sie als erstes, dass sie nichts können. Das ist so entmutigend und gar nicht menschenwürdig.« »Ja grauselig. Wie heißt es so schön bei Theresa von Avila: Lehre mich, bei anderen Menschen Talente zu entdecken und verleihe mir die schöne Gabe, diese auch zu erwähnen. Also viel mehr ermutigen und vielleicht sogar mal loben. Es muss ja nicht unbedingt die ostwestfälische Art: ›Nicht schlecht‹ sein.« Unser Geheimnis Ein Text zum Thema Altwerden, der zum Schmunzeln, Nachdenken und Umdenken einlädt. »Herr Gott, du und ich, wir haben ein Geheimnis. Das Altwerden bringt einiges mit sich, was Spaß macht. Wir müssen uns nicht mehr von der Welt plagen lassen. Die Leute übersehen uns. Wir brauchen nicht mehr den Schein zu wahren, sondern können auf kindliche Freuden zurückgreifen. Zusehen, wie eine Spinne ihr Netz webt. Vor einem Licht Schattenbilder an die Wand werfen. Statt einer Hauptmahlzeit Kompott mit Sahne essen. Die ganze Nacht wach bleiben. Sterne zählen. Trödeln. Zu Hause bleiben und mit einem alten Freund Schach spielen. – Warum hast du mir nicht verraten, dass das Altwerden neben allem, was ich daran hasse, auch manches Vergnügen mit sich bringt? Ach, ich weiß: Weil ich es nie geglaubt hätte.« Weihnachten Weihnachten ist der stillste Tag im Jahr. Da hörst du alle Herzen gehn und schlagen wie Uhren, welche Abendstunden sagen. Weihnachten ist der stillste Tag im Jahr. Da werden Kinderaugen groß, als ob die Dinge wüchsen, die sie schauen und mütterlicher werden alle Frauen und alle Kinderaugen werden groß. Da musst du draußen gehn im weiten Land willst du die Weihnacht sehn, die unversehrte, als ob dein Sinn der Städte nie begehrte, so musst du draußen gehn im weiten Land. Dort dämmern große Himmel über dir, die auf entfernten, weißen Wäldern ruhn, die Wege wachsen unter deinen Schuhn, und große Himmel dämmern über dir. Und in den großen Himmeln steht ein Stern, ganz aufgeblüht zu selten großer Helle, die Fernen nähern sich wie eine Welle, und in den großen Himmeln steht ein Stern. Rainer Maria Rilke Weihnachten 1901 für Clara Impressum Seniorenzeitung: Ein Licht für den Frieden, einen Stern für die Nacht. Einen Engel an der Seite, der das Leben bewacht.

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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