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Das Stadtgespräch Januar 2019

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52 TIPPS

52 TIPPS Das Stadtgespräch Weise ein Heimatroman, der in Schleswig-Holstein spielt. Und eine Zeitkapsel ist, denn der Leser trifft hier auf Musik von Supertramp, auf Kabafit, Fürst-Pückler- Eis und Capri –Sonne. Auch über die Mondlandung und den Terror bei den Olympischen Spielen in München berichtet uns Ich-Erzählerin Clara. In Claras Leben passiert alles Wichtige an einem Mittwoch. An einem Mittwoch im Jahr 1963 wird sie als mittleres von bald fünf Kindern in eine Landarztfamilie hineingeboren. Die Mutter ist schön, elegant und klug, der Vater von seinen Patienten geschätzt, weltmännisch und witzig. Die Partys, zu denen die Königs einladen, sind legendär. Clara bewundert ihren Vater, doch zunehmend spricht der dem Alkohol zu und zunehmend erschüttern seine Eskapaden das Leben der Familie. Lange versucht Clara das zu überspielen, bis sich an einem Mittwoch alles zuspitzt. Mit feinem Humor und Selbstironie erzählt Anne Müller vom Aufwachsen in einer scheinbar perfekten Familie – und immer wieder tauchen die 70er-Jahre mit Tritop, Apfelshampoo und den titelgebenden Super-8-Filmen auf. Es kann nicht überraschen, dass Anne Müller, die heute in Berlin lebt, in Schleswig- Holstein aufwuchs. Nach dem Studium der Theater- und Literaturwissenschaften arbeitete sie als freie Radiojournalistin und wandte sich dann dem Drehbuchschreiben zu. »Sommer in Super 8« ist ihr erster und hoffentlich nicht letzter literarischer Roman. Erschienen bei Penguin, 317 Seiten, 20 €. DAVID LAGERCRANTZ »Verschwörung« Vielleicht kommt Ihnen beim Namen Blomkvist spontan Kalle Blomquist in den Sinn. Der Kinderbuchheld von Astrid Lindgren ist längst als Meisterdetektiv Legende. Das Erscheinungsjahr der schwedischen Originalausgabe ist 1946. Doch mittlerweile werden viele Leser eher an Mikael Blomkvist denken, denn der ist auf seine Weise auch legendär, seit Stieg Larsson ihn zum Helden seiner Millennium-Trilogie machte und dem schwedischen Thriller weltweiten Ruhm bescherte, was zum Teil auch auf die gelungene Verfilmung zurückgeht. Da seine Trilogie jedoch erst nach seinem frühen Tod 2004 – er wurde nur 50 – veröffentlicht wurde, konnte logischer Weise keine nachfolgenden Bücher geschrieben werden. Doch da kommt David Lagercrantz ins Spiel. 1962 geboren, also nur acht Jahre jünger als Larsson, debütierte er als Autor mit dem internationalen Bestseller »Allein auf dem Everest«. Seitdem hat er zahlreiche Romane und Sachbücher veröffentlicht. 2013 wurde er vom schwedischen Originalverlag und Stieg Larssons Familie ausgewählt, die Folgeromane der Millennium- Reihe zu schreiben. Und die stehen dem Original nicht nach. Mikael Blomkvist steht vor einer Entscheidung. Böse Zungen behaupten, er sei nicht länger der Journalist, der er einst war. Lisbeth Salander hingegen ist aktiv wie eh und je. Die Wege kreuzen sich, als Frans Balder, einer der weltweit führenden Experten für künstliche Intelligenz, ermordet wird. Kurz vor seinem Tod hatte er Mikael Blomkvist brisante Informationen versprochen. Als Blomkvist erfährt, dass Balder auch in Kontakt zu Lisbeth Salander stand, nimmt er die Recherche auf. Die Spur führt zu einem amerikanischen Softwarekonzern, der mit der NSA verknüpft ist. Mikael Blomkvist wittert seine Chance, die Enthül-

TIPPS 53 lungsstory zu schreiben, die er so dringend braucht. Doch wie immer verfolgt Lisbeth Salander ihre ganz eigene Agenda. Auch dieser Roman wurde verfilmt und ist jetzt im Kino zu sehen. »Verschwörung« ist als Heyne-Taschenbuch erschienen, 601 Seiten, 9,99 Euro. Just erschienen ist im gleichen Verlag der nächste Roman von Lagercrantz: »Verfolgung«, natürlich als Hardcover, 477 Seiten, 22,99 Euro. Im Frauengefängnis Flodberga herrscht ein strenges Regiment. Alle hören auf Benito Andersson, die unangefochtene Anführerin der Insassinnen. Lisbeth Salander, die eine kurze Strafe absitzt, versucht tunlichst, den Kontakt zu vermeiden, doch als ihre Zellennachbarin gemobbt wird, geht sie dazwischen und gerät ins Visier von Benitos Gang. Unterdessen hat Holger Palmgren, Lisbeth Salanders langjähriger Mentor, Unterlagen zutage gefördert, die neues Licht auf Salanders Kindheit und ihren Missbrauch durch die Behörden werfen. Salander bittet – na wen schon? – Mikael Blomkvist, sie bei der Recherche zu unterstützen. Eine Bitte, die sie bald bereut. HÖRBUCH: BERNHARD AICHNER »Bösland« Die Thriller von Bernhard Aichners Totenfrau-Trilogie standen zu Recht monatelang an der Spitze der Bestsellerlisten. Der 1972 geborene Aichner lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck. Er schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit dem Burgdorfer Krimipreis 2014, dem Crime Cologne Award 2015 und dem Friedrich Glauser Preis 2017. Wenn ein Romanzyklus erst einmal solchen Erfolg hatte, dass seine Krimis sich selbst in England und USA verkaufen, dann darf man gespannt sein, wie der Nachfolger wird. Doch keine Bange, auch »Bösland« ist wieder ein ungewöhnlicher Thriller: Sommer 1987. Auf dem Dachboden eines Bauernhauses wird ein Mädchen brutal ermordet. Der dreizehnjährige Ben schlägt sieben Mal mit einem Golfschläger auf seine Mitschülerin ein und richtet ein Blutbad an. Dreißig Jahre lang bleibt diese Geschichte im Verborgenen, bis sie plötzlich mit voller Wucht zurückkommt und alles mit sich reißt: Denn der Junge von damals mordet wieder. Und in der Hörbuchversion, die als vollständige Lesung im Hörverlag erschienen ist, kommt die beengende Stimmung mindestens genauso gut über wie in der Leseversion. »Bösland« ist eher modernes Hörspiel als Lesung. Und das das funktioniert, liegt selbstverständlich auch an der gekonnten Art des Vortragens, auch wenn man sich Hauptsprecher Hans Sigl natürlich nicht als Bergdoktor vorstellen darf, denn »Bösland« ist definitiv nichts für die ganze Familie am frühen Abend. Weitere Profi- Sprecher sind Jule Ronstedt, Beate Himmelstoß, Johannes Steck und Martin Gruber. Kostenpunkt der fast siebenstündigen Hörbuchspannung ist 20 Euro.

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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