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Das Stadtgespräch Januar 2018

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60 TIPPS

60 TIPPS Das Stadtgespräch Büchertipps So langsam wird auch dem letzten aufgefallen sein, dass es sehr weihnachtet. Da stellt sich vielleicht die panische Frage nach dem last minute-Weihnachtsgeschenk! Für viele sind Bücher da die willkommene Notlösung. Andere Leute, so wie ich, freuen sich über Bücher wie ein Schneekönig und kaufen sich die Bücher, die sie verschenken, anschließend selbst – falls sie nicht schon im Regal stehen. Letzteres ist unwahrscheinlich bei den Büchern, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen wollen, handelt es sich doch sämtlich um Neuerscheinungen. Ferner haben wir Bücher aus allen möglichen Gattungen herausgesucht, damit der geneigte Leser anderen und natürlich sich selbst eine Freude machen kann. SALMAN RUSHDIE »Golden House« Salman Rushdie ist wie ein orientalischer Geschichtenerzähler. Und wie bei einem meisterhaften Märchenerzähler zieht eine Geschichte die nächste nach sich. Doch anders als bei Scheherezade und Co. sind Rushdies Geschichten immer auch brandaktuell. Die Wirklichkeit, auch die politische Wirklichkeit, fließt immer auch in seine Geschichten ein, die vom Menschlichen und Allzu-Menschlichen handeln, dabei die Gegenwart aber nie ignorieren. Sein neuestes Buch ein Meisterwerk zu nennen, ist wahrlich kein Wagnis. Der Roman »Golden House« steht einem Klassiker wie Tom Wolfes »Ein ganzer Kerl« von 1998 in nichts nach. Doch der Held Rushdies kommt nicht aus den amerikanischen Südstaaten. Nero Golden kommt aus einem Land, dessen Namen er nie wieder hören wollte, seit er mit seinen drei www.brockhaus-baubedarf.de Wir wünschen Ihnen ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. BROCKHAUS BAUBEDARF G M B H 33378 Rheda-Wiedenbrück Pilgerpatt 1•Tel.05242 / 56045 Mo. bis Fr. von 7.00-18.00 Uhr + Sa. von 7.00 bis 12.00 Uhr erwachsenen Söhnen vor ein paar Jahren nach New York gezogen ist und sich eine junge Russin zur Frau genommen hat. Der junge Filmemacher René, aus dessen Perspektive der Roman erzählt ist (das erinnert an den Großen Gatsby) wohnt im Nachbarhaus und ist fasziniert von der Familie, die ihm besten Stoff für ein Drehbuch liefert: Aufstieg und Fall eines skrupellos ehrgeizigen, narzisstischen und mediengewandten Schurken, der Make-up trägt und sich die Haare färbt. René wird Zeuge und in einer folgenschweren Episode sogar Teilhaber des dekadenten Treibens im Golden House, dessen Besitzer nicht nur den Vornamen mit Kaiser Nero teilt. Erschienen ist der Roman auf Deutsch bei C.Bertelsmann, 512 Seiten, Hardcover, 25 Euro. INY LORENTZ »Die Widerspenstige« Gut, vielleicht ist Iny Lorentz im internationalen Vergleich nicht Champions League wie Ken Follett etwa. Dafür sind die Romane einfach etwas zu vorhersehbar und unterliegen gerne einem bestimmten Muster. Die schwache Frau, die meist in Verkleidung als Mann zur Power-Frau mutiert, ist ein literarisches Motiv, das in so gut wie allen Romanen auftaucht. Aber Grisham und Dan Brown haben auch oftmals einen Plot, der sehr ähnlich ist – und trotzdem verkaufen sich die Bücher wie warme Semmeln. Sagen wir also, dass Iny Lorentz Bundesliga ist, und die lohnt es sich ja auch zu schauen. Was ich persönlich immer gut finde ist, wenn ich wenig über die Zeit weiß, in der der Roman spielt. Das hat zum einen den Vorteil, dass ich nicht weiß, was passieren wird – zumindest nicht, was genau. Zum anderen lerne ich wieder etwas und daran habe ich richtig Spaß. Gerade in dieser Beziehung konnte der neue Roman »Die Widerspenstige« bei mir ordentlich punkten. Um ihr Erbe betrogen und auf der Flucht vor einer erzwungenen Ehe gibt Johanna von Allersheim sich als Mann aus. Zuflucht finden sie und ihr Zwillingsbruder Karl schließlich bei Adam Osmanski, einem entfernten Cousin und Festungskommandanten in Polen, der die Geschwister allerdings nicht eben freundlich willkommen heißt. Nicht ahnend, dass Adam über ihre Identität Bescheid weiß, beschließt Johanna, ihre Tarnung aufrechtzuerhalten. Adam spielt ihr Spiel mit, bewundert er doch widerwillig den Mut der jungen Frau. Plötzlich ergeht der Befehl an alle Männer der Festung, sich dem königlichen Heer anzuschließen, denn die Truppen des Osmanischen Reiches ziehen gegen Wien – zu spät für Johanna, ihr wahres Geschlecht aufzudecken. Erschienen ist »Die Widerspenstige« bei Knaur, Hardcover, 677 Seiten, 19,99 Euro. VANNA VINCI »Frida« Meistens empfinde ich die Bezeichnung »graphic novel« als Wortklauberei. Das sind für mich nach wie vor Comics. Doch bei dem soeben bei Prestel erschienen Buch mache ich da eine Ausnahme, denn Comic trifft die Kategorie von »Frida – Ein Leben zwischen Kunst und Liebe« nicht im Ansatz. Das Buch ist ein Kunstwerk, eine wunderbare Annährung an ihr Leben und Schaffen und ein Muss für alle Fans der Künstlerin.

TIPPS 61 Frida Kahlos Leben war so außergewöhnlich wie ihre Kunst. Geboren im Mexiko der Revolutionszeit, gesundheitlich beeinträchtigt durch einen schweren Unfall und hoffnungslos verloren in ihrer großen Liebe zu Diego Rivera, ist ihre Biographie geprägt von Extremen. Den Ausdruck für ihre inneren Kämpfe fand Kahlo stets in ihrer Kunst. Ihre eindringliche Bildsprache, die eine einzigartige Stellung in der Kunstgeschichte innehat, nimmt Anleihen bei der Volkskunst und der expressiven mexikanischen Folklore. Vanna Vinci nimmt Kahlos Geschichte und ihren künstlerischen Stil als Grundlage für ihre einfühlsame Graphic Novel. In klarer Linienführung und farbenfroher Ausformung erzählt sie von den Stationen in Kahlos Leben, von ihren Fantasien und Sehnsüchten, ihren bestimmenden Themen und Enttäuschungen. Dabei wird nichts ausgelassen – stürmische Affären, Fehlgeburten und Eifersuchtsszenen, Momente des Selbstzweifels und künstlerische Triumphe. In surrealistischer Manier verweben sich Traumsequenzen und Zitate von Kahlos wichtigsten Gemälden mit ihrer Biographie. Erschienen bei Prestel, gebunden im Pappband, 22 Euro. PAOLO COGNETTI »Acht Berge« Anfang Juli ging der diesjährige Premio Strega, der renommierteste italienische Literaturpreis, an Paolo Cognetti und seinen Roman »Acht Berge«. Nicht ganz überraschend, denn der Autor zählt zu den interessantesten jungen Stimmen Italiens, und sein Roman über die Freundschaft von Pietro und Bruno erhielt seit seinem Erscheinen hymnische Pressestimmen. Vor der ehrfurchtgebietenden Kulisse des Monte-Rosa-Massivs schildert der Autor mit poetischer Kraft die lebenslange Suche dieser beiden eigentlich ungleichen Freunde nach dem Glück. Bestechend sind seine Schilderungen von der Natur, den Bergen. Die Berge – das sind nicht nur Felsen und Gipfel, Schnee und Schluchten, Seen und Weiden. Die Berge sind eine bestimmte Art zu leben: Sie zwingen uns, immer nur einen Schritt vor den anderen zu setzen, erfordern Stille, Zeit und Maßhalten und lenken unseren Blick auf das, was wesentlich ist. Eine eindringliche, archaische Geschichte über die Unbezwingbarkeit der Natur und des Schicksals. Erschienen ist »Acht Berge« bei der Deutschen Verlagsanstalt, 245 Seiten, gebundenes Buch, 20 Euro. Autor Paolo Cognetti, 1978 in Mailand geboren, verbringt die Sommermonate am liebsten in seiner Hütte im Aostatal auf 2000 Metern Höhe. Er hat Mathematik studiert, einen Abschluss an der Filmhochschule gemacht und Dokumentarfilme produziert, Ein Lachen kostet nichts. Zumindest nicht bei uns! Caritas-Sozialstation Rheda | Ringstraße 1c | 33378 Rheda-Wd. | Tel.: 05242/4049376 | cs.rheda@caritas-guetersloh.de Caritas-Sozialstation Wiedenbrück | St.-Vinzenz-Straße 1 | 33378 Rheda-Wd. | Tel.: 05242/591555 | cs.wiedenbrueck@caritas-guetersloh.de

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