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Das Stadtgespräch Januar 2016

Das Magazin für Rheda-Wiedenbrück

64 Das

64 Das Stadtgespräch Risikobereich Kamelritt Kamelunfall als Reisemangel Schwarzmeerkreuzfahrt ohne Odessa Als die Araber 647 n.Chr. Zypern eroberten, war auch die Ziehmutter und Schwester der Mutter Mohammeds, der schon verstorben war, mit ihren Mann bei den Eroberern. Allerdings fiel Umm Haram oder Hala Sultan, wie sie auf Türkisch genannt wird, von ihrem Reittier, das unterschiedliche Quellen als Esel, Maultier, Pferd oder Kamel bezeichnen. Doch ganz gleich, um welches Reittier es sich handelte, sie brach sich ihren »Alabaster-Hals« und verstarb noch an Ort und Stelle. Heute ziert eine kleine Moschee, die Hala Sultan Tekke, den Ort ganz in der Nähe des Flughafens Larnakas. Im Winter liegt davor ein Salzsee, der das Minarett und den umgebenden Palmenhain spiegelt. Im Sommer ist der Salzsee ausgetrocknet, was nicht ganz so malerisch ist. Dass Unfälle mit Reittieren geschehen können und risikobehaftet sind, ist also schon länger bekannt, doch ein deutscher Pauschalurlauber sah das anders. Sein Kamelritt in Ägypten, der nicht Teil des Pauschalangebots war, endete mit einem Sturz. Zwar brach er sich nicht seinen Alabasterhals, aber immerhin ein Rippe. Zudem war der Brustkorb geprellt und an einen erholsamen Urlaub war daher nicht mehr zu denken. Und dann die Schmerzen! Der Urlauber und sein schlauer Anwalt waren der Meinung, dass ein Schmerzensgeld, eine Entschädigung für entgangene Urlaubsfreuden und Schadenersatz vom Veranstalter fällig wären. Summa summarum 13.000 Euro. Das Amtsgericht München mochte sich der Meinung des Geprellten (also wörtlich Geprellten) nicht anschließen und argumentierte dabei, dass ein solches Tier eben eine Gefahr darstelle, für die weder Reiseveranstalter noch Kamelführer, der sich nicht fehlerhaft verhalten hatte, zur Verantwortung zu ziehen seien. Anders sah der Fall bei einer Schwarzmeer-Kreuzfahrt aus. Ursprünglich hatte ein Ehepaar die Route einschließlich der Häfen Jalta und Odessa geplant. Da Jalta, also die Krim, nunmehr seit März 2014 von russischen Truppen besetzt ist und auch die Lage im ukrainischen Odessa nicht klar war, entschied sich die Rederei, diese Ziele nicht anzulaufen. Die Urlauber wurden ein paar Wochen vor der Reise davon in Kenntnis gesetzt. Eine Stunde vor Abfahrt wurde dem Ehepaar jedoch zudem mitgeteilt, dass auch Constanza, der rumänische Badeort, nicht angelaufen wird, weil man ganz auf die Fahrt ins Schwarze Meer verzichten möchte. Stattdessen ging es ins östliche Mittelmeer, dessen Ziele dem Ehepaar allerdings wohl bekannt waren. Sie wollten eigentlich in allererster Linie ins Schwarze Meer. Das Gericht sah ein, dass der Gesamtcharakter der Kreuzfahrt kurzfristig geändert worden war und sprach dem Ehepaar 30 Prozent Minderung vom Gesamtpreis zu. Wenn gebuchte Teile der Reise tatsäch- lich fehlen, ist die Reise insgesamt mangelhaft. Interessant sind auch die Regelungen zum Lärm. Die Freiluftdiskothek direkt neben dem Hotel, die bis fünf Uhr morgens Musik in den Nachthimmel heraus hämmert, kann schon einmal die Rückerstattung der Hälfte des Reisepreises bringen. Auch wenn drei Meter neben dem Hotel von morgens bis abends Holz zurecht gesägt wird, ist das ein echter Reisemangel. Kinderlärm ist dagegen hinzunehmen, auch wenn er noch so nerven mag. Im Reisekatalog müsste schon die besondere Ruhe des Hotels betont worden sein, damit man den Hauch einer Chance auf Entschädigung hat. Auch der Ruf des Muezzin zum Morgengebet ist, in der Türkei etwa, hinzunehmen, die Kirchenglocken in christlichen Ländern übrigens ebenfalls. Beides mag den (Lang)- Schläfer wecken, ist aber hinzunehmen, weil landestypisch. Nicht landestypisch, aber typisch STEHEN ODER SITZEN? SOWOHL ALS AUCH … WO SITZEN VERMIEDEN WERDEN SOLL UND STEHEN ZU ANSTRENGEND WIRD… hölscher büromöbel objekteinrichtungen büros Die ganze Welt der Wohnmöbel, Büros und Objekteinrichtungen. Rufen Sie uns an … röntgenstraße 2 33378 rheda-wiedenbrück tel. 0 52 42 | 46 741 www.hoelscher-bueros.de info@hoelscher-bueros.de

65 anzeigen Wenn der Muezzin zum Gebet ruft für die Urlaubsart sind Animateure, sowohl die an Land und als auch auf dem Schiff (auf dem man zugegebener Maßen schlechter dem Lärm entfliehen kann, wenn man nicht ständig in der Kabine hocken möchte). Die mikrofonverstärkten Aufmunterungen sind in Clubanlagen, Hotels und Schiffen, ja sogar auf Campingplätzen mit Sternen, ebenfalls hinzunehmen. Man kann den Animateuren, beziehungsweise deren Lärm schlecht entkommen. Dann müsste man schon Urlaub auf dem Bauernhof machen, doch auch dort droht Lärmgefahr, tieri- sche Gefahr! Das Landgericht Kleve entschied nämlich, dass dem Urlauber keine Entschädigung dafür zustand, dass ein freilaufender Hahn allmorgendlich den Schlaf des Gastes gestört hat. Unverständlicher Weise wurde der Hahn nicht dazu verurteilt, erst ab neun Uhr dreißig zu krähen. Nicht bekannt ist, ob der Urlauber in seinem nächsten Ferienaufenthalt in die Großstadt gereist ist. Wenn dem so wäre, müsste man sich Sorgen machen, Sie wissen schon, wegen der Kirchenglocken oder des Muezzins. knax- speckstein-aktion mit dem bleichhäuschen Auch in diesem Jahr ein voller Erfolg Die KNAXianer und ihre Freunde präsentieren stolz die selbst gefertigten Kunstwerke aus Speckstein. Auch in diesem Jahr hat die Kreissparkasse Wiedenbrück ihren KNAXianern die kreative Aktion »Arbeiten mit Speckstein« zusammen mit dem Bleichhäuschen Rheda angeboten. Die Veranstaltung war restlos ausgebucht – ein Zeichen, dass sie bei den Kindern und Jugendlichen sehr gefragt ist. Unter Leitung von Melanie Körkemeier vom Bleichhäuschen konnten die KNAXianer und deren Freunde den ganzen Nachmittag ihren Speckstein bearbeiten. So wurde geschnitzt, gesägt und gefeilt. Monika Seeck von der Kreissparkasse Wiedenbrück stand bei Problemen ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite. Am Ende der Veranstaltung präsentierten die jungen Künstler stolz die Ergebnisse des Nachmittags.

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