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Das Stadtgespräch Januar 2016

Das Magazin für Rheda-Wiedenbrück

58 seniorenzeitung

58 seniorenzeitung Das Stadtgespräch Auf der Parkbank ER Kannst du schnell mal herkommen und mir das Werkzeug anreichen statt Kaffee zu trinken und fernzusehen? SIE Warum muss das jetzt sofort sein? Du siehst doch, dass ich mir eine kleine verdiente Pause gönne. ER Die Reparatur kann aber nicht warten, ich will sie möglichst schnell erledigen. SIE Du und immer schnell, am besten immer alles gleichzeitig! Kannst du dir nicht ein wenig mehr Ruhe und Muße gönnen? Morgen ist auch ein Tag, und nichts läuft dir weg. ER Das verstehst du nicht und wirst es auch nie begreifen! Ich bin das Wort ›sofort‹ schon von Kindheit an gewohnt und das wird auch so bleiben. SIE Dann wird es höchste Zeit, dass du lernst zu entschleunigen, innezuhalten und den Augenblick zu genießen. Es ist fraglich, ob es wirklich erstrebenswert ist, diese preußische Tugend auch im Alter noch zu kultivieren. Vielleicht sollten wir es uns angewöhnen, einen Gang herunter zu schalten und so gut es geht dem Alltagsstress aus dem Wege zu gehen. ER Ein guter Rat. Ich werde ihn zu beherzigen versuchen. Doch jetzt komm endlich her und reiche mir das Werkzeug an! Zum Jahresende 2015 Wieder geht ein Jahr zu Ende, das nicht zu den besten zählen wird. Es gab leider viele böse Überraschungen und Tragödien, die Euro Krise um Griechenland, zwei Anschläge von Terroristen in Frankreich, dazu die herbeigeführten Flugzeugabstürze und die Kriege in der ganzen Welt mit einer nie gekannten Flüchtlingswelle. Eine großartige Willkommenskultur in Deutschland, leider ohne große Solidarität in Europa. Viele tausend Tote in Syrien, im Mittelmeer und nun wieder in Paris. Hoffen wir auf ein besseres Jahr 2016. Für den Seniorenbeirat konnten wieder viele Dinge angepackt und erfolgreich abgeschlossen werden. Dafür bedanken wir uns bei allen Beteiligten sehr herzlich. Unseren Redakteuren dieser Beiträge im Stadtgespräch und dem ME Verlag danken wir für diese regelmäßige Darstellung. Wieder steht uns eine neue Aufla- ge 2015 der Seniorenbroschüre zur Verfügung. Dank an alle die daran mitgewirkt haben. Sie ist auch auf der Homepage unserer Stadt zu finden. Dort gibt es nun nach langer Zeit und vielerlei Anläufen eine Darstellung zum Thema Hansestadt. Übrigens: In 2016 stehen Neuwahlen für den Seniorenbeirat an. Bitte melden Sie sich wenn Sie Interesse an der Mitarbeit in unserem Gremium haben. Wir wünschen uns eine Vielzahl an Kandidaten. Tel. 05242/34141 oder hsetter@t-online.de Nun wünschen wir Ihnen zu den bevorstehenden Feiertagen alles Gute, die notwendige Ruhe im Kreise Ihrer Familien verbunden mit einem guten Rutsch in ein hoffentlich friedlicheres Jahr 2016. Heribert Setter, Vorsitzender des Seniorenbeirats und das gesamte Team des Seniorenbeirats Erna und Berta »Gestern hast du was verpasst. Ich war doch bei diesem Vortrag über den Islam, zu dem du nicht mitwolltest.« »Na hör mal, du weißt genau, dass ich noch verschiedenes anderes zu tun hatte.« »Wie auch immer. Jedenfalls war da bei der Diskussion einer, der sich – wie er betonte – hervorragend auskannte. Er hat auch sehr nette muslimische Nachbarn, aber der Islam an sich sollte keinesfalls zu uns kommen.« »So. Und was will er dagegen tun?« »Das hat er natürlich nicht gesagt. Es war ihm auch egal, dass es zur Zeit nur etwa 4 % Muslime in Deutschland gibt. ›Oh, wenn die aber mehr werden, dann rotten sie sich zusammen und dann gibt das böse Dinge‹. Und sein nächster Satz war dann wieder zu Beginn positiv, so in der Art: ›Im Moment haben wir ja schon Muslime in der Politik und die sind ja zum Glück sehr vernünftig, aber wenn »die« ihre Gesetze mitbringen dann...‹« »Das ist ja infam. Schade, dass ich da nicht dabei war.« »Du hättest dem Menschen auch nicht beikommen können. Seine Beispiele aus den verschiedenen Anschauungen im Islam, deren gefährlichste Variante uns ja bedrohen könnte, konnte man genau mit Beispielen aus der Geschichte des Christentums vergleichen. Das hat ihn aber gar nicht gestört. Wusste er alles. Ich finde ja, dass durch solche Reden nur Angst verbreitet wird. Und die fällt eben immer wieder auf fruchtbaren Boden, weil uns in unserer Schulzeit der Islam so negativ dargestellt worden ist.« »Jau, das fing bei Pipin an, der die Säbel schwingenden Sarazenen, die mit Feuer und Schwert durch die Wüste gezogen waren, weißt Du noch? bei den Pyrenäen zurückgeworfen hat und ging weiter zu Prinz Eugen und dem Sieg über die türkischen Belagerer von Wien. Da hat er seinen Ursprung, der ›Untergang des Abendlandes‹. In unseren Geschichtsbüchern.« »Und keiner erzählte uns, dass bei den Osmanen in Spanien Christen, Muslime und Juden gleichberechtigt miteinander lebten bis die verklemmte Isabella das Christentum und die Inquisition mit Feuer und Schwert zurückbrachte. Das positive Andalusien mussten wir später in Spanien selbst entdecken.« Impressum Seniorenzeitung Verantwortlich für den Inhalt ist der Seniorenbeirat der Stadt Rheda-Wiedenbrück. Ständige Mitarbeit: Christa- Maria Bank, Margret Kohler, Vroni Korsmeier, Hans Dieter Wonnemann Koordination: VHS Reckenberg-Ems, Arnold Bergmann

seniorenzeitung 59 Einsamkeit Wer weiß es schon: Einsamkeit ist genauso schädlich wie Rauchen. Geborgenheit, Liebe, Anerkennung, Zugehörigkeit – all das brauchen wir Menschen als soziale Wesen offenbar genau so nötig wie gute Ernährung oder Bewegung. Einsamkeit und ihre Auswirkung auf die Psyche machen einsame Menschen doppelt so häufig krank und die gehen dann auch um 30 Prozent häufiger zum Arzt. Junge Menschen zieht es aus unterschiedlichen Gründen immer mehr in die Stadt, zurück bleiben die älteren. Die Zunahme von 1-Per- sonen-Haushalten in Deutschland kann als Gradmesser für die Vereinsamung der Menschen angenommen werden. Menschen mit einem guten Freundes- und Bekanntenkreis haben bei schweren Erkrankungen nachweislich eine höhere Überlebenschance. Menschen mit wenigen Kon- takten geht es zum Teil deutlich schlechter als Rauchern, schlechter auch als solche, die keinen Sport betreiben, an Fettsucht leiden oder Alkohol missbrauchen. Kontakte stärken das Immunsystem, denn Beziehungen sind in jedem Alter wichtig und verbessern die Gesundheit. Weihnachten traditionell: Gebratene Gans für 8 Personen 1 küchenfertige Gans (etwa 3 ½ kg) - waschen, abtrocknen, Keulen und Flügel mit Küchengarn am Rumpf befestigen, - die Gans von innen und außen mit Salz einreiben - soll die Gans gefüllt werden, die Füllung in das Innere geben, die Öffnung zunähen. - die Gans mit dem Rücken nach unten in die mit Wasser ausgespülte Rostbratpfanne legen, in den vorgeheizten Backofen schieben. - während des Bratens ab und zu unterhalb der Flügel und Keulen in die Gans stechen, damit das Fett besser ausbraten kann. - das sich sammelnde Fett hin und wieder abschöpfen. - Sobald der Bratensatz zu bräunen beginnt, zunächst 125 ml (1/8 l) von 500 ml (1/2 l) heißem Wasser hinzugießen, die Gans ab und zu mit dem Bratensatz begießen, verdampfte Flüssigkeit nach und nach ersetzen. - 10 Min. vor Beendigung der Bratzeit die Gans mit Salzwasser bestreichen, die Hitze auf stark stellen, damit die Haut schön kross wird. - Die gare Gans auf einer vorgewärmten Platte anrichten (Fäden herausziehen, Füllung herausnehmen, zerteilen), warm stellen und den Bratensatz mit Wasser loskochen. - 2 – 3 gestr. Essl. Weizenmehl mit 3 Essl. kaltem Wasser anrühren, die Bratenflüssigkeit damit binden, die Soße mit Salz abschmecken. Füllung: 500 g geschälte, entkernte, in Scheiben geschnittene Äpfel mit 500 g eingeweichten, entsteinten Backpflaumen, etwas Zucker und Semmelmehl mischen alternative Füllungen: - 1 kg Äpfel, gewaschen, nicht geschält, aber entkernt, Rosinen 1 kg Maronen von Schale und Innenhaut befreit. - Gem. Hackfleisch mit Eiern, Weißbrot, Salz, Pfeffer, Majoran und kleinen Apfelstückchen Herd: Elektro: 200 – 225 Grad Gas: 4 – 5 2 ½ – 3 Stunden Bratzeit Beilagen je nach Geschmack: Knödel, Rotkohl, Grünkohl, Apfelmus Vorweihnachtszeit Von drauss’ vom Shopping komm ich her; Ich muss Euch sagen, es weihnachtet sehr! Allüberall in den Ladenlokalen Sah ich die Kassierer strahlen. Ein jeder lief, sucht’ Luxusgaben Für die Lieben daheim, die schon alles haben. Doch wie man weiß, bringt Besitz nicht das Glück. Lässt größere Leere nur zurück. Mehr Freude bereiten Zufriedenheit, Und Stille und Ruhe zur Weihnachtszeit. Konsumgedöns mit Rührseligkeiten Aufs Christfest uns schlecht vorbereiten. Winterwald Rainer – Maria Rilke Es treibt der Wind im Winterwalde Die Flockenherde wie ein Hirt und manche Tanne ahnt wie balde sie fromm und lichterheilig wird; und lauscht hinaus. Den weißen Wegen streckt sie die Zweige hin – bereit und wehrt dem Wind und wächst entgegen der einen Nacht der Herrlichkeit. »Die Zeit drängt – doch nur den Laufenden. Den Stillstehenden drängt sie nicht. Um ihn versammelt sie sich.« Ein Lachen kostet nichts. Zumindest nicht bei uns!

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