Aufrufe
vor 2 Jahren

Das Stadtgespräch Februar 2019

  • Text
  • Rheda
  • Februar
  • Stadt
  • Ford
  • Ebenfalls
  • Zudem
  • Gemeinsam
  • Zeit
  • Beiden
  • Stellen
  • Rhwd.de

48 TIPPS

48 TIPPS Das Stadtgespräch DVD Jerks Eine harte Übersetzung für den Ausdruck »jerk«, den die Amerikaner gerne verwenden, ist »Wichser«. Doch treffender für Christian Ulmen und Fahri Yardim fände ich persönlich den gut westfälischen Ausdruck »Pannemänner«, der im restlichen Deutschland vermutlich nicht verstanden wird – von meiner Rechtschreibprüfung übrigens auch nicht. Schade eigentlich, denn wenn man die Serie schaut, kann man gar nicht anders als mit »Boah, sind das Pannemänner« reagieren. Finde ich jedenfalls. Vielleicht hätte man die Serie auch »Das große Fremdschämen« nennen sollen. Den Kern der Sache träfe das dann schon. Yardim und Ulmen, die in der Serie Yardim und Ulmen heißen, kennen einfach keine Gnade, was das Peinlichsein angeht – keine Gnade mit anderen und schon gar nicht mit sich selbst. Worum geht es in der Serie? In erster Linie um zwei Männer, die nicht erwachsen werden können und wollen. Die fehlende Reife ist Programm. Da geht es beispielsweise darum, dass ein erwachsener Mann, beziehungsweise nicht erwachsener sondern Mann in mittleren Jahren, nicht einen Tag ohne Sex auskommt, wenigstens mit sich selbst, und sich im Kinderzimmer von Freunden auf unangemessene Weise beschäf- tigt. Oder das auf Grund einer Notlüge das scheußlichste Ave Maria gesungen wird, das je eine Beerdigungsgesellschaft ertragen musste. Ja und dann ist da auch noch der Masturbationskurs für Frauen, in den die Pannemänner hereinpatzen. Und da denkt man immer, nur die Briten beherrschen die Klaviatur des Peinlichen! Und wer wie ich keine Lust hat, jeweils eine Woche zu warten und sich die einzelnen Folgen mit Werbung durchsetzt dienstags nach 22 Uhr anzuschauen, der sollte sich einfach die Staffel auf DVD zulegen. Just ist auch die zweite Staffel erschienen, die neben den zu erwartenden Peinlichkeiten auch jede Menge Gastauftritte beinhaltet. Mittlerweile trauen sich offenbar auch andere Prominente wie Andreas Bourani, Arne Friedrich oder Veronica Ferres, um nur ein paar zu nennen, sich wie Sido in der ersten Staffel zum Hans-Wurst zu machen. Gut so! AM WIEDENBRÜCKER SCHULE-MUSEUM Neue Fahrrad-Ladesäule In Kooperation mit dem städtischen Klimaschutzmanagement und dem heimischen Stadtwerk können Radtouristen vor dem Wiedenbrücker Schule-Museum ab sofort ihr E-Bike laden. »Das Museum liegt direkt am Kreuzungspunkt der Radwegeroute entlang der Ems, deswegen lag es nahe, den Radlern eine Möglichkeit zu schaffen, ihr E-Bike zu laden«, erklärt Museums-Leiterin Christia- ne Hoffmann, die mit der Idee auf Klimaschutzmanager Hans Fenkl und Stadtwerk-Geschäftsführer Torsten Fischer zugegangen war. Die Ladestation ist während der Museums-Öffnungszeiten Mi 15–18 Uhr sowie Do, Sa und So 15 –17 Uhr nutzbar. Interessierte für die vier Ladeplätze melden sich bitte im Museum. Als Kostenbeteiligung bittet die Leiterin um eine Spende.

49 TRAUMINSELN VORGESTELLT Martinique – Sehnsuchtsort der Maler und Segler Wenn man jemanden einen Stift in die Hand drückt und sagt, er solle seine Trauminsel zeichnen, kann man davon ausgehen, dass die Zeichnung auf jeden Fall drei Elemente enthalten wird, von denen eines nicht in Deutschland zu finden ist, nämlich außer Wasser und Sand die Palmen. Nun gibt es ja jede Menge Palmeninseln auf der Welt, aber wir stellen in einer Mini-Serie in dieser und den folgenden Ausgaben ein paar von ihnen etwas genauer vor. All das ist natürlich knallhart persönlich recherchiert – wobei man doch zugeben muss, dass diese Recherche nicht allzu hart war… Traumziel Gauguins Schwer zu sagen, wieviel Einfluss die Kunst auf das generelle Bewusstsein hat, doch ich könnte mir schon vorstellen, dass der Maler Paul Gauguin zumindest der Nerv vieler seiner Zeitgenossen getroffen hat. Der Technisierung und der Prüderie des ausklingenden 19. Jahrhunderts setzte er Bilder von glücklichen Menschen in tropischer Umgebung entgegen, die leicht bekleidet dem einfachen Leben frönten. Malte Gauguin zunächst im Stil des Impressionismus’, kreierte er nach seinem Aufenthalt auf Martinique seinen ganz eigenen Stil, der als Nachimpressionismus oder wohl treffender als Primitivismus bezeichnet wird. 1887 schrieb er von der Insel an einen Freund » ein schönes Land mit einem leichten und billigen Leben – das ist Martinique«. Mit dem billigen Leben – das ist heute so eine Sache. Gerade die Hotels an den zahlreichen Traumstränden wissen schon, dass die meisten Touristen, die es nach Martinique verschlägt, nicht am Hungertuche nagen. Doch schön ist die Insel nach wie vor und die Einwohner scheinen das Leben auch leicht zu nehmen und sich auf die positiven Aspekte zu konzentrieren. Es fällt auf, dass im Alltag viel gelacht wird – bekanntlich eine gute Medizin! Kein einfaches Erbe Dabei ist das Schicksal der Inselbewohner keineswegs immer durch sonnige Aussichten gekennzeichnet gewesen. Erste Besiedlungsspuren führen nicht weniger als 6.000 Jahre zurück, doch die Arawak, die aus dem Gebiet des Orinoko stammten, und die Kariben, die später kamen, hatten keine Chance gegen die Europäer. Auf seiner vierten und letzten Reise entdeckte Columbus im Juni 1502 Martinique für Europa. Anderthalb Jahrhunderte später gab es faktisch keine indigenen Bewohner mehr, wer nicht direkt durch die Hand des weißen Mannes starb, verendete an den eingeschleppten Krankheiten. Mitte des 17. Jahrhunderts beanspruchte Frankreich im Wettlauf der europäischen Mächte um die Kolonien die Insel für sich. 1685 wurde der Code Noir verabschiedet, der die Sklaverei in den französischen Kolonien rechtfertigte. Im 18. Jahrhundert sorgten die rund 60.000 Sklaven durch ihre kostenlose Arbeitskraft für den wirtschaftlichen Aufschwung der Insel, auf der das in Europa so begehrte Zuckerrohr angebaut wurde. Im Zuge der Französischen Revolution wurde die Sklaverei 1794 abgeschafft – passte sie doch nicht zu den Prinzipien der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Die Freiheit hielt jedoch nur bis 1802. Dann führte Napoleon die Da braucht es kein Photoshop Sklaverei wieder ein, unterstützt von seiner Gattin Josephine, die zufällig die Tochter eines Plantagenbesitzers auf Martinique war. Die kleine Statue der Josephine, die man in der Hauptstadt Fort-de- France findet, ist nicht zufällig kopflos – die Einwohner schätzen sie noch heute nicht besonders. Die sind nämlich zu mehr als 80 Prozent afrikanischer Herkunft und legen großen Wert auf die Bewahrung ihrer Traditionen.

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

© 2020 lokalpioniere
Impressum / Datenschutz