Aufrufe
vor 2 Jahren

Das Stadtgespräch Februar 2019

  • Text
  • Rheda
  • Februar
  • Stadt
  • Ford
  • Ebenfalls
  • Zudem
  • Gemeinsam
  • Zeit
  • Beiden
  • Stellen
  • Rhwd.de

22 Das

22 Das Stadtgespräch ten Ortsnamen Rheda. Enthusiastischen Beifall gab es ebenfalls für Fabrikant Karl Lübke, Heinrich Heineke (SPD), letzter Bürgermeister von Rheda, Ludwig Weeke (FWG), den Betriebsratsvorsitzenden Albert Höcker und den international bekannten Kartograph Fritz Hölzel. Protestmarsch Nach der Kundgebung zogen die Bürger in einem Protestmarsch durch Rheda. Schon am 10. November 1970 kam es zu einem ganz spontanen Protestmarsch Rhedaer Jugendlicher. Sie trafen sich vor dem Domizil der Jungsozialisten an der Langen Straße (Berliner Straße). Es wurde allgemein »Juso-Bunker« genannt. Auch Wiedenbrücker Jungen beteiligten sich. Die Teilnehmer warben für den Namen »Rheda- Wiedenbrück«. Zum Abschluss ihrer Aktion zündeten sie auf der Rathaustreppe Grabkerzen an und legten einen Kranz nieder. Sondersitzung des Rates Am Montag, dem 9. November, hatte der Rat in einer nervlich angespannten Sondersitzung mit 24 Stimmen aus den Reihen der CDU- Fraktion die Namensgebung »Wiedenbrück« beschlossen – darunter ebenfalls die Rhedaer Ratsvertreter aus der christdemokratischen Union. Hans-Jürgen Bodderas schrieb dazu in der Betriebszeitung »Lübke-Hobel«: »Für mich ist die große Frage, wie es möglich war, dass Rhedaer CDU-Ratsherren ihre Meinung so urpötzlich ändern konnten. Aus meiner Sicht: Sie fielen um! Noch wenige Tage vor der Ratssitzung sagte mir ein maßgebliches Mitglied der CDU-Fraktion: ›Dieser Vorschlag – gemeint war das Eustermann- Papier, das für den Namen Rheda oder Wiedenbrück eintrat und in der Presse veröffentlicht wurde – ist doch völlig undiskutabel. Wir können den Wiedenbrückern nicht den Alleinnamen Rheda zumuten. Umgekehrt werden die Wiedenbrücker kaum anders Heinrich Heineke, letzter Bürgermeister von Rheda Unternehmer Karl Lübke FWG-Sprecher Ludwig Weeke Albert Höcker, Sprecher der Betriebsräte denken‹. Sie dachten aber anders! Das stellte sich bald heraus«. Quelle: Archiv Sänger Verhöhnung Die Christdemokraten hatten für die Namensänderung ein Gesamt-Paket geschnürt: Das Rathaus werde im Ortsteil Rheda, ein Freizeit- und Kulturzentrum im Ortsteil Wiedenbrück erstellt und der Name der Stadt solle ›Wiedenbrück‹ lauten«. Die Gegner bezeichneten es geradezu als Verhöhnung der Beschlussfreiheit. »Lübke-Hobel« Aus Kreisen der Jungen Union kam Kritik auf. Der frühere Rhedaer Bürgermeister Heinrich Heineke (SPD) teilte auf einer Versammlung der Betriebsratsvorsitzenden bei Bertelsmann mit, den CDU-Ratsmitgliedern sei nahegelegt worden, aus der Fraktion auszutreten, wenn sie nicht für den Alleinnamen »Wiedenbrück« stimmen würden. »Lübke-Hobel« Opposition 17 Ratsvertreter zogen nicht mit der CDU mit: die 12 Mitglieder der SPD und 4 der FWG komplett (dahinter verbarg sich in Rheda die frühere FDP) sowie Else Hoffmann von der CDU. Von den 17 Ratsfrauen und -herren votierten 10 gegen den Beschluss, 7 enthielten sich. Die FWG machte sich für die Beibehaltung des Namens Rheda- Wiedenbrück stark, während die SPD sich in Anlehnung an den ersten Gesetzentwurf für »Wiedenbrück-Rheda« einsetzte. Diese Initiative bewirkte nicht ein Einlenken der CDU. Die Jungsozialisten bezeichneten sie als lächerlich. Die Vertreter der Sozialdemokraten und der Freien Wählergemeinschaft sprachen sich zudem gemeinsam dagegen aus, den Namen für die Doppelstadt in einem Beschlusspaket unterzubringen. Rechtfertigung Gegenüber der WDR-Reporterin verteidigte der damalige CDU- Fraktionssprecher Oberstudiendirektor Reinhold Sinnreich das Mehrheitsvotum: »Wir meinten, diese Entscheidung sei notwendig und auch richtig, damit in Zukunft alle Fragen, die noch aus der Vergangenheit als Belastung wirken könnten, ausgeräumt sein würden. Wir haben nicht damit gerechnet, dass entgegen dem Verhalten der Bevölkerung in Sachen Neugliederung ein solch massiver Widerstand auftreten würde. Es ist eindeutig festzustellen, dass der Name Wiedenbrück einmalig in der Bundesrepublik auftaucht, dass der Name Rheda Quelle der Fotos: Archiv Sänger

23 Meins ist einfach. Weil die Sparkasse hilft, Ihre Wunschimmobilie zu finden und zu finanzieren. Was immer Sie vorhaben kskwd.de/baufi

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

© 2020 lokalpioniere
Impressum / Datenschutz