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Das Stadtgespräch Februar 2018

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44 TIPPS

44 TIPPS Das Stadtgespräch dere Wahl und stimmt widerwillig zu. Und so werden der Bastler Jacky, das Organisationswunder Locke und der Gigolo Harry wieder reaktiviert. Doch ganz allein lässt der BND den Rentner-Trupp dann doch nicht los: die junge BND- Analytikerin Paula wird ihnen als Aufpasserin zur Seite gestellt. Der Einsatz in Katschekistan droht schon bald im Chaos zu versinken, doch dann besinnen sich die Kundschafter des Friedens auf ihre alten Fähigkeiten. Die hochklassig besetzte Komödie unterscheidet sich wohltuend von anderen deutschen Komödien, die oftmals in Albernheit versinken, statt witzig zu sein. JUGENDBUCH: STEFAN SCHADE »Hoffen, dass der Schulbus nicht fährt« So richtig in die Kategorie Jugendbuchtipp fällt meine Leseempfehlung eigentlich nicht, denn das wirklich amüsante Büchlein von Stefan Schade ist eigentlich ein »Ab-der-Jugendbuch«. Ich weiß noch, wie furchtbar wir als Teenager unsere heimatliche Kleinstadt fanden – von den umliegenden Dörfern ganz zu schweigen. Aber schon zum Ende der Teenie- Zeit wurde uns immer deutlicher, dass es doch auch schön ist, auf dem Lande zu leben. In Stefan Schades »Hoffen, dass der Schulbus nicht fährt« (Heyne, 10 Euro) sind jede Menge reich bebilderte Argumente für das Leben auf dem Land gesammelt. Denn nicht nur in Ostwestfalen ist das Leben auf dem Land eindeutig schöner als das in der Stadt. Das Beste der Facebookseite »Dorfkindmomente« versammelt die schönsten und witzigsten Sprüche und Bilder, die diesem Gefühl Ausdruck verleihen, und bringt damit Hunderttausende Fans zum Schmunzeln und Nicken. Dieses Buch ist für alle, die sich auf Feldwegen besser auskennen als in der Stadt, die nach der Scheunenparty im Heu schlafen, die auch Leute grüßen, die sie nicht kennen, und für die erst Frühling ist, wenn es nach Gülle riecht. Das Plädoyer fürs Landleben eignet sich auch als Partygeschenk zum gemeinsamen Durchblättern oder halt fürs Gästeklo. HÖRBUCH: HENNING MANKELL »Der Sandmaler« Henning Mankell hat den skandinavischen Krimi, der zuvor bestenfalls Geheimtipp war, bei uns zur Institution gemacht. Seit 1990 widmete er sich den Fällen des Kommissar Wallander, die mittlerweile in 15 Sprachen übersetzt wurden und auch in Fernsehen und Kino weltweit erfolgreich sind. Der vielbeschäftigte Schriftsteller, Drehbuchautor und Intendant lebte in Schweden und im afrikanischen Mosambik. Dort leitete seit 1996 das Teatro Avenida in Maputo. 2015 verstarb Henning Mankell im Alter von nur 67 Jahren. Seine Liebe für Afrika hat er in einer ganzen Reihe von Romanen zum Ausdruck gebracht. »Der Sandmaler« ist einer davon: Durch Zufall begegnen sich Stefan und Elisabeth, die zusammen zur Schule gingen, am Flughafen wieder. Es stellt sich heraus, dass beide aus demselben Grund dort sind: um nach Afrika zu fliegen. Doch unterschiedlicher könnten ihre Pläne kaum sein. Stefan, aus einer wohlhabenden Familie, möchte in Afrika feiern und Sex haben. Elisabeth hingegen, die es in ihrem Elternhaus schwer hat, sieht die Reise als Chance auf einen Neuanfang und als Suche nach sich selbst. Ihre gemeinsame Tour konfrontiert die beiden jungen Menschen nicht nur mit der harten Realität des Entwicklungslandes, sondern auch mit sich selbst. Gelesen wird der Roman von Axel Milberg, der deutschen Stimme Mankells. Milberg war bis 1997 Mitglied des Ensembles der Münchner Kammerspiele und arbeitete mit Regisseuren wie Dieter Dorn, Thomas Langhoff oder Peter Zadek. Eine Reihe von Filmen und Fernsehfilmen folgten. Seit 2003 ist Axel Milberg außerdem in seiner Heimatstadt Kiel als »Tatort«-Kommissar Klaus Borowski auf Verbrecherjagd. Die vollständige Lesung ist erschienen im hörverlag, vier Stunden Laufzeit, 19,99 Euro. ELISABETH HERRMANN »Stimme der Toten« Elisabeth Herrmann bezeichnet sich selbst in einem Interview als »Geschichten-Archäologin«. Das ist ein wirklich schönes Bild – auch wenn es zu bescheiden ist. Denn die Autorin gräbt eben nicht nur Geschichten aus, sondern verfasst selbst welche. Und was für welche! Zumindest mir geht es so, dass ich manche Geschichten nicht vergesse, obwohl ich berufsbedingt und auch hobbymäßig viele Geschichten lese oder höre. Eine dieser unvergesslichen Erzählungen ist »Das Dorf der Mörder«, das ich direkt bei Erscheinen 2013 gehört habe und an das ich heute noch denke. Und das nicht nur, wenn von Pekari-Schweinen die Rede ist (die spielen bei einem gruseligen Mord eine Rolle). In diesem Roman ermittelt die underdog-Streifendienstpolizistin (zu klein, zu jung und dann auch noch mit Ostblock-Abstammung) Sanela Beara in einem verzwickten Mordfall, der mit Übeltaten der Vergangenheit in Verbindung steht. Absolut lesenswert, beziehungsweise hörenswert! Vielleicht lag es an der interessanten Ermittlerin. Interessant, schon allein wegen ihres ungewöhnlichen Berufs, ist auch Judith Kepler. Judith Kepler ist nämlich Tatortreinigerin. Sie wird gerufen, wenn der Tod Spuren hinterlässt. In einem großen Berliner Bankhaus ist ein Mann in die Tiefe gestürzt. Unfall oder Selbstmord? Als sie die Polizei informiert, ahnt Judith nicht, welche Lawine sie damit lostritt: Sie gerät ins Visier einer Gruppe von Verschwörern, die planen, die Bank zu hacken. Ihr Anführer ist Bastide Larcan, ein mächtiger, geheimnisvoller Mann, der Judith zur Zusammenarbeit zwingt. Denn er kennt Details aus ihrer Vergangenheit, die für sie bis heute im Dunklen liegen. In Judith keimt ein furchtbarer Verdacht: Kann es sein, dass Larcan in die Ermordung ihres Vaters verstrickt war? Sie weiß, sie wird nicht ruhen, bis sie endlich die Wahrheit erfährt. Da schlägt das Herz des Krimis-Lesers und erst recht der des Krimi-Hörers höher, vor allem, wenn der Roman von Vollprofi Nina Petri gelesen wird, die über die Hauptfigur sagt, dass sie tough, klug und mitfühlend ist. Die auf dreizehneinhalb Stunden gekürzte Lesung ist erschienen im hörverlag und kostet 19,99 Euro.

45 Das Mraconia Kloster liegt am rumänischen Ufer DONAUKREUZFAHRT TEIL 4 Von Passau bis zum Schwarzen Meer Angst und Schrecken hat es verbreitet, das Eiserne Tor. Etliche Schiffe sind auf der sogenannten Katarakten-Strecke, also der 130 Kilometer langen, durch Stromschnellen geprägten Strecke zwischen dem heutigen Serbien, Rumänien und Bulgarien zerschellt. Doch die gefährlichen Stromschnellen haben ihre Schrecken für die modernen Kreuzfahrschiffe verloren, liegen sie doch heute 35 Meter unter Wasser, denn zwei gewaltige Kraftwerke mit imposanten Wehren stauen hier die Donau. 17 Orte mussten dafür umgesiedelt werden. Und auch die Trajanstafel aus dem Jahr 100 n.Chr. wurde um 30 Meter höher gesetzt. Sie bezeichnete den Endpunkt der Trajans-Straße, die von der Donauquelle bei Donaueschingen bis hierhin reichte, also Die Trajanstafel aus römischer Sicht an die Grenze zwischen Zivilisation und Barbarei. Die Straße musste an dieser Stelle eine geniale und zugleich wüste Konstruktion gewesen sein, denn die Donauschlucht war auch vor 2.000 Jahren so eng, dass es statt eines Ufers nur steil aufragende Felsen gab. Die »Straße« war auf einer Art Balkon entlang des Felsens gebaut. Wichtig war diese römische Fernverkehrsstraße auch deshalb, weil sie die schnelle Truppenbewegung im Dakerkrieg Trajans ermöglichte. Trajan gewann zwar diesen Krieg, dennoch geschah das nicht in überzeugender Art und Weise, das Weltreich stieß wohl an seine Grenzen. Vielleicht ging man deshalb auch mit Decebalus, dem König der Daker, recht gnädig um, denn er musste lediglich die Festungen seines Landes schleifen. Heute grüßt eine 40 Meter hohe Felsstatue ganz in der Nähe auf der rumänischen Seite der Donau. Der grimmig dreinschauende Herrscher wurde allerdings erst 1994 in den Fels gehauen. Er ist heute ebenso wie das kleine Felsenkloster Mraconia, das sich eng an die Klippen schmiegt, ein beliebter Ausflugsort und Fotomotiv. Wo es heute im Sommer friedlich von Tagestouristen und Ausflugsbötchen wimmelt, spielten sich noch in den 1980er Jahren dramatische Szenen ab. Auf meist selbstgebastelten Flößen oder LKW-Schläuchen versuchten Rumänen, das jugoslawische Ufer, also das blockfreie Tor zum Westen, zu erreichen. Oftmals endeten diese Versuche tödlich, denn was die Grenzer nicht verhindern konnten, besorgte die gewaltige Donauströmung an dieser Stelle. Heute ist glücklicher Weise nur noch die Landschaft dramatisch. Bulgarien ohne Goldstrand Weiter Richtung Osten ist der erste nennenswerte Stopp die bulgarische Stadt Vidin. Wer bei Bulgarien an Massentourismus wie am Schwarzen Meer denkt, der liegt bei den Orten, die man von der Donau aus erreicht, komplett falsch. Denn so schön der Goldstrand oder der Sonnenstrand auch sind, die interessantere Alternative sind sicherlich die weit ursprünglicheren Orte an Europas zweilängstem Fluss. Dabei gibt es durchaus auch Tourismus in der Nähe von Vidin. Nicht weit von diesem Ort liegt Belogradschik, das schon in der kommunistischen Zeit über Hotels verfügte – selbstverständlich nicht für jedermann zugänglich, sondern eher für Parteiangehörige, versteht sich. In der Nähe des Kurortes findet sich eine byzantinische Festung aus dem 6. Jahrhundert, die für sämtliche Verfilmungen von abenteu-

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