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Das Stadtgespräch Februar 2018

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42 TIPPS

42 TIPPS Das Stadtgespräch Erschienen ist »Obsidian« als Hardcover im Knaur-Verlag. Das Buch umfasst 464 Seiten und ist erhältlich in der Buchhandlung bücher-güth für 19,99 €. PRESTON & CHILD Obsidian – Kammer des Bösen Die Situation von Special Agent Pendergast ist unklar, vermutlich ist er bei seinem letzten Abenteuer vor der Küste von Massachusetts ertrunken. Constance Greene, sein einstiger Schützling, erholt sich nur schwer von dem Verlust und sucht Trost in Pendergasts Anwesen in New York. Der Bodyguard Proctor versucht dort, ihr über die Trauer hinweg zu helfen, doch erfolglos. Plötzlich häufen sich die unerwarteten Ereignisse: Proctor wird von einem Unbekannten überwältigt und betäubt. Als er erwacht, kann er nur noch zusehen, wie der Täter zusammen mit Constance in seinem Wagen davonrast. Doch Proctor erkennt den Mann wieder und nimmt die Verfolgung auf. Schon bald ist er Teil einer rasanten Verfolgungsjagd rund um den Globus. Der neue Band ist nun schon das 16. Abenteuer um den exzentrischen Special Agent des FBI Aloysius Pendergast, doch nicht nur er verleiht den Büchern den gewissen Reiz, sondern auch die interessanten Nebencharaktere, zum Beispiel die intelligente Constance Greene, die nicht davor zurückschreckt, sich mit allen Mitteln zu verteidigen. Für alle Preston-&-Child-Fans ist das neue Buch ein Muss, genauso wie für alle Thriller-Liebhaber, die auf Spannung und Nervenkitzel nicht verzichten möchten. SANDRA RICHTER »Eine Welt geschichte der deutschsprachigen Literatur« Als ich den Titel »Eine Weltgeschichte der deutschsprachigen Literatur« zum ersten Mal gelesen habe, ging mir spontan durch den Kopf: ja was denn nun – Weltgeschichte oder deutschsprachige Literatur? Doch noch bevor ich das Buch, dessen Cover Goethe, Grimmelshausen und Thomas Mann ebenso zeigt wie Peter Fondas Easy Rider oder das Frankenstein-Monster, auch nur aufgeschlagen hatte, war mir klar, dass deutschsprachige Literatur nur im Kontext der Weltgeschichte zu sehen ist. Und das natürlich nicht erst seit kurzem. Vielmehr gehören Literatur und Globalisierung seit ihren Anfängen zusammen. Denn durch Autoren und Reisende, durch Weitererzähltes und Übersetztes beeinflussen sich Literaturen in vielen Dimensionen. Dieser Prozess hat sich seit der Moderne beschleunigt und intensiviert. Heute bündelt sich die Vielfalt von Lebenserfahrung, Lebensentwürfen und literarischen Traditionen in Werken, die in mehreren Kulturen wurzeln. Und doch wird Literaturgeschichte als Nationalgeschichte geschrieben. Die Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Stuttgart Sandra Richter hingegen, die auch schon in London und Paris gelehrt hat, erzählt die Geschichte deutschsprachiger Literatur erstmals als Weltgeschichte und macht die unterschiedlichen Einflussfaktoren in den jeweiligen Epochen transparent – von den mittelalterlichen Minnesängern bis hin zu deutschen Nobelpreisträgern wie Herta Müller. Eine spannende Erkundung durch mehr als ein Jahrtausend Dichtung. Ein mutiges Werk dazu, denn viele Literaturwissenschaftler konzentrieren sich auf Spezialgebiete, kleinste Zeiträume oder obskure Forschungsobjekte. Sandra Richter wagt dagegen den großen Wurf und bietet so natürlich auch reichlich Angriffsfläche. Und bemerkenswerter Weise ist die reine Fleißarbeit wahrlich titanisch. Als Beispiel mag das Kapitel »Übersetzungen deutschsprachiger Werke« gelten, in dem unter anderem auf Weltkarten gezeigt wird, welche deutschsprachigen Werke wo auf der Welt übersetzt und veröffentlicht wurden. Lesenswert auch das Kapitel VII: Heimat als Nazi-Land, Muttersprache als Feindessprache. Erschienen ist Buch, das bei weitem nicht nur durch seine 728 Seiten beeindruckt, bei C.Bertelsmann. Kostenpunkt 36 Euro. WIEDERENTDECKT: RAY BRADBURY »S is for Space« Eine Frage, die die Menschheit oder doch jedenfalls einen Teil von ihr stets beschäftigt hat, ist die Frage nach der Zukunft. Wie sieht die Welt in ein paar oder in vielen Jahren aus? Was bleibt bestehen, was ändert sich und wie? Ginge es nach Ray Bradbury, so kennt die Welt des Mr Fields zwar die Idee, das Kinder Eltern haben nicht mehr, aber der Eintrag ins Klassenbuch des Lehrers hat überlebt. Die 1966 zuerst erschienene Geschichte »Auf den Schwingen der Zeit« hatte halt Unrecht, denn leider oder Gott sei Dank gibt es die darin beschriebene Zeitmaschine immer noch nicht. Der Eintrag ins Klassenbuch im Sinne von Tadel ist zumindest in Deutschland seit mehreren Jahrzehnten ausgestorben. Die Bereinigte Amtliche Sammlung der Schulvorschriften in Nordrhein-Westfalen nennt noch nicht einmal mehr das Wort Tadel. Auch Eltern gibt es noch, obwohl diese gelegentlich ihre Rolle eigentümlich definieren. Aber lassen wir das. Science Fiction Romane und Erzählungen, die ein halbes Jahrhundert alt sind, lohnen das Lesen auf jeden Fall. Vor allem, wenn sie von den Meistern der Zunft geschrieben wurden. Und ein echter Meister ist Bradbury, der im deutschen Sprachraum fast ausschließlich durch sein »Fahrenheit 451« bekannt war. Steven Spielberg nennt ihn seine Inspiration, die Washington Post einen Mythenschöpfer, der Guardian vergleicht ihn mit Edgar Allan Poe: Kaum ein Autor hat das literarische und filmische Schaffen im Bereich der Science Fiction derart geprägt wie Ray Bradbury. Seine 1966 erschienene Kurzgeschichten-Sammlung mit 16 von Bradbury selbst ausgewählten Storys liegt nun erstmals auch in deutscher Übersetzung vor und macht einen visionären wie zeitlosen Klassiker der Science-

TIPPS 43 Fiction-Literatur einem breiten Publikum zugänglich. Allein schon die Schauplätze beflügeln die Phantasie, denn Bradburys Geschichten spielen auf der Erde, im All und auf dem Mars und zeigen das volle Spektrum eines Ausnahmeautors, von Horror bis Humor. Erschienen als Taschenbuch bei Knaur, 284 Seiten, 10,99 Euro. Wer weiß, vielleicht denken ja in Zukunft viele Menschen über unsere Zeit wie Mr Fields, der unsere Gegenwart angesichts der Halloween-Kostüme das Zeitalter des Aberglaubens nennt. SABINE EBERT »Schwert und Krone – Der junge Falke« Früher war doch alles besser. Wenn man da Ärger mit dem Nachbarn hatte, zog man die Rüstung an, dann gab’s ordentlich was auf den Deckel, zurück im Schloss fraß man sich dann ohne jegliche Tischmanieren voll, schüttete entsprechend alkoholische Getränke nach und jagte anschließend die Burgfräulein durch die Kemenate. Wer dieses Mittelalterbild wirklich ins Herz geschlossen hat, der sollte die Bücher von Sabine Ebert besser nicht lesen. Nicht, dass nicht auch das eine oder andere Element des eben genannten in ihren historischen Romanen auftauchen würde. Aber die mittelalterliche Welt stellt sich wesentlich komplexer und damit wesentlich glaubwürdiger dar als die (rein männlichen?) Ritterträume der Moderne. Die politisch oftmals verzwickten Zustände und die durch teilweise strenge Konventionen stark eingeschränkten persönlichen Bedürfnisse machten das Leben im hohen Mittelalter alles andere als leicht. Und das gilt auf unterschiedliche Weise für die verschiedensten gesellschaftlichen Schichten. In ihrem zweiten Teil von »Schwert und Krone« verfolgt die Autorin der Geschichte einer ganzen Reihe von Figuren, die sie geschickt ausgewählt hat. Und auch der historische Hintergrund ist als Zeit voller Umbrüche wirklich spannend. Anfang 1147 sorgen Hungersnot und Weltuntergangspropheten in deutschen Landen für Verzweiflung. Fast alle großen Adelshäuser rüsten für zwei Kreuzzüge. Unter König Konrad wollen Zehntausende aufgehetzt vom charismatischen Boten des Papstes Bernard von Clairvaux ins Heilige Land, während die östlichen Fürsten planen, mit ihrem »Wendenkreuzzug« slawische Gebiete an Elbe, Havel und Küste zu erobern. Bevor sie aufbrechen, werden strategische Ehen geschlossen. Friedrich von Staufen, der Neffe des Königs und künftige Barbarossa, heiratet die von ihm ungeliebte Adela von Vohburg, der Meißner Markgrafensohn Dietrich eine gefühlskalte polnische Herzogstochter. Anschließend ziehen fast alle Männer in den Krieg – und die Frauen müssen allein mit Hungersnot, Missernten und Angriffen von Leuten, die das Machtvakuum für ihre Zwecke nutzen wollen, fertig werden. Auf dem Weg ins Heilige Land macht sich der junge Friedrich einen Namen als militärischer Anführer. Dennoch scheitert der Kreuzzug katastrophal. Nur wenige kehren heim. Zu den Heimkehrenden gehört der schwer erkrankte König Konrad von Staufen. Die nie erloschenen Machtkämpfe entflammen von neuem. 639 Seiten Lesevergnügen erwarten die historisch interessierte Leseratte. Erschienen bei Knaur, Hardcover, 19,99 Euro. DVD Kundschafter des Friedens Wenn die Bozen in der DDR etwas wirklich gut gemacht haben, dann waren es Wortklaubereien. Ich denke da zum Beispiel an den antifaschistischen Schutzwall, der die DDR-Bürger vor den Horden aus dem Westen schützten, die alle ins Land wollten. Gut, die Grenzanlagen waren als Abschirmung vor dem Westen verkehrt herum gebaut, aber das Wort vermittelte doch schon Schutz vor dem Bösen. Ich will jetzt gar nicht weiter auf Begriffe wie Brettsegeln (Surfen) oder die Jahresendpuppe (Engel) eingehen, denn die sind längst bekannt. Allerdings wusste ich nicht, dass es »Kundschafter des Friedens« gab. Das ist eine wirklich sehr lyrische Umschreibung für Spione. Das Problem ist, dass man für die Spezialisten von damals heute, mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall, keine Verwendung mehr hat. So sieht es jedenfalls zunächst für den etwas NEU JETZT – BEI UNS PRESTIGE 1600 DAS LUXUSSOLARIUM • WUNSCHBRÄUNE AUF KNOPFDRUCK • SANFT BIS INTENSIV • HAUTPFLEGE MIT BEAUTY LIGHT • EIGENE MUSIK MIT BLUETOOTH CONNECT SUNLIFE SONNENSTUDIO heruntergekommenen Pensionär Jochen Falk (Henry Hübchen) aus. Einst legendärer TOP-Spion der Auslandsaufklärung der DDR wird er vom ehemaligen Erzfeind BND für eine heikle Mission angeworben, die mit den Mitteln der jungen High-Tech-Generation nicht zu lösen ist. Er willigt unter der Bedingung ein, den Auftrag mit seiner alten Truppe durchziehen zu dürfen. Denn als ehemaliger DDR-Spion hat er nur Verachtung für die hippe Amateurtruppe übrig, vor allem, nachdem er vor über 30 Jahren vom West-Agenten Frank Kern (Jürgen Prochnow) enttarnt wurde. Doch das alles spielt nun keine Rolle, denn der BND braucht Falks Hilfe, um den designierten Präsidenten einer ehemaligen Sowjetrepublik aufzuspüren, der zusammen mit einem BND-Agenten entführt worden ist – und dieser Agent ist ausgerechnet Kern. Falk sieht seine große Chance gekommen, sich zu rehabilitieren und gleichzeitig seine offene Rechnung mit Kern zu begleichen. Er stimmt zu, für den BND mit seiner alten Truppe nach Katschekistan zu fliegen. Der BND hat keine an- JETZT BEI UNS TESTEN BERLINER STR. 43 RHEDA (IN DER INNENSTADT)

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