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Das Stadtgespräch Februar 2017

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50 Das

50 Das Stadtgespräch Unscheinbar, aber wohl mein wertvollstes Stück Bares für Rares aus dem Kinderzimmer? Mein goldener Lamborghini Miura ist was ganz Besonderes. Mein blauer Bugatti Type 35 übrigens auch. Am teuersten ist jedoch mein gelber Maserati, wie ich vor kurzem herausgefunden habe. Das weiße Cabrio 230 SL von Mercedes ist natürlich auch ein Traumauto. Arbeitstiere dagegen sind das Mercedes Taxi von 1970, der 250 SE und erst recht der Muir Hill Dumper, also der Kipplaster von 1963. Ebenfalls keinesfalls zu missachten ist der etwa gleichalte Unimog, mit dem ich meine Sahara-Durchquerung geplant hatte. Ob ich irgendetwas mit dem Mercury Cougar geplant hatte, kann ich gar nicht mehr sagen – auf jeden Fall hatte der eine Anhängerkupplung und ich konnte den doppelachsigen Trailer Caravan (außen rosa und innen hellblau) damit ziehen. Da ich leider auf keiner der Forbes- Listen der reichsten Menschen dieser Erde auftauche, befinden sich die soeben genannten Fahrzeuge zwar sämtlich in meinem Besitz, allerdings nur im entsprechend verkleinerten Maßstab und nicht in Originalgröße. Genauer gesagt habe ich sie in meinem Matchbox- Koffer aufgehoben. Eigentlich ergibt dieses Aufheben wenig Sinn, denn die aktuelle Kindergeneration hat neues Spielzeug, meist sogar zu viel davon, und der Erwachsene wird mit seinen alten Matchbox- Autos aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr spielen, tue ich ja auch nicht. Und doch hatte das Spielzeug auch einen höheren Sinn. Mir hat es geholfen, einen kleinen Teil der Welt zu begreifen. Hier ein Beispiel: Vor ein paar Jahren kam ein neuer Citroën heraus, der C 6. Der sollte nun laut Hersteller Jagd auf die Konkurrenz der oberen Mittelklasse machen. Die wüstesten Vergleiche wurden in der Presse angestellt, welchem Fahrzeug denn nun der Neue ähnlich sah. Völlig unnötig, denn der C 6 sieht aus wie der alte DS 21. Woher ich das weiß? Ist doch klar, den habe ich auch gehabt. Natürlich nicht als richtiges Auto, sondern in der Matchbox-Variante irgendwann in den Sechziger Jahren. Und natürlich habe ich dieses Auto immer schon mit Frankreich in Verbindung gebracht. Da waren zum einen diese Ö-Striche über dem e, damit es nicht »Zitrön« gesprochen wird (hat mir mein Bruder erklärt, der hatte damals schon Französisch in der Schule). Und außerdem fahren alle Polizisten dieses Auto bei ihren Verfolgungsjagden durch Paris. Nur, dass mein DS 21 grün war, innen gelb, und die Vordertüren ließen sich öffnen. Bond-Mobil und andere Traumautos Das nun wiederum war praktisch, denn dann konnte ich das Fahrzeug mit meinem kleinen blauen James- Bond-Männchen bemannen. Wenn Sie jetzt nicht wissen, wovon ich rede, heißt es gut aufgepasst: Jeder Junge, der etwas auf sich hielt, Als die grüne Minna noch grün war hat so lange gequengelt, bis er das goldene Bond-Mobil (Aston Martin) geschenkt bekam. Das Modell der Corgi Classics war im Maßstab 1:43 zu haben. Die Vorlage stammt aus dem James Bond- Film Goldfinger, der 1965 in die deutschen Kinos kam. Den haben wir selbstverständlich nicht gesehen, denn der war erst ab 16 Jahren freigegeben. Sean Connery war der wahre James Bond, Gert Fröbe war namensgebender Schurke Goldfinger und Honor Blackman war das Bond-Girl Pussy Galore (nicht ich habe mir das ausgedacht!). Das ultimative Bondmobil hatte als Besonderheit nicht nur zwei Maschinengewehre in der vorderen Stoßstange und einen Kugelschutz über der hinteren, sondern auch einen Schleudersitz. Nicht, dass wir die Handlung des Films kannten, aber der Schleudersitz war der große Hit. Der kleine blaue Beifahrer hatte nämlich seine Pistole auf den Fahrer (007, versteht sich) gerichtet. Auf Knopfdruck wurde der unliebsame Beifahrer nun aus dem Fahrzeug geschleudert. Das Ganze war natürlich vor Einführung der Anschnallpflicht. Na und da man ja nicht nonstop Geheimagenten spielen konnte (zumal der Fahrer nicht herausnehmbar war), war das Schleudermännchen vielseitig einsetzbar. Er passte beispielsweise auch in den Mercedes 230 SL. Das war nun wiederum ein deutsches Traumauto. Das Geschoss mit 150 PS war ein Cabrio, bei dem sich die Türen ebenfalls öffnen ließen. Was den meisten Cabrios heute allerdings abgeht, gehörte damals zur Ausstattung – jedenfalls bei meinem Auto, das über eine Anhängerkupplung verfügte. Diese kam nun wiederum zum Einsatz, wenn der riesige amerikanische Wohnwagen in Rosa zu ziehen war. Beim Wohnwagen konnte man das Dach abnehmen, sodass diverse Männchen Platz in ihm fanden. Außerdem hatte der so eine Art Balkon. Und schließlich musste eines der Fahrzeuge doch auch den Anhänger mit der 750er Renn-Honda ziehen, die in Blau gehalten war: Metallicblau sogar! Wohnwagen und Rennmotorrad mussten natürlich zum nächsten Rennen geschafft werden. Dafür (also für die Rennen) brauchte man, ist doch logisch, Rennwagen und die brauchten wiederum LKW als Autotransporter. Und auch bei den Rennwagen musste man die Top-Modelle haben. Das war für die Formel Eins natürlich unter anderem der Lotus in charakteristischem Dunkelgrün mit gelben Streifen – das Weltmeisterauto von Jim Clarke. Natürlich hatten die Formel Eins Wagen noch keine Spoiler – ebenso wenig wie der Ford GT. Solche Autos fuhr Steve McQueen. Leider war die Matchbox-Variante nicht zu öffnen, aber die Form dieser Renner war einfach nur klassisch, ist heute noch so. Die diversen Einsatzwagen an der Rennstrecke waren sehr unterschiedlicher Herkunft – ist mir damals allerdings nicht so recht aufgefallen. Feuerwehrauto und Krankenwagen waren amerikanisch (Cadillac Ambulance – mit

51 Mercedes SL 230 Heckflosse!), der Mannschaftswagen der Polizei war der klassische VW-Bus in dunkelgrün mit zwei Trichterlautsprechern auf dem Dach, so wie ich das kannte. Matchbox ist nicht gleich Matchbox Als Kinder haben wir immer alle kleinen Autos Matchbox genannt, aber nur ein Teil der Kinderträume stammte tatsächlich von Matchbox, genauer gesagt Lesney, aus England. Der 230 SL ist beispielsweise versehen mit dem Hinweis »Made in England by Lesney – Matchbox Series no 27« sowie der Patentnummer. Heute sind die Matchbox-Autos, die von 1953 bis 1969 produziert wurden, unter »Regular Wheels 1 – 75« bekannt. Es gab immer nur 75 Modelle. Neueinführungen wurden dann mit Buchstaben A, B, C oder D gekennzeichnet. Ab 1953 gab es die Autos, die alle in etwa gleich groß waren, also etwa matchbox- (Streichholzschachtel) Größe hatten. Mein Kipplaster ist mit No. 2 gekennzeichnet, muss also ein frühes Modell sein. Mein VW-Käfer ist mit No. 15 und einem A gekennzeichnet, gleichzeitig mit einem Copyright Vermerk von 1969. Das war das Ende der normalen Räder – wobei der Käfer eine durch Druck lenkbare Vorderachse hat. Allerdings hat er auch eine – ich will es mal »Speziallackierung« nennen, denn das weiße Auto ziert ein Rallyestreifen in blau, den ich allerdings selbst aufgebracht habe. Dadurch sollte er wie Herbie, der tolle Käfer aus dem Disneyfilm von 1968, aussehen. Hat nicht geklappt und Sammler graust vor solchen Eingriffen, aber davon gleich mehr. Der Maßstab war ungefähr 1:64. 1969 gingen die »regular wheel years« zu Ende. Daher ist mein BMC 1800 Pininfarina etwas Besonderes, denn er stammt aus dem Jahre 1969, hat aber schon die neuen Räder. Außerdem ist der Wagen in Wirklichkeit nie so gebaut worden. Dafür sah der Citroën CX später so aus. Meinen Lamborghini Miura gab es sowohl in regular wheels als auch, wie bei meinem, mit super fast wheels. An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass sich das Auto keineswegs Lambordjini spricht – das h nach dem g macht es hart. Gia. Das gleiche gilt auch für den Karmann Ghia (eben nicht djia). Das wussten wir als Kinder nicht, aber dafür gibt es schließlich VHS-Kurse in Italienisch. Doch zurück zum Thema: Ab 1970 waren die Reifen nur noch leichtläufig, was die Autos schneller, aber auch irgendwie unechter machte – außerdem rollten sie dann schneller vom Tisch, was der Karosserie nicht immer gut tat. Aber mit den »super fast wheels« wollte man auch der Konkurrenz der Hot Wheels vom US-Giganten Mattel (Barbie) etwas entgegensetzen. 1982 kam dann trotzdem die Pleite, die Nachfrage war wohl nicht mehr so groß. Die Autos, die man selbst schieben musste, litten damals wohl auch unter der Technisierung des Kinderzimmers. Das Pendel ist allerdings wieder etwas zurück geschwungen. Seit MONATSANGEBOTE A NGEBO T E Lachsschnitzel paniert, tiefgefroren, 2. Wahl, im 3 kg-Karton Karton Chicken Nuggets tiefgefroren, ideal für Pfanne und Backofen 1000 g 9.99 3.99 Frühstück Gourmet Salami, Schinken, Käse, Lachs, Camembert, Marmelade, Butter, 2 Brötchen und Kaffee „satt“ AKTION 2 Personen11,- Nackensteak mit Zwiebeln, Kräuterbutter und Bratkartoffeln Kotelett mit Paprikasoße, dazu Pommes 6.00 4.90 5.20 Alle Angebote solange der Vorrat reicht. Druckfehler und Irrtümer vorbehalten. Tönnies Werksverkauf GmbH | In der Mark 2 | 33378 Rheda-Wiedenbrück | An der A2/Ausfahrt Rheda | Tel.: 0 52 42 / 961-390

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