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Das Stadtgespräch Februar 2017

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26 Das Stadtgespräch WENN NICHTS MEHR KLIMPERT Bargeldlos Bezahlen Wann schaffen wir das Bargeld ab? Es ist ganz sicher ein aussterbendes Ritual, der Kreislauf vom Bankautomaten in unsere Tasche, dann in die Kasse beim Einzelhändler oder Pizzabäcker und von dort wieder zur Bank. Denn das Zahlen mit Barem macht Arbeit und kostet selbst Geld. Dennoch lehnen viele Kunden den Vorschlag von Geldprofis ab, auf Bargeld in nächster Zukunft möglichst ganz zu verzichten. Mit Bargeld hat man etwas Reales in der Hand, das man gegen etwas anderes eintauscht, seit vielen hundert Jahren ist das eingeübter Alltag. Man zählt das Wechselgeld nach und weiß, was man dafür bekommen kann. Bargeldlos – das ist vielen zu abstrakt, man könnte den Überblick verlieren, man wird beklaut, ohne dass man es merkt... Viele Ängste begleiten die Diskussion! Besonders nostalgisch – Banker würden sagen »archaisch« – wird es beim Klimpergeld. Für Münzen spricht im Alltag vieler Kunden nicht nur das fühlbare Gewicht in der Hand, sondern ganz praktisch die Automatenverträglichkeit. Ob Fahrkarten-, Getränke- oder Zigarettenautomaten: Münzen werden besser akzeptiert als ramponierte Scheine, die die Maschine immer wieder ausspuckt. In Geschäften sind Münzen allerdings oft unbeliebt. Es ist mal zu viel oder mal zu wenig Kleingeld da, es muss der Kundschaft aufwändig in die Hand gezählt und bei Geschäftsschluss zur Bank gebracht werden, und die lässt sich für das Geldannehmen auch noch bezahlen. Denn bei Banken und Sparkassen spielt Bargeld nur noch eine kleine Rolle, macht viel Arbeit und kostet Zeit, was man den Kunden zuliebe akzeptiert. Dabei ziehen die ihr Bares seit Jahrzehnten schon selbst aus dem Automaten und sehen nicht die Dienstleistung hinter den Kulissen: Schon das Aufstellen, Betreiben und Sichern von Geldautomaten ist teuer. Sie sind inzwischen beliebtes Ziel einer neuen kriminellen Mode: Das Sprengen von Geldautomaten verursacht hohe Kosten. Kein Wunder also, dass auch die heimischen Geldinstitute seit Jahren für die unterschiedlichen Möglichkeiten werben, bargeldlos zu bezahlen. (V. l.) Ivonne Ranilovic, Karsten Reker und Kundin Annika Gehrmann Kontaktlos »Girogo« heißt die Möglichkeit, mit der Kunden der »Kreissparkasse Wiedenbrück« bargeldlos und – das ist neu – kontaktlos bezahlen können. Bei diesem Verfahren hält der Kunden im Geschäft nur seine »Sparkassen- Card« neben ein Lesegerät auf der Verkaufstheke, und schon ist der Betrag abgebucht. Dabei muß weder eine PIN-Nummer eingegeben werden noch ist eine Unterschrift erforderlich. »Girogo« ist für kleinere Beträge beim täglichen Einkauf gedacht. Beträge bis zu 25 Euro können im Geschäft oder der Pizzeria beglichen werden. Ist die Betrag verbraucht, wird die Sparkassen- Card automatisch wieder mit 25 Euro aufgeladen. Rund 90.000 Kunden haben bereits eine Card mit der Girogo- Funktion, sagt die »Sparkasse Wiedenbrück«. In der Stadt kann man damit inzwischen bei 40 Händlern bezahlen. Einer von ihnen ist der Bäcker Reker: In seinen Filialen gibt es Brot und Brötchen mit Girogo schnell und »kontaktlos«. Manchen Hygienefan freut das. Auch die »Volksbank Bielefeld- Gütersloh« bietet kontaktloses Bezahlen mit der Giro-Karte (früher EC-Karte) an. Auch sie kann aufgeladen werden, um Beträge bis zu 30 Euro zu begleichen. Voraussetzung ist, dass die Karte am Automaten vorher für die »Kontaktlosfunktion« frei geschaltet wird. Die »Volksbank« will nach und nach alle Giro-Karten mit der Funktion ausstatten. Erste Händler in Rheda-Wiedenbrück machen bereits mit. In der »Sonnen-Apotheke« zum Beispiel kann man bereits mit der Kreditkarte der Volksbank bezahlen. Denn auch Kreditkarten werden mit dem Drahtlossystem NFC ausgestattet. Wer diese Kontaktlosfunktion nicht oder nicht mehr nutzen will, kann sie an den Geld- Automaten der Volksbank auch wieder dekativieren. Früher oder später wird er aber – allen Prognosen nach – nicht drumherum kommen. Die Angst, dass Bankdaten von Kriminellen buchstäblich im Vorbeigehen ausgelesen und missbraucht werden könnten, sei unbegründet, sagte ein Sprecher der Volksbank. Schon aus ureigenem Interesse der Anbieter würden solche Systeme mit unterschiedlichsten Methoden immer wieder auf Sicherheit geprüft. Die Trends für Ängstliche und Skeptiker wie spezielle Hüllen für die Bankkarten, gesicherte Portemonnaies, Anzugsjacken mit Sicherheitseinnäher und andere Gimmicks, durch die NFC-Karten vor dem unsichtbaren Zugriff anderer geschützt werden sollen, wären aus SIcht der Geldinstitute überflüssig. Möglicherweise fördern sie aber die Akzeptanz, weil sie vermeintliche Sicherheit geben. Kwitt Bei»Kwitt« sind die ohnehin unbegründet. Mit dem Handy- Bezahlsystem will die Sparkasse Wiedenbrück auch Bedürfnisse junger Kunden bedienen. Bei Kwitt können Beiträge bis zu 30 Euro von Handy zu Handy überwiesen werden, ohne dass eine PIN-Nummer benötigt wird. Das erleichtert zum Beispiel das Zahlen beim Pizzabäcker: Einer übernimmt die Rechnung, die anderen überweisen ihrer Anteil per Handy an ihn. Voraussetzung zum »kwitten« sind eine Anmeldung, die Sparkassen-App und die Nummer des Handys, das verwendet werden soll. Übrigens: das bargeldlose Bezahlen der Volksbanken und Sparkassen ist kostenlos, ebenso wie das Surfen auf den Seiten der Banken und Kassen. Pläne für eine Gebühr für das bloße Anklicken von Seiten »ist für unseren Online-Service überhaupt kein Thema«, schreibt uns die »Kreissparkasse Wiedenbrück«. Das gleiche gilt auch für die Volksbank. Da sagen die Kunden doch ein bargeldloses Danke in die Onlinerunde...

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Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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