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Das Stadtgespräch Dezember 2019

Mein Rheda-Wiedenbrück und Das Stadtgespräch Ausgabe Dezember 2019

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34 Das Stadtgespräch Elena freut über die Zutraulichkeit der Ziegen zu dem Pfleger der Tiere Rainer Stadler. VOLL BOCK AUF ZIEGE Tiere im Flora-Streichelzoo artgerecht füttern (Kem) »Ich danke den Besuchern des Streichelzoos in der Spielerei der Flora Westfalica, dass sie die Ziegen nur noch mit den Portionen aus dem Futterautomat füttern«, sagt der Pfleger der Tiere, Rainer Stadler. Der Automat mit dem artgerechten Futter steht direkt am Zaun des Geheges. Eine Portion mit dem speziellen Ziegenfutter kostet 20 Cent. Rainer Stadler hatte sich kürzlich mit einem Appell an die Öffentlichkeit gewandt den Tieren keine Süßigkeiten, salzige Sachen, Zwiebeln oder Kohl mehr zu geben. Er freut sich darüber, dass die Eltern offensichtlich ebenfalls ihre Kinder in die Befolgung des Aufrufs Marlin aus Lippstadt macht es richtig. einbezogen haben. Jedenfalls hat er schon seit geraumer Zeit keine Kinder und Erwachsenen mehr beobachten können, die die Tiere mit diesen tödlich wirkenden Lebensmitteln füttern. Ebenfalls fand er im Gehege der Ziegen keine Reste mehr von Kohl, Gummibärchen und anderen kohlenhydratreichen Lebensmitteln (Brot, Plätzchen, etc.). Hochgiftig sind auch die Zweige einer Eibe. Der Pfleger der Tiere fand sie in den letzten Tagen mehrmals im Gehege. Er bittet die Gäste diese nicht mehr ins Gehege zu werfen. Rainer Stadler vermutet, dass die Besucher aus Unwissenheit gehandelt haben. Tödlich Der Bitte des Tierpflegers vorausgegangen war der tragische Tod der Ziege »Schnucki«. Ihm war bei der täglichen Fütterung aufgefallen, dass die possierliche Fell-Nase Anzeichen von Bauchschmerzen zeigte. Er wollte eine Nacht abwarten, um am nächsten Tag, falls nötig, den Tierarzt zu verständigen. Dazu kam es nicht mehr: Schnucki war tot. Eine Lebensmittelvergiftung hatte das Tier getötet. Im Bauch der Ziege hatte sich infolge einer übermäßigen Kohlenhydrataufnahme eine Darmkolik entwickelt. Diese kann wie im vorliegenden Fall binnen weniger Stunden zum Darmverschluss und einem anschließenden Schockzustand führen. Diesen qualvollen Zustand musste das Tier erleben, weil Unbekannte es trotz des angebrachten Warnschildes mit den todbringenden Süßigkeiten gefüttert hatten. Jedenfalls fand er Süßigkeiten im Gehege. Er war entsetzt. Da ihm und eigentlich auch den Besuchern des Streichelzoos die Tiere sehr am Herzen liegen, kann er es nicht verstehen, dass unter den Besuchern sich Leute befanden, die die Ziegen mit diesen »ziegengefährlichen« Nahrungsmitteln gefüttert hatten. Ziegenfutter Die Ziegen suchen sich in dem Gehege der Spielerei ihr Futter selbst. Das reicht natürlich nicht, insbesondere in den Wintermonaten, wenn das Gehege nicht mehr viel hergibt. Deshalb füttert Rainer Stadler die Tiere zusätzlich – auch außerhalb der Winterzeit – mit Heu oder Stroh. »Eine Ziege frisst pro Tag drei bis fünf Kilo Heu. Da kommt so einiges zusammen«, so der Tierpfleger. Der Mineralstoffbedarf der weißen Vierbeiner wird zudem durch Mineral- und Salzlecksteine abgedeckt. Diese sind in dem Ziegenstall angebracht. Wichtig ist ebenfalls die Versorgung der Ziegen mit Wasser. Diese Arbeit gewinnt an besonderer Bedeutung wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen. Rainer Stadler geht der Tierpflege mit unerschütterlichem Enthusiasmus und einer großen Liebe zu den Tieren nach. Diese können sich darauf verlassen, dass ihnen ein sicherer und artgerechter Unterschlupf gewährt ist.

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