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Das Stadtgespräch Dezember 2018

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72 Das

72 Das Stadtgespräch Dem Sonnenkönig gewidmet High Tech im Schloss Anno 1869 Menschenscheuer High Tech Fan Wenn man vom wirklich malerischen Füssen, das ein idealer Ausgangspunkt für eine Schlössertour ist, nach Südwesten fährt, dann kommt man am österreichischen Plansee vorbei. Hier sollte ein weiteres Schloss entstehen, das allerdings über die Planungsphase nicht hinauskam. Heute ist der glasklare See Sehnsuchtsort nicht nur von Wanderern und Campern, sondern auch von Tauchern. Entlang des Sees kommt man wieder auf der deutschen Seite schließlich zum Schloss Linderhof, das tatsächlich von Ludwig bewohnt wurde. Im abgelegenen Graswangtal fand er den idealen Rückzugsort. Allerdings reichte auch dafür nicht das einfache Haus, das seine Eltern gekauft hatten. Ludwig ließ nach dem Vorbild eines der Lustschlösser in Versailles seine königliche Villa, wie er sie nannte, erbauen. Das Haus ist ganz dem französischen Sonnenkönig gewidmet, in dessen Nachfolge sich der Kini sah. In dem vergleichsweise kleinen Schloss mit seinen ebenfalls kleinen Zimmern sticht vor allem das gewaltige Schlafzimmer mit seiner überdimensionalen Bettstatt ins Auge. Das Bett selbst böte einer Fußballmannschaft Platz – die dem König im Übrigen wohl lieber gewesen wäre als eine Gemahlin oder Gespielin. Der französische Sonnenkönig hatte in seinem Bett zweihundert Jahre zuvor Audienzen zum Aufstehen und zum ins Bett gehen veranstaltet. Wer dem König seine Sachen reichen durfte, der war natürlich besonders privilegiert. Bei Bayerns Ludwig war das anders, denn er scheute die Menschen. Er ließ sich sogar das sogenannte Tischlein-deck-dich einbauen. Der versenkbare Tisch wurde im Untergeschoss gedeckt und dann per Fahrstuhlmechanismus in Ludwigs Esszimmer gefahren. Auf diese Weise musste er keinen Kontakt mit dem Personal haben. Bei aller Mittelalterbegeisterung waren die Schlösser allerdings auf dem technisch neuesten Stand. Aufzüge, Zentralheizung und eine High Tech-Küche waren ebenso eingebaut wie Toiletten mit Wasserspülung und bei Schloss Linderhof die Wellenmaschine für den Lohengrin-Schwanen-Teich! Als Ludwig auf der Weltausstellung von 1878 in Paris ein marokkanisches Haus sah, kaufte er es und ließ es im Park des Linderhofs aufbauen. Gelegentlich veranstaltete er dann mit seiner zu diesem Anlass exotisch gekleideten Dienerschaft ein sogenanntes tableau vivante, ein lebendes Bild. Diese Extravaganzen, die jede Menge Geld verschlangen, das nicht da war, brachte die Regierung dazu, den Kini entmündigen zu lassen. Mehr noch, er kam unter nie ganz geklärten Umständen ums Leben. Ludwig war und ist bei vielen heute noch beliebt. Im damals strukturschwachen Allgäu schaffte er durch seine Prunkbauten natürlich Arbeitsplätze. Allein der geschnitzte Baldachin über seinem Bett in Neuschwanstein beschäftigte vier Schnitzer vier Jahre lang. Und auch heute profitieren die Allgäuer zumindest um Füssen herum noch von Ludwig – bei diesem gewaltigen Touristenaufkommen kein Wunder. Der hat übrigens auch seine negativen Seiten. Da sind zum einen die im Sommer und zur Ski-Saison verstopften Straßen. Und in Hohenschwangau sollte man vielleicht nicht unbedingt speisen, denn das Beste an der Speisekarte ist oftmals, dass sie in sechs Sprachen einschließlich Chinesisch gehalten ist. Die zu Recht berühmte Allgäuer Küche kann man dann schon wieder in vier Kilometer Entfernung im Ort Schwangau genießen, denn dort findet man beispielsweise im »S’Wirtshaus im Weinbauer« Flädlesuppe oder auch die Allgäuer Kässpatzen. Ebenfalls ein tolles kulturelles und kulinarisches Angebot hat Füssen, dessen Pfarrkirche St. Mang durch atemberaubende barocke Pracht überrascht. Schon im 3. Jahrhundert siedelten Menschen an der Kreuzung der Römerstraße nach Augusta Vindelicum, also Augsburg, und dem Lech. Im 16. Jahrhundert entwickelte sich Füssen zum Zentrum der Lautenmacherwerkstätten, von denen es nicht weniger als zwanzig gab. In späterer Zeit lebten hier 80 Geigenbauer. Heute kreuzen sich in Füssen die touristischen Highlights der Deutschen Alpenstraße und der Romantischen Straße. Neben den zahlreichen tollen Cafés und Geschäften mit allem, was das Urlauberherz begehrt, auch in durchaus geschmackvoller Version, gibt es eine ganze Reihe von Restaurants. Wer von deftiger Küche genug hat, der kann es sich bei San Marco in der Fußgängerzone Reichenstraße schmecken lassen – Italien ist schließlich nicht mehr weit! In der nächsten Ausgabe des Stadtgesprächs stellen wir das Allgäu ohne Ludwig vor.

73 TSG-RADSPORTLER BLICKEN AUF 2018 ZURÜCK 14.000 km mit reiner Muskelkraft Mit der Umstellung auf die Winterzeit beendete die TSG Rheda Radsportabteilung ihre Ausfahrten für dienstags und samstags. Die leuchtendgelben Trikots werden dann bis Ende März von unseren heimischen Straßen verschwinden. Durch den Jahrhundertsommer haben die Aktiven deutlich mehr Kilometer zusammen gefahren als in den vergangenen Jahren. Einzelne erreichten mit dem Rad bis zu 14.000 Jahreskilometer. Dieses und andere Highlights, wie die 5 tägige Jahrestour zum Bodensee, ließen die Sportler im Café Westhoff Revue Die TSG-Aktiven »strampelten« dieses Jahr besonders viele Kilometer. passieren. Erst am letzten Märzwochenende, mit dem Beginn der Sommerzeit, startet die TSG dann wieder mit den Ausfahrten. Jedoch ist man in der Winterzeit nicht träge, sondern trifft sich jetzt jeden Dienstag um 19.00 Uhr zum Hallen-Wintertraining in der Sporthalle der Wenneber-Schule in Rheda. Alle, die auch Interesse haben, Rennrad zu fahren, sind zu einem unverbindlichen Probetraining eingeladen, um dann im März mit dem gelben TSG-Express in die neue Saison zu starten. RHEDA-WIEDENBRÜCK ENTWICKELT DIGITALE STADTFÜHRUNG Rhedas historischen Stadtkern mit der App erkunden Warum heißt der Doktorplatz eigentlich Doktorplatz? Wie sieht es im Schloss aus und wie hört sich die berühmte Orgel der St.-Clemens-Kirche an? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die Stadtführungs-App, die jetzt auch für Rheda verfügbar ist. Mit dem Smartphone oder Tablet kann der interessierte Besucher nun in Rheda ebenso wie in Wiedenbrück auf Entdeckungstour gehen. Dabei begleitet Sprecher Arnold Bergmann die Nutzer mit kurzen Infotexten zu allen Objekten – rund 30 Stück in Rheda. Dazu gibt es alte Ansichten, Blicke in das Innere, Animationen oder kleine Spielszenen zu historischen Ereignissen. Vor dem Schloss grüßt Fürst Maximilian zu Bentheim-Tecklenburg die Besucher, in der kleinen Straße lädt die Leineweberfamilie Blomberg in ihr Museum ein. Eine Übersichtskarte und eine Denkmalliste erlauben die Planung einer individuellen Tour oder den Zugriff auf das einzelne Objekt, das gerade die Aufmerksamkeit erregt. So kann sich der App-Nutzer auf eine große Tour machen oder schnell zwischen zwei Einkäufen ein bisschen mehr über seine Heimat erfahren. Die mit dem IHK-Tourismuspreis Teutoburger Wald ausgezeichnete Augmented-Reality-App, an der Neuland-Medien, Flora Westfalica GmbH und die Stadtverwaltung (V.l.) Christian Terhechte (Geschäftsführer von Neuland-Medien), Wirtschaftsförderin Nikola Weber und Bürgermeister Theo Mettenborg erproben die Stadtführungsapp vor dem Leineweber-Museum. gemeinsam gerabeitet haben, ist jetzt im AppStore und im Play- Store in vier Versionen erhältlich: als voller Rundgang für Rheda und Wiedenbrück sowie kanpper für Kinder und Jugendliche.

Das Stadtgespräch - Magazin für Rheda - Wiedenbrück

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